Um 12:30 wird es wieder heiß in Kreuzberg, denn heute findet der Umzug vom Karneval der Kulturen statt. Traditionell starten die 100 Wagen mit Musik und Kunst aus aller Welt am Hermannplatz und fahren bis zur Yorckstraße. Es wird getanzt, geturnt und gespeist was das Zeug hält. Wir sind natürlich auch am Start und lassen unsere Hüften zur den Karibischen Soca und Dancehall Beats kreisen. Hier noch der offizielle Text von den Veranstaltern für euch:
‚Greift nur hinein ins volle Menschenleben! Ein jeder lebt’s, nicht vielen ist’s bekannt, Und wo Ihr’s packt, da ist’s interessant.‘
Goethes ‚Lustige Person‘ aus dem Faust I spricht so den Dichter an, der in dieser Weise ein massentaugliches Stück liefern soll. Mehr als 200 Jahre später gelten die Zutaten für Popularität immer noch:
Lebensnahe Themen, einmal anders oder genau betrachtet, von besonderen Menschen bearbeitet – das ist Karneval.
Denn wie war das doch? Karneval stellt die Welt vom Kopf auf die Füße und hält ihr den Spiegel vor.
Selbstverständlich macht dieses Prinzip vor keinem gesellschaftlichen Bereich halt. Viele der Umzugsgruppen greifen politisches Tagesgeschehen auf; Migrations- oder Umweltpolitik, aber auch persönliche Geschichten werden auf die Straße gebracht. Dass das interessant für das Publikum ist, liegt wohl hauptsächlich an der Authentizität, die für jeden Besucher spürbar ist und auch an der wachsenden Meisterschaft in diesem ganz besonderen Genre Karnevalskunst. Musik, Tanz, Performance, Großfiguren, Interaktion, Streetart – viele Zutaten gehören dazu. Am Ende ziehen rollende Kunstwerke, traditionell, modern oder visionär, und nie Dagewesenes über die Umzugsstrecke.
Mit welchem Thema und welcher Art der Umsetzung auch immer die Gruppen auftreten – sie alle machen den Karneval der Kulturen zu dem, was er ist: eine Affirmation der Vielfalt unserer Stadt. Am Pfingstsonntag erfüllt sich, was ca. 3.500 aktive Teilnehmer vielfältigster Herkunft in monatelanger Arbeit vorbereitet haben?
Sie ‚wünschte(n) sehr, der Menge zu behagen, Besonders weil sie lebt und leben lässt. Die Pfosten sind, die Bretter aufgeschlagen, Und jedermann erwartet sich ein Fest.‘
Johann Wolfgang von Goethe
Faust – Der Tragödie erster Teil
Vielen Dank, Rouven! Hätte ich diese Frage schon vorher gelesen, dann hätte ich sie den Jungs glatt gestellt... ;) Mit sachdienlichen Hinweisen kann sicherlich ganz ...
Schönes interview. Kommen die jungs auch mal nach nrw?
Vielen Dank für den fantastischen Text! Ich wünsche allen viel Spass mit meinem Mix! Ich erinner mich immer wieder gerne an meine Tage in Berlin ...








