Musik Events Berlin

Kultradar

28. Februar 2013 – Autor: Genre:

Im vergangenen Monat sind wir mit unserer Kultmische geflüchtet. Haben grauen Hochhausfassaden, stickigen U-Bahntunneln und dem gehetzten Großstadtgewirr den Rücken gekehrt und sind davon getanzt. Berlin ade! Doch so schlimm wie es manchmal scheint, ist es meist gar nicht. Und überhaupt – eigentlich kann es doch auch ganz schön hier sein. Nicht umsonst haben zahlreiche Künstler der Hauptstadt ganze Songs gewidmet. Mit einer kleinen Auswahl an Liedern über Berlin schicken wir euch hinaus in die Stadt, auf Entdeckungstour durch euren Kiez, das Hipster-Monokel im Auge und die Kultmische im Ohr. Lasst euch ergreifen von der Welle der Großstadtklänge und unserer elektronischen Eröffnungszeremonie von Is Tropical: „And when songs sound like storms we’ll float on. So let yourself go. Just let yourself go.“ Alle, die jetzt noch nicht aufgebrochen und noch immer in ihrer minimalistisch eingerichteten Altbauwohnung sitzen, sollten sich inspirieren lassen von André Herman Düne und seinen Erkundungen als Berlin-Fremdling: „Don’t be suprised when the U-Bahn goes up and the S-Bahn goes down.“ Er lädt uns ein auf eine Fahrt mit der BVG. Wir beobachten die türkische Großfamilie, die neben uns Platz genommen hat, die alteingesessene Urberlinerin, die sorgfältig mit einem roten Lippenstift ihrem Gesicht mehr Farbe und Freude verleiht und den obdachlosen Zeitungsverkäufer, der sich mit einem dezenten Lächeln seinen Weg durch die U-Bahn bahnt. Türen schließen, es geht los!

Gemeinsam mit Bloc Party fahren wir durch Kreuzberg, der Kiez, in dem die Nächte angeblich am längsten sind. Eine weitere, gemächliche U-Bahnfahrt liegt vor uns. Zurück bleiben bitte! Nächste Station Warschauerstraße von Oliver Koletzki. Es ist leicht sich während der Fahrt in diesem, von ihm musikalisch vertonten, Großstadtmärchen zu verlieren. Unser Blick schweift hinaus. Langsam sehen wir die mühevoll aufgereihten Häuser Friedrichshains an uns vorbei ziehen. Chelsea Wolf singt dazu im Takt der rollenden Räder.  Schließlich landen wir irgendwann mit Beirut in Prenzlauerberg und sind entzückt von dem Charme, den uns jeder Stadtteil auf seine eigene Art und Weise mit auf den Weg gegeben hat. Wer hier keinen Ort zum Wohlfühlen findet und immer noch lautstark herausposaunt: „Ich willl nicht nach Berlin.“ ist selbst schuld. Wir kontern dieser nur schwer nachvollziehbaren Aussage mit einer Band, die zwar der Hauptstadt keinen Song gewidmet hat, jedoch aus Berlin kommt: „ I don’t care – as long as you sing.“ Auf den Punkt bringt es schließlich Urberliner Peter Fox mit seiner Band. Allein aus diesem Grund wagen wir ausnahmsweise den Schritt in die kommerzielle Musikszenerie und lassen den Künstler abschließend über die ganz besonderen und schönen Seiten Berlins resümieren. Warum also nicht einfach HIERBLEIBEN!?

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