Read + Listen: Rhonda

In Berlin by Martin

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Berlin hat den Fernsehturn, ein international hoch geschätztes Nachtleben und dank eines ehemaligen Bürgermeisters auch den unvergleichlichen Stempel „arm aber sexy“ aufgedrückt bekommen. Was unsere Spreemetropole jedoch nicht hat, ist eine Band wie Rhonda. Und deswegen haben wir bei Kultmucke uns entschieden, das Fünfergespann einfach zu uns zu holen.

Retromanie hin oder her, ein Trend ist immer nur so gut wie die Menschen, die ihn am Leben halten. Als Amy Winehouse oder Duffy vor Jahren zum Neo-Soul-Revival ansetzten, war in Deutschland weit und breit keine Konkurrenz in Sicht – bis Milo Milone und ihre Compagnons von Rhonda schließlich auf den Plan traten. In Hamburg gegründet bewies das Quintett bereits mit seinem Debüt „Raw Love“, dass es der internationalen Konkurrenz in nichts nachstand. Mit „Wire“ legen die Hanseaten nun ein geladenes Zweitwerk nach, dessen Release durch eine passende Tour begleitet wird. Wir unterhielten uns mit Frontfrau Milo über die Entstehung der Platte und möchten einen Leser, plus Begleitung, zu der Berlinshow, am 16. März im Frannz Club einladen.

Es ist schon eine Weile her, seit wir euch vor unserem Diktiergerät hatten. Wie ist es euch in der Zwischenzeit ergangen?

Oh ja! Das war schön mit euch! Es ist uns sehr gut ergangen. Ich bin zwischendurch Mutter geworden und wir haben eine neue Platte geschrieben, die nun ja auch endlich rauskommt. Und getourt haben wir natürlich wie immer viel.“

Locker und lässig kommt ihr dieser Tage mit „Wire“ um die Ecke. Welche Ziele, Wünsche und Hoffnungen habt ihr in dieser Platte verpackt – sowohl persönlich als auch als Kollektiv?

„‚Wire‘ zeigt ein bisschen den Reifeprozess, den die Band durchlebt hat, würde ich sagen. Ich glaube, wir haben unseren Weg gefunden und den auch genauso umgesetzt, wie wir es wollten. Die Songs sind filmisch und teilweise persönlich, jedoch auch unserem Anspruch treu, für jeden zugänglich zu sein. Daher gibt es auch hier wieder eine große Interpretationsebene. Und wir haben eng zusammengearbeitet. Diesmal auch wirklich von den ersten Tönen an!“

„Wire“ habt ihr gemeinsam mit dem Filmorchester Babelsberg eingespielt. Das muss ein besonderes Erlebnis gewesen sein, oder? Was könnt ihr zu dieser Zusammenarbeit berichten?

„Wir hatten das Glück, diese Show in Potsdam zu spielen und für jeden von uns war das ein absolutes Musiker-Highlight.“

Nach der Show war uns und auch allen anderen Beteiligten irgendwie total schnell klar, dass das keine einmalige Sache gewesen sein darf.

„Und dann kam der Entschluss, das Orchester für die Platte aufzunehmen. Wir sind wahnsinnig glücklich damit!“

Wie werdet ihr den orchestralen Big-Band-Charme von „Wire“ auf die Bühne transportieren? Oