Brachiale Indiekitschmusik von La Boum Fatale

In Musik by Gastautor

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La Boum Fatale ist nicht etwa ein französischer Teeniefilm, sondern eine Hamburger Band, die derzeit mit ihren elektronisch experimentellen Klängen die Indie- und Electropopszene erobert. Das Duo, bestehend aus Antonio de Spirt und Levente Pavelka, möchte nur Eines: Musik machen. Egal, ob dabei am Ende Popmusik oder Schranz herauskommt. Die beiden Freunde lernten sich während des Musiktechnikstudiums in Hamburg kennen und nutzen die Musik, um zwischen Büchern und Lehrsälen nicht wahnsinnig zu werden. Ein Hang zum Brachialen und zum Kitsch liegen in den Stücken von La Boum Fatale oft nahe beieinander. Im Moment starten die beiden Freunde beim Berliner Indielabel Sinnbus durch. Im Januar 2012 veröffentlichten sie ihre erste Single „AAA“. Im Juni erschien ihr Album „Damwild“. Am Montag erst folgte die Veröffentlichung der „Two Remixes“-EP. Wir haben mit La Boum Fatale, unter Kennern schlicht LBF genannt, über Teeniefilme, Brachiales und Kitsch gesprochen. 

La Boum Fatale. Ein Bandname, der uns zunächst irgendwie an einen französischen Teeniefilm erinnert. Was bedeutet der Bandname wirklich?

La Boum Fatale hat eigentlich gar keine tiefere Bedeutung. Der Name ist uns irgendwann beim Rumalbern in den Schoß gefallen.  Er klingt gut und geschrieben sieht er auch nicht übel aus. Das waren eigentlich unsere Ansprüche an einen Namen für unser Projekt. Dass viele die Parallele zu einem bekannten Teeniefilm ziehen, sehen wir eher als Vorteil. Teenies waren wir ja alle mal und jeder hat hoffentlich die eine oder andere tolle Erinnerung an diese Zeit. Wenn das die erste Assoziation mit LBF ist, ist das ok. Ach, Sophie Marceau ist ja auch nicht übel.

Wie würdet Ihr Eure Musik beschreiben?

Vielleicht Post-Postrock-Housestep? Wir packen einfach alles, was uns gefällt und beeinflusst in den Fleischwolf. Meistens kommt dann was Melancholisches, Euphorisierendes und manchmal Tanzbares heraus.

Jeder Künstler hat sein Image. Wie möchtet Ihr Euch verstanden wissen? 

Verstehen muss man uns nicht, nur hören. Jeder soll sich selbst was denken, wenn er möchte. Wie jede Band wollen wir uns jedoch nicht in Schubladen stecken lassen. Wenn einzelne Tracks oder Releases in Schubladen landen ist das nicht so wild. Die Leute sollten immer neugierig auf neues Material sein und nicht schon vorher wissen, was sie erwartet. Wenn das unser Image ist, sind wir damit ziemlich happy.

Toni, beschreib Euch und Eure Arbeitsweise doch mal.

Levente sorgt für die Unordnung bei LBF. Er probiert immer alles aus und dabei passieren die fantastischsten Dinge. Ich bin dann derjenige der alles wieder sortiert und dann in selbstzerstörerischer Kleinstarbeit zusammensetzt. Levente passt auch darauf auf, dass ich während dieses Prozesses nicht wahnsinnig werde. Wir brauchen also einander damit was Gutes am Ende raus kommt.

Ihr seid Studienkollegen und Freunde. Jetzt habt Ihr auch noch eine Band zusammen und verbringt so viel Zeit miteinander. Wird Eure Freundschaft davon beeinflusst?

Eigentlich gar nicht, klar lernt man den Anderen (vor allem seine Macken) besser kennen. Wir haben aber immer noch den gleichen Spaß an der Sache wie am Anfang und probieren vieles neues aus. Jetzt, wo sich das Studium langsam den Ende neigt ist LBF auch immer wieder ein guter Grund sich außerhalb des Hörsaals zu treffen.

