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Kultradar

27. Februar 2013 – Autor:

Rebecca Ciesielski (* 1990) wurde in Merseburg geboren. Mittlerweile sollte sie eigentlich in Berlin leben und studieren, befindet sich aber gerade auf einem Auslandsaufenthalt in der Schweiz. 2010 erfolgte ihr epochaler Eintritt in das Lyrikkollektiv G13, seitdem ist sie fester Teil der Startaufstellung. Veröffentlichungen online, in Zeitschriften und der G13-Anthologie “40% Paradies” (Luxbooks, 2012). Den Text “gestaffelt ostwärts” zeichnet seine Beobachtungsschärfe, seine Empathie und eine Bildlichkeit aus, die vor der durch ein Lebensgefühl verdeckten Gewalt nicht zurückschreckt: “was wir heimat nennen / oder diagnose” – genau diese worte hätte ich auch gern gefunden. Das ist gut. Das ist Versneid!

 

die optimierung des plots in vergangenen jahren
gestaffelt ostwärts ohne altersbezüge
betrügt sich der herbst
um die letzten sommertage in den stunden
als jede zukunft anfälliger wurde für unsere ziele
im großformat zunächst die bemühung
um sortierte schritte von distanz
betrachtet titellose weiße wände
(des sinns wegen töne) im vinyl gesucht
schält sich der morgen (wie abgesprochen)
aus dem was wir heimat nennen
oder diagnose licht wie aufgespart
anderswo drückst du halbe zigaretten
an bahnhofswände bevor abfahrtssignale–

kanalisierte theorien einer jugend die bricht wenn man
sie zu stark fixiert auf bildschirmflächen
stapeln sich augen als verdiene man nichts
als spätfolgen hier draußen herrschen
nebenumstände und existentielles
geschieht manchmal im zusammenhang


Foto von Kathrin Leisch, www.meninasdreaming.de

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