Künstler
Dass das Pariser Label Kitsuné einen verdammt guten Riecher hat, ist seit Exportschlagern wie Two Door Cinema Club und Delphic wohl längst kein Geheimnis mehr. So veröffentlichte das Label am 13.Juni das Debütalbum der drei Londoner von IS TROPICAL. „Native to“ spielt auf mit einer ungewöhnlichen Mischung aus Pop, Rock und elektronischen Beats. Als ungewöhnlich könnte man auch die Live-Performance von Simon, Gary und Don betrachten: denn die Jungs treten grundsätzlich nur vermummt auf! Wir haben die drei im Magnet getroffen, um mal ernsthaft über Maskeraden, Make-Up und Musik zu sprechen.
Hey Jungs, schön dass ihr Zeit für uns gefunden habt. Wieso tretet ihr nur maskiert oder vermummt auf?
Ganz einfach, damit man uns vom Publikum unterscheiden kann. Nein Spaß, die Masken sind einfach Teil unserer Show. Sowie beim Chauffeur, ’ne Art Arbeitsuniform halt.
Das hat doch bestimmt viele Vorteile immer maskiert bzw. anonym zu bleiben oder?
Klar (lachen)! Es ist schon ziemlich praktisch. Zum Beispiel wenn man noch total verkatert vom letzten Abend ist. Maske drüber, keiner merkt was und du fühlst dich sofort besser. Sozusagen:„ready to be wild“! Erspart einem auch‘ne Frisur oder Make-Up, obwohl wir sowas natürlich nicht brauchen. Aber naja, stimmt schon. Keiner erkennt uns auf der Straße. Wir könnten jedes Verbrechen begehen, zum Beispiel das Geld unserer Firma unterschlagen und keiner wüsste wer es war. Aber das ist natürlich nur rein hypothetisch.
Ihr habt zusammen Kunstwissenschaft studiert. Wie seid ihr auf die Idee gekommen IS TROPICAL zu gründen?
Wir kennen uns an sich schon seit der Schulzeit. Gleiche Schule, gleicher Musikgeschmack – naja, da haben wir halt angefangen zusammen abzuhängen. Und weil’s draußen ganz schön kalt war, haben wir uns dann irgendwann einen winzigen Proberaum gesucht. Und in dem ist man beim Drummen dafür dann fast weggeflossen, oh man. Am besten beschreiben lässt sich die Gründung der Band aber mit dem Film „Point Break“. Der ist mit Keanu Reeves, kennt ihr den? Wir hingen halt am Strand rum, waren große Punk-Rock Fans und dann kam Gary in seinen Surferklamotten um die Ecke und wir haben ihm eine verpasst. Könnte jedenfalls so gewesen sein.
Ernsthaft. Wolltet ihr schon immer Musiker werden bzw. was würdet ihr jetzt tun, wenn das mit dem Vertrag bei Kitsunè nicht geklappt hätte?
Don: Ja, also ich wollte schon immer Musik machen. Gary: Nee, nicht wirklich! Naja, also als ich ganz klein war, wollte ich lieber Präsident der Vereinigten Staaten werden. Hab ja den amerikanischen Pass. Aber dann natürlich Musiker. Don: Aha. Jedenfalls wenn das mit dem Vertrag nicht geklappt hätte, würden wir natürlich trotzdem Musik machen. Es ist nicht das Label was uns ausmacht. Wir lieben Musik einfach.
Ihr habt diesen Sommer viel live und vor allem auf Festivals gespielt. Was waren eure Highlights?
Oh, das waren einige. Das Melt Festival war ziemlich gut. Da ist Gary auch auf den Bühnenmast geklettert. Popaganda in Schweden war aber auch nicht schlecht. Am meisten geflasht hat uns aber, als wir in ein Festival in Venedig gespielt haben. Wir sind immerhin eine englische Band. Wir hätten in Italien niemals so viel Feedback erwartet. Aber das Publikum hat sogar gepogt, das war echt toll.
Ihr sagtet gerade ihr seid eine englische Band. Ich habe allerdings gelesen ihr fühlt euch mehr als europäische Band?
Nee, am ehesten so als internationale Band. Wir wollen halt nicht nur in England spielen. Die meisten Engländer sind echt furchtbar. Und eingehüllt im Union Jack auf die Bühne treten und spielen, ist gar nicht unser Ding.
Ihr seid momentan wahnsinnig viel unterwegs. Was macht ihr wenn ihr mal einen Tag frei habt? Außer Skateboarden natürlich..
Skateboarden! Ansonsten halt abhängen und Läden nach coolen Klamotten abklappern. Wir versuchen natürlich auch ab und zu ein bisschen Kultur mitzunehmen. So das Landestypischste wenigstens. Normalerweise sehen wir bis auf den Club ja leider nicht viel von der Stadt. Aber wenn wir die Zeit finden, machen wir demnächst bestimmt mal wieder ein romantisches Picknick im Park (alle lachen).
Musik ist bei Kultmucke.de ein zentraler Begriff. Was für Musik hört ihr privat?
Ähm, momentan so’ne Band aus Frankreich. Und sonst so Crocodiles. Meistens lief der MP3-Player unseres Tour-Managers. Der hatte einen ziemlich guten Musikgeschmack. Wir mögen aber auch Pop. Wir sind große Lady Gaga Fans, die ist großartig. Und Taio Cruz (Gary fängt spontan an den Song „break your heart“ von Taio Cruz zu singen). Der ist echt inspirierend.
Heute Abend spielt ihr in Berlin und genauso heißt auch ein Song auf eurem aktuellen Album. Wie kam es dazu?
Naja, wenn wir ein Demo aufnehmen und noch keine Lyrics dafür haben, betiteln wir die Songs gerne erstmal nach dem Aufnahmeort und passen dann später den Titel an. Tja, und damals waren wir gerade in Berlin. So einfach. Aber irgendwie passte das dann später auch noch zum Song. Berlin ist ja auch ziemlich elektronisch oder? Und in dem Titel geht’s ja darum, um Musik und das Gefühl auf Droge zu sein.
In drei Stunden geht’s auf die Bühne. Habt ihr ein spezielles Ritual vor Auftritten?
Meistens haben wir nicht genügend Gästelisteplätze und versuchen dann all unsere Freunde über die Feuerleiter oder die Notausgänge in den Club zu bekommen. Oder wir machen ne Session bei Myspace und checken unsere Top-Fans aus. Obwohl, das wahr gelogen.
Dann vielen Dank Jungs und viel Erfolg auf der Bühne nachher. Oder gibt es noch eine Frage, die ihr schon immer mal beantworten wolltet?
Ja. Ihr könntet uns nach unseren Lieblingsfarben fragen!
Okay, und welche wären das?
Sansibarpink und Miamilightgreen. Wir lieben Komplementärfarben.
Gut zu wissen. Na dann cheers!
Photorights und mehr zur Band unter:
http://www.facebook.com/ISTROPICAL
Passt auch




















