KenFM

KenFM zu politisch, deshalb Abschaltung?

In Pass ma uff!, Very Berlin by Gastautor7 Comments

Neuigkeiten

 Mittwoch 09.11.2011: KenFM bleibt auf Sendung, jedoch wird er wohl etwas kürzer treten. Zumindest lässt das eine Pressemitteilung des RBB vermuten.

In den letzten Tagen ist viel miteinander gesprochen und es sind klare Absprachen für die Zukunft getroffen worden. Claudia Nothelle, Programmdirektorin des rbb, meint, dass Ken ein Moderator ist, „der die jungen Hörerinnen und Hörer für Politik begeistern und sie zum Mitwirken anregen will. Wir mussten aber leider erkennen, dass er in manchen Fällen die Grenze überschritten hat. Pointierte Meinung passt in die Sendung – aber nicht, ohne die journalistischen Standards einzuhalten.“

Wir sind gespannt wie sich die Show in den nächsten Wochen entwickelt und freuen uns, dass Ken Jebsen auf Sendung bleibt.

Dienstag 08.11.2011: Ab Sonntag wieder live Liebe FritzFreunde,

es wurden in den letzten Tagen sehr viele Gespräche geführt. Ein Ergebnis dieser Gespräche ist: Ken Jebsen wird ab Sonntag wieder senden. Alle Details zu dieser Entscheidung müssen wir für den Moment schuldig bleiben. Wir werden sie morgen nachreichen.

Stefan Warbeck
Programmchef Fritz (fritz.de)

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Nach dem heutigen Tag ist Ken Jebsen wieder auf der Homepage www.fritz.de als Teammitglied aufgeführt und der RBB und Radio Fritz haben eigene Darstellungen veröffentlicht. Die Mail von Henryk M. Broder ist wohl wirklich Anlass für die Abschaltung gewesen. Auch scheinen die Sender an einer Entkräftung der Vorwürfe interessiert. Aktuell finden Gespräche mit Ken Jebsen bezüglich der Vorwürfe statt und ein gemeinsames Vorgehen wird entwickelt. Trotzdem ist es sehr ungeschickt gewesen die Sendung ohne Worte und Stellungnahme auszusetzen. Eine Meldung àla „Es sind Vorwürfe gegen Ken Jebsen erhoben worden, die wir aktuell prüfen und deshalb wird die Sendung diesen Sonntag nicht ausgestrahlt. Wir bemühen uns den Sachverhalt so schnell wie möglich aufzuklären. Bis dahin spielen wir Musik.“ wäre schön gewesen. Die Löschung des Sendeformats und die zeitweise Löschung der Person Ken Jebsen von der Fritz! Homepage wirkt auch etwas deplaziert. Wir hoffen, dass es eine umfassende Untersuchung gibt. Bisher halten wir es mit einem der Leitsatz unseres Rechtstaats: „In dubio pro reo“ – „Im Zweifel für den Angeklagten“ und gehen von der Unschuld des Moderators aus. Alles weiteren Entwicklungen werden wir natürlich für euch hier festhalten.

07.11.2011, 16:44: Auch der RBB hat ein Statement abgegeben.

07.11.2011, 12:45: Eine erstes Statement von Radio Fritz.

07.11.2011, 12:00: Ken Jebsen ist auf der Website von Radio Fritz wieder im Team vertreten.

 

Ein Kommentar von Robert S.

Quelle: http://www.flickr.com/photos/fritzde/sets/72157625484591286/detail/

Heute ist in der Berliner Medienlandschaft etwas passiert, worüber wir berichten müssen. Wir sind entsetzt und wollen euch einen Überblick geben, was bisher klar ist. Es steht fest, dass heute die Sendung „KenFM“ von „Radio Fritz!“ und „Sector_b“ kurzfristig abgesagt und nicht ausgestrahlt wurde.

So. 06.11.2011 13:52 Uhr KenFM Facebook Page:

DIESE SENDUNG WURDE VOR WENIGEN MINUTEN AUFGRUND POLITISCHER DISKREPANZEN VON OBEN ABGESCHALTET. GRUND: WIR SIND ZU POLITISCH!!

Für alle die „KenFM“ nicht kennen, ein kleiner Exkurs: Ken Jebsen ist ein deutscher Journalist, der seit zehn Jahren auf dem Jugendradiosender „Fritz!“ seine vierstündige Sendung „KenFM“ moderiert. Die Sendung dreht sich um junge Musiker, Menschen aus alternativen Nischen wie Poetryslamern, Buchautoren, Schauspielern, etc. und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Berichterstattung in den Medien. Dafür gibt es beispielsweise die Rubrik „die Presseschlau“ in der Jebsen mit einem lokalen Zeitungsverkäufer über die Schlagzeilen der letzten Woche unterhält und die Rubrik „RückblicKEN“ in der politische Ereignisse der letzten Tage kommentiert und bewertet werden. Dabei setzt sich der Moderator für Demokratie, Meinungsfreiheit und einen kritischen Umgang mit der Berichterstattung in Deutschland auseinander. 2007 erhielt Jebsen mit seiner Kollegin Susanne Wündisch den europäischen CIVIS Preis für einen Kurzbeitrag über eine junge Kurdin, die über ihren Alltag und den steinigen Weg der Integration berichtete. „Ausgezeichnet werden Hörfunk- und Fernsehbeiträge, die sich in besonderer Weise mit den Themen Zuwanderung, Integration und kulturelle Vielfalt beschäftigen und geeignet sind, das friedliche Zusammenleben in der europäischen Einwanderungsgesellschaft zu fördern“ (vgl. rbb-online bzw Link aus dem letzten Satz).