Seid Ihr eher Studenten oder Künstler?

Das Eine schließt ja das Andere nicht aus, aber echte Studies waren wir nie. Das Studium ist für uns eher eine Etappe und wir sind neugierig was danach kommt. Ob wir Künstler sind müssen die Anderen entscheiden. Wir sehen uns nicht so, fühlen uns aber schon geschmeichelt wenn man uns so bezeichnet.

Wie erlebt Ihr den Weg zum Star-Dasein?

In erster Linie ist das harte Arbeit. Es gibt immer neue Aufgaben und Herausforderungen. Das macht das „Erleben“ oft gar nicht so einfach. Man muss schon eine Menge Opfer bringen, aber dafür macht das Ganze auch unglaublich viel Spass. Vom Star-Status sind wir noch weit entfernt und wir finden das auch gar nicht so übel. In jedem Fall ist das „Star werden“ nicht unser Antrieb. Viel wichtiger ist uns die Realisierung unserer musikalischen Ideen.

Was sollten unsere Leser unbedingt von uns Wissen?

Wir wohnen Beide in Hamburg kommen aber nicht aus Hamburg.

Worum geht es in Eurer aktuellen Singe „AAA“?

Die Lyrics sagen ja eigentlich schon alles. Aber schreibt doch lieber mal, dass es sich um einen kapitalismuskritischen Seitenhieb gegen die drei großen Ratingagenturen Fitch, Moody´s und Standards & Poor´s handelt. Das klingt wesentlich schlauer.

Im Januar  ist „AAA“ erschienen. Das ist nun fast ein Jahr her. Wie ging es denn danach weiter und was kommt als Nächstes?

Nach der Single kam unser Mini-Album DAMWILD und am 10.12. kommt noch die TWO REMIXES EP. Glenn Astro und Sieren haben unglaubliche Remixe von unseren Stücken „Snalle“ und „Passmiss“ angefertigt. Dann haben wir gerade einen spitzen Adventskalender, in den wir jeden Sonntag einen neuen Edit von unseren Lieblingsliedern reinpacken. Im Frühjahr wollen wir neues Material produzieren und natürlich noch mehr Konzerte spielen.

Was ist Euer größter musikalischer Traum?

Das sind wir eher bescheiden und schon froh, wenn wir LBF so lange wie möglich mit viel Spass und Lust am Leben erhalten können. Ein Gig auf dem MELT! wäre schon ganz lässig und die eine oder andere Kollaboration fällt uns bestimmt auch noch ein.

Unser Webmagazin heißt Kultmucke. Und Kult hat ja bekanntlich viele Facetten. Was ist in Euren Augen kultig? 

Akte X, Katzenfotos, Eierlikör, 808, 707, 303, Alf, Tocotronic, Astra, Sinnbus, Berlin, Hamburg, Erikas Eck, Konopke´s, Marvel, Breaking Bad, Petula, Molotow, Skateboards, Tweet Anzüge, Liebe, Nouvelle Vague, Steve Reich, Anthony Gonzales, Bambina.

 

Gewinnspiel gefällig?

Ihr seid neugierig geworden, wie sich „Post-Postrock-Housestep“ aus dem Hause La Boum Fatale anhört? Oder seid Ihr sowieso schon die größten Fans und es fehlt Euch zu Eurem Glück nur noch eine waschechte Vinyl der Jungs? Dann könnt Ihr jetzt und hier bei Kultmucke zwei wundervolle Fanpakete mit je einer Vinyl-Scheibe des Debutalbums „Damwild“ und einem LBF-Jutebeutel abstauben!

Wollt Ihr dringend haben? Dann schickt uns einfach bis zum 14. Dezember 2012 eine Email mit Betreff „LBF Gewinn“ und Eurer Postadresse an redaktion@kultmucke.de! Die Gewinner werden per Email benachrichtigt.

Und bis zur Bekanntgabe der Gewinner wünschen wir Euch nun erst einmal viel Spaß beim Zuhören…