Very Berlin
Zu Ende ist die Zeit im Rausch von Wodka, Watte und Wolllust. Ein parallelweltartiger Abenteuertanzplatz, an dem man so lange bleibt, wie der Popes wackelt oder Wachmacher wirken – Die Bar25. Es gab sie keine 25 Jahre, sie hat aber trotzdem den Kultstatus einer uralten Kreuzberger Eckkneipe. Aber auch in ein abgeschlossenes Spaßdörfchen mit eigener Weltanschaung bricht irgendwann die harte Realität herein. So wollte das Land Berlin das Gelände an Investoren verkaufen und kündigte den Bar-Betreibern den Mietvertrag. “MediaSpree Versenken” und mehr als nur eine Abschiedsparty erzählen den Rest des Untergangs einer Partylegende, die bis weit über die Stadtmauern von Berlin bekannt geworden ist. Die schönsten aller schönen Momente werden von den mit der Bar25 befreundeten Regisseurinnen Britta Mischa und ihrer Kollegin Nana Yuriko seit 2004 mit einer kleinen Handkamera festgehalten - vom Anfang der ersten zusammen geschraubten Bretter bis zum Leichenschmaus. Mithilfe von Crowdfunding (274 Fans spendeten rund 26.000 €), und der Unterstützung des ZDFkultur und 3Sat wurde am Anfang Mai 2012 nun der Kino-Startschuss für das Doku-Märchen gegeben: “Bar 25 – Tage außerhalb der Zeit”
Schöne Bilder von Konfettitornados, Schaum- und Schlammschlachten, Vodkarutschen und Menschen in urkomischsten Kostümkombinationen können leider nur kurzfristig über die Langatmigkeit der ersten 30 Minuten hinweghelfen. Schön, dass wir die Bar-Betreiber namentlich vorgestellt bekommen, um sich so gezwungendermaßen mit ihnen zu identifizieren. Aber wo sind die Motive der Menschen, die die Bar25 aufgebaut haben ?! Was haben sie vorher gemacht? Wie hat die Bar25 und die Schließung ihr Leben verändert? Leider erfahren wir nur nur belanglosen Club-Smalltalk. Auch von einer halbwegs objektiven dokumentarischen Berichterstattung kann man bei diesem Film leider nicht reden. Der Tag hat 73 Stunden, aber Drogen nehmen wir nicht ?! Der Film ist eher ein subjektiv in Konfetti getränkter Werbemovie, der auf Spielfilmlänge gestreckt wurde. Nett, für alle die, die nochmal in Erinnerungen schwelgen wollen. “Bar 25 – Tage außerhalb der Zeit” hätte ein Film werden können, der aufbegehrt, der ein Berliner Lebensgefühl veranschaulicht, einen alternativen Lebensentwurf zeigt und der die Diskussion über Freiräume und Kommerzialisierung anregt. Die Bar25 ist nicht der einzige Club in Berlin, wo exzessiv gute Parties gefeiert werden und nicht der einzige, der geschlossen wurde oder dem die Schließung droht. Irgendwie sieht das jetzt wieder so aus als könnten “diese verrückten Hippies” nur feiern und die Inhalte fehlen. Schade!
Bilder: Pressefotos auf Movienetfilm.de
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1 Kommentar









war etwas anderes zu erwarten? synapsen sind doch schon lange kollabiert.