Karneval der Kulturen – alles was du über das Kultevent wissen musst

In Berlin, Event-Highlights, Musik by Joseph

Jedem Berliner und mittlerweile auch jedem Zugezogenen ist der Karneval der Kulturen ein Begriff. Doch wofür steht das Fest eigentlich? Wie kam es zu der Idee den Karneval in der Hauptstadt zu etablieren? Schließlich ist Berlin im Gegensatz zu Köln oder Mainz nicht gerade als Karnevalshochburg bekannt. Wir haben für euch mal alle wichtigen Infos, Hintergründe und diesjährigen Änderungen zusammengefasst. 

Bunter Kulturaustausch – seit über 20 Jahren

1996 wurde am heutigen Tag der erste Karneval der Kulturen gefeiert – wenn auch noch in deutlich kleinerem Rahmen. Die Idee für eine mehrtägiges Straßenfest mit Umzug entstand in der Werkstatt der Kulturen, ein Neuköllner Projekt, das Begegnungen zwischen den Einwohnern aus 180 Ländern vereinfachen sollte. Seitdem zieht der KdK jährlich durch Kreuzberg und Neukölln um die kulturelle Vielfalt Berlins zu repräsentieren.Der Karneval der Kulturen entwickelte sich sowohl vor dem Hintergrund der wachsenden Internationalität Berlins wie auch als Reaktion auf den zunehmenden Nationalismus und Rassismus in den 90er Jahren in Deutschland. Das Ziel des Karnevals war es, die Vielfalt der Stadt zu feiern und Räume für Minoritäten in der Öffentlichkeit zu schaffen. Der Karneval war und ist eine klare Parteinahme für eine auf Inklusion aufgebaute Gesellschaft.

Berlins buntestes Straßenfest

Im Laufe der Jahre wuchs der Karneval zu einem viertägigen Straßenfest mit zahlreichen musikalischen und choreographischen Darbietungen. Auch ein Kinderkarneval ist mittlerweile im Standardprogramm enthalten. Damals wie heute steht der Gedanke des kulturellen Austauschs und des friedlich, fröhlichen Miteinanders im Vordergrund. Die Veranstaltung findet nun jährlich um Pfingsten herum statt und zieht rund eine Millionen Besucher an. Aber nicht nur die Besucherzahlen sind seit dem ersten Umzug gestiegen, auch die Zahl der Akteure hat sich stetig erhöht. Mittlerweile sind über 4000 Menschen an dem Spektakel beteiligt, unter anderem viele Gruppen aus Südamerika und Afrika.  Auch das Image der Hauptstadt profitiert von dem Straßenumzug. In den Medien ist der Karneval der Kulturen – nicht nur bundesweit, sondern global vertreten und zeigt Berlin als junge, fröhliche und weltoffene Metropole und trägt damit maßgeblich zum Berlin-Hype bei.

Ein Fest der Originalität

Bleibt die Frage, warum sich die Idee des KdK bei den eigentlich so karnevalsscheuen Berlinern durchgesetzt hat. Nun, erstmal geht es ja nicht um den klassischen Karneval der vor allem auf Traditionen beruht. Ganz im Gegenteil – der Karneval der Kulturen repräsentiert die Diversität und kulturelle Vielfalt der Spreemetropole. Gezeigt werden Performances aus aller Welt – brasilianischer Samba trifft Punk, indischen Bauchtanz und afrikanische Gesänge. Dabei versteht sich das Event durchaus als politische Veranstaltung. Die Veranstalter haben sich dem Ideal einer bunten, heterogenen, pluralistischen Gesellschaft verschrieben. Dabei  distanzieren sie sich ganz klar von jeglichem Rassismus, Antisemitismus, Homo- und Transphobie und nicht zuletzt von Pegida und Konsorten. Der Karneval ermöglicht so die Freiheit, die eine pluralistische Gesellschaft so dringend benötigt – wenn auch nur vier Tage lang. Schön, dass diese Idee unter den Berlinern so hohe Zustimmung erfährt.

Was ist neu?

Dieses Jahr gibt es einige Neuerungen. Der Streckenverlauf des Umzugs am Sonntag, den 20. Mai wurde umgekehrt. Gestartet wird dieses Jahr um 12:30 Uhr an der Yorckstraße / Ecke Großbeerenstraße. Die Route führt über die Yorckstraße, Gneisenaustraße und Hasenheide zum Hermannplatz, wo der Zug gegen 21 Uhr enden soll. Damit läuft der Zug dieses Jahr von Kreuzberg nach Neukölln. So soll der Umzug besser vom Straßenfest rund um den Blücherplatz getrennt werden. Das Straßenfest beginnt schon Freitags (16-24 Uhr) und geht über Samstag und Sonntag (11-24 Uhr) bis Pfingstmontag (11-19 Uhr). Außerdem gibt es ein neues Sicherheitskonzept. Ab einer Auslastung von 75 Prozent der Fläche werden die Zugänge zur Umzugsstrecke durch Ordner eingeschränkt. Ähnliches gilt auch für das Straßenfest. Das neue Sicherheitskonzept schlägt auch mit zusätzlichen Kosten zu Buche, auch wenn das Event erstmals einen Zuschuss von 830 000 Euro vom Etat der Senatskulturverwaltung erhält.

Bildnachweis:

Header:       Carnival Explosion – © Frank Loehmer
Foto oben:  Biafran Cultural Group – © Daniela Incoronato
Foto unten: Amasonia – © Frank Loehmer