Kultradar
Der Hipster ist keine neumodische Trenderscheinung, sondern hat seinen Ursprung vielmehr Mitte des 20. Jahrhunderts in den USA. Ja, Ihr lest richtig! Und um Euch in Vorbereitung auf unsere Hipster-Olymiade fit zu machen, hier ein kleiner Steckbrief und Wissenswertes über die damalige Subkultur:
Die Amerikanischen Hipster der 1940´s sind eine kleine Randgruppen-Subkultur, deren Szene zwischen San Francisco und “downtown” New York in Gallerien, Bars und Theatern lokalisiert war. Die Hipterszene bestand hauptsächlich aus weißen jungen Erwachsenen der Mittelschicht, die den Lifestyle der schwarzen Musiker des Bebop und Jazz nachahmten. Sie werden auch unter dem Begriff “Beat Generation” zusammengefasst und galten als eine Neuauflage der Französichen Bohéme des 19. Jahrhunderts. Geprägt und getrieben vom zweiten Weltkrieg suchen die Hipster nach Sinn, spiritueller Befreiung und Lebensinhalt und neuen Lebenswegen. Dazu dient ihnen z.B. philosophische Literatur des Existenzialismus von Jean-Paul Satre und Albert Camus, aber auch ein enormer Drogenkonsum. Sie leben als künstlerische Freigeister und produzieren Texte und Musik, und nehmen mit dieser Lebensweise in der damaligen Gesellschaft eine Außenseiterrolle ein. Wie jede Subkultur hat auch diese ihre eigene Sprache und charakteristische Kleidung und Verhalten.
Bedeutung und Herkunft des Wortes “Hipster”
Das Wort kam in der wachsenden Jazz-Szene auf, um deren begeisterte Anhänger als “hip” zu beschreiben. Die eigentlichen Wurzeln sind aber strittig. Eine These ist, dass es eine Ableitung des Slang-Wortes “hop” ist, welches als Bezeichnung von Opium verwendet wurde. Eine andere These ist, dass es von dem west-afrikanischen Wort “hipi” hergeleitet werden kann, was so viel bedeutet wie jemandem die Augen zu öffnen. Mit der Zeit wandelte sich das Wort “hip” in ein Substantiv und der “Hipster” war geboren. [1]
Der Hipster-Look
Auf dem Kopf trug der intellektuelle Hipster oft ein Französiches Baret oder einen Hut mit 7 – Zentimeter Krempe, im Gesicht eine dunkle Hornbrille und ein Dichter- und Denker- Ziegenbärtchen. Der Rollenkragenpulli musste schwarz und die Hose an Hüfte und Knöchel eng sein. Na, wer erkennt da keine Parallelen zum heutigen Hipster…?!
Die wichtigsten Personen der Hipster-Szene
William Burroughs, Allen Ginsberg, Jack Kerouac, Neal Cassady und Herbert Huncke zählen zu den Hauptakteuren der Szene. Später kamen noch Gregory Corsound Peter Orlovsky dazu. Sie alle verbindet nicht nur eine gemeinsame Suche nach spiritueller Befreiung durch Darstellung persönlicher Inhalte in Texten, sondern auch eine kollektive Biografie. Ihre miteinander verflochtenen Lebensläufe sind die Basis für ihre Litertur. Sie führen Beziehungen untereinander und haben gemeiname Drogenexzesse.
Zitate
“In the U.S. you have to be a deviant or die of boredom” – William Burroughs
“By avoiding the society you become seperate from society and being seperate from soceiety is being BEAT” – Gregory Corso
Die Sprache der Hipster ist eine Neuinterpretation damaliger Alltagssprache. Das Vokabular von schwarzen Jazzmusikern und aus der Drogen – und Homosexuellenszene, ist in der Hipstersprache zu finden. Und manche Begriffe haben die Zeit bis heute überdauert…
Cool: hat seinen Ursprung in den 40´s und beschreibt in der Hipster-Szene jemanden, der kein schnelles Urteil über andere fällt und nichts mit der Polizei zu tun hatte. “Cool” wurde später zur Allzweckvokabel erhoben und beschrieb außerdem die für den Hipster typische Geisteshaltung, die das intellektuelle Denken als erstrebenswert ansieht.
Blow: Ursprünglich ein Begriff aus dem Jazz, der den spontanen Ausdruck durch Musik beschreibt. Später von Jack Kerouac und Allen Ginsberg verwendet um das Aufschreiben spontaner Prosa zu bezeichnen.
Hip: bezeichnet als Adjektiv ursprünglich einen Drogensüchtigen, impliziert jedoch auch, dass derjenige sich in der Szene auskennt.
High: beschreibt als Adjektiv den Zustand von Euphorie, aufgrund von Drogen, Sex oder Alkohol. Es wurde von Schwarzen in den 30´s verwendet, danach von den Hipstern.
Miss Green, Charge : Codewort für Marihuana.
Lush: Alle Arten von hochprozentigen Getränken. Andere Ausdrücke sind “Juice”, “White Lightnin´” ( Mais-Whiskey) oder “Regal” (lokales Bier aus New Orleans).
Quellen:
[1] Fletcher, www.time.com
Watson, “Die Beat Generation”
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