Musik Events Berlin

Very Berlin

30. Dezember 2012 – Autor:

Morgen ist es schon wieder so weit. Die Nacht, in der alle durchdrehen und in der mehr Konfetti und Glitzer in Räumen und auf menschlichen Häuptern verstreut wird als zu Karneval, steht bevor. Die Nacht, in der alles geht und nichts muss. Die Nacht, in der noch mal so richtig Gas gegeben wird, bevor man in ein neues Jahr startet, in dem dann endlich alles besser und man selbst ernsthafter wird. Silvester. New Year’s Eve. Neujahr. Wie jedes Jahr. Das ist diese eine Nacht, die größer und schöner sein soll als alle anderen 364 Nächte des vergangenen Jahres. Eine Nacht, die den Ton angibt für das was kommen wird im kommenden Jahr.  Die Liste der schönen und hässlichen Dinge, die in einer Silvesternacht keinesfalls oder aber auch unbedingt fehlen sollten, ist schier unendlich. Wir haben uns mal in unsere Erinnerungen gestürzt und uns ein paar Gedanken gemacht, über die Dos und Dont’s zu Silvester. Unsere Favoriten findet Ihr hier:

1. Zu wenig vorplanen:

„Ja, wir wollen schon irgendwie feiern… Wo? Naja, we’ll go with the flow, wa’?!“ Wer kennt das nicht. Eigentlich möchten alle so richtig gerne auf einer tollen Party in’s neue Jahr flowen, aber darüber nachdenken, wo der Flow stattfinden könnte, möchte dann doch keiner. Wir sind ja schließlich alle „super spontan“ – und dann doch um Fünf vor Zwölf vor der Glotze eingeschlafen…

2. Zu viel vorplanen:

“Ich hab schon ein Ticket, im Super Duper Early Bird Tarif kosten die nur zweiundfünfzig Euro!”  Zu viele Pläne versauen bekanntlich jegliche Spontanität – sind aber auch nicht unbedingt schlecht in Anbetracht der unendlichen Partymöglichkeiten in der Neujahrsnacht. Vierzig überteuerte Euro werden also schon Anfang November in ein Ticket für diese eine coole Location mit den ganzen Star-DJs ausgegeben. Am Ende schafft’s dank vielerlei blubbergetränkbedingten Zuständen beim Vorglühen aber keiner überhaupt noch vor die WG-Tür.

3. Um Mitternacht auf (Berlins) Straßen stehen:

“Ey, spinnst du?! Meine Haare brennen!” Wer die Silvesternacht in Berlin so richtig live und mittendrin erleben möchte, der soll das gerne tun. Es lohnt sich! Dennoch sollte man sich für den Liveauftritt vielleicht nicht unbedingt die Straßen im Prenzlauerberg, Friedrichshain, Kreuzberg oder Neukölln aussuchen – es sei denn, man hat kein Problem mit abgefackelten Frisuren und Hörstürzen vom Böller, der einem nahe am Gesicht explodiert. Falls ganz klug und weise eine Location weitab der Straße gewählt wurde, ist natürlich dennoch Vorsicht anzuraten: um Mitternacht keinesfalls zu nah neben der zu öffnenden Sektflasche stehen!

4. Um kurz vor Mitternacht “mal eben” noch schnell die Location wechseln:

“Ne, oder? Es ist zwei Minuten vor zwölf und ich steck hier in der Bahn fest. Stoß ich halt mit dem lallenden Typen in Unterhose mir gegenüber auf’s neue Jahr an!” Merke: Der Nahverkehr ist ein schwieriges Thema. Und besonders die allen Berlinern bekannte Nahverkehrsgesellschaft mit den drei großen Buchstaben ist ein lustiger Verein, der zwar schon gerne nach Fahrplan agiert, aber eben nicht immer. Und an Silvester, wenn nicht nur der Nahverkehr sehr lustig ist, sondern auch die Fahrgäste die Party auf den Gleisen und in den Bahnen eröffnen, dann kann das gerne auch mal länger dauern. So ein „mal eben“ wird dann gerne – “mal eben” – zu zwei Stunden.

5. Frösche küssen:

“Und dann hat die plötzlich mit dem komischen Typen mit dem roten Glitzerzylinder und dem hässlichen Klebebart Limbo getanzt…” Naja, Kann schon mal passieren, dass man auf der kleinen WG-Party unter Freunden irgend einen Frosch (oder eine Fröschin) zum obligatorischen Mitternachtskuss abknutscht, an den man am nächsten Tag nur noch schemenhafte Erinnerungen hat. Keine Angst, denn die werden garantiert durch die anderen Partygäste fotografiert und detailgetreu im kommenden Jahr zu jeder Gelegenheit wiedergegeben.

6. Liebesbekundungen um Mitternacht:

“Mama, danke dass du mir doch immer wieder den Arsch rettest und die Wäsche wäschst. Ich hab dich voll lieb!” Liebesbekundungen sind natürlich wichtig. Und weil Silvester so ein wahnsinnig wichtiger, entscheidender Abend ist – besonders um Mitternacht – müssen auch genau dann wahnsinnig wichtige und entscheidende Dinge gesagt werden. Das ist alles soweit richtig und gut, sollte man meinen. Aber die Großstadthandynetze geraten bei der jährlichen Flut an Bekundungen auch gerne mal ins Straucheln und machen dann mal eben Jahres(beginns)urlaub. Wenn Ihr also Mutti Eure Liebe gerne persönlich in den Hörer lallen wollt, dann vielleicht schon um Fünf vor Zwölf – oder am folgenden Tag, wenn das Lallen sich in ein angenehm sanft kratziges Katerstimmchen verwandelt hat.

7. Neujahrsvorsätze und Altjahreslasten:

„Ich werde auf jeden Fall endlich aufhören zu rauchen, mehr joggen gehen und mich beruflich verändern!“ Einer dieser Vorsätze, die man sich gerne zum neuen Jahr ausdenkt und sich zur Bestätigung ihrer absoluten Ernsthaftigkeit um Mitternacht heimlich noch schnell selbst vorflüstert. Eine schöne Idee und sicher auch nicht ganz nutzlos. Wenn da nur nicht das leidige alte Problem wäre, diese Neujahrsvorsätze dann auch einzuhalten. Deshalb sollte man sich an dieser Stelle vielleicht fragen, ob man aus dem leisen Selbstbeflüstern eine Absprache für die gesamte Partygemeinde macht. Dann wären wenigstens alle informiert – und hätten was zu lachen, wenn man im kommenden Jahr wieder qualmend und mit einer Nummer größer aus dem Skinny Jeans Regal in der Ecke steht und „3, 2, 1 Happy New Year!“ brüllt!

In diesem Sinne: “Pass ma uff!” und Prost, Cheers und ein frohes neues Jahr, liebe Kultmucke.de-Leser! Auf dass es auch im kommenden Jahr tonnenweise Konfetti auf Eure Häupter regnen mag…

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  • Frank Lavario

    Lustiger Artikel, wohl wahr ;) und wo bleiben jetzt die Kommentare dazu? Neujahr, halb Acht, immer noch alle mit hangover?

  • http://www.youtube.com/watch?v=Eh44QPT1mPE Alex

    Na scheinbar! Eine gewisse Regenerationsphase muss man wohl einkalkulieren.. ;-)

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