Heute jedenfalls wurde die Sendung ausgesetzt, das Format von der Homepage „www.fritz.de“ entfernt, Ken Jebsen vorübergehend aus dem Team gelöscht und stattdessen ein vierstündiger „Soundgarden“ gespielt. Eigentlich keine große Sache, dass ein Sendeformat nicht mehr zum Sender passt und deshalb aus dem Programm fliegt. Aber eigentlich gibt es dann erst eine Ankündigung der Absetzung. Bis Montag Nachmittag gab es keine offizielle Äußerung von „Radio Fritz!“ oder eine offizielle Beschwerde gegen die Sendung. Waum also kam es zu Abschaltung, von der nur aus der Facebook-Fanseite von „KenFM“ zu erfahren war? Laut einer gerade veröffentlichten Tonaufnahme von Ken Jebsen, wurde eine Mail von „Henryk M. Broder“ als Anlass genommen um den Stecker zu ziehen. Das jedoch wurde weder im Radioprogramm noch auf der „Fritz!“-Homepage oder der vom RBB publiziert.

Ken Jebsen äußert sich:

Ich kenne die Sendung nun schon viele Jahre und habe mich immer gefreut, wenn ich denn Sonntags Zeit fand mich dieser zu widmen und ein wunderbares Programm erlebt; eine Sendung, die vom Format des Moderators lebt und mit viel Charme, Intelligenz und Sarkasmus zu überzeugen weiß. Oft wurde Jebsen auch wegen seiner unkonventionellen und teilweise sehr kritischen Berichte kritisiert.

Wir berichten natürlich weiter und hoffen das KenFM auf Sendung bleiben kann. Wir glauben Initiativen die sich gegen Rassismus, Vorurteile, Volksverdummung und Propaganda einsetzen!
Bildquelle: http://www.flickr.com/photos/fritzde/sets/72157625484591286/detail/

  • SchlimmSchlimmSchlimm.
  • http://www.youtube.com/watch?v=UN01UP3BEMs&feature=relmfu Robbi

    Hey SchlimmSchlimm,

    Wir finden Super, dass du versuchst durch den verlinkten Artikel die Debatte zu bereichern. Leider fehlen uns die Quellen Nachweise im Artikel.

    Wir haben dafür mal eine bekannte Stellungnahme Jebsens zum 11.Semptember herausgesucht. http://www.youtube.com/watch?v=hTG5F5vHna8
    Es ist darin für uns keine Verschwörungstheorie auszumachen, viel mehr eine Aufforderung einen unabhängigen Untersuchungsausschuss auf den Anschlag anzusetzen. Sicherlich bedient sich Ken Jebsen als geschulter Journalist rhetorischer Mittel und einer gewissen Polemik und Übertreibung. Jedoch wurden diese Mittel auch eingesetzt um die Anschläge als Kriegsgrund zu gebrauchen.

    Wichtiger ist uns dann aber auch, dass der langjährige Fritz!-Mitarbeiter Jebsen wegen einer privaten Youtube Nachricht mit dieser Methodik und ohne offizielle Stellungnahme aus dem Programm gestrichen und aus der Homepage gelöscht wurde. Es ist alarmierend, dass solche Maßnahmen 2011 ergriffen werden. Das erinnert einfach auch an den Umgang mit politisch Andersdenkender in der DDR und das ist nur 21 Jahre her und heute wird dem Anschein nach nicht für den Angeklagten entschieden und der Vorfall erstmal geprüft? Normalerweise hätte doch eine Stellungnahme durch die Sendeanstalt an erster Stelle kommen müssen.

    Robbi

  • André

    Ken hat Euch doch beigebracht selbst zu denken und nicht alles hinzunehmen, was ihr in den Medien erzählt bekommt. Auch Ken ist in den Medien… Vielleicht was das alles gar nicht so kurzfristig, vielleicht auch abgesprochen?! Hätte nur weniger Echo gegeben, wenn man dass zugeben würde….

  • Harry Gambler

    Henryk M. Broder sollte man wegen Mobbing verklagen. Offensichtlich haben durch den öffentlichen Protest der rbb Angst bekommen, denn Zensur ist nun mal in einer Demokratie, egal wie schlecht sie organsiert ist, verboten.
    Zur Erinnerung der Mobbing-Fall bei der ARD.
    „Ex-Generalsekretärin und Mobbing-Opfer Verena Wiedemann erhält 600 000 Euro“.

    http://wp.me/puNcW-1UM

  • Gracia

    Jebsen verp*** Dich – keiner vermisst Dich! Alter antifa Spruch!

  • HalliHallo

    Am Sonntag ist er wieder auf Sendung… :-)

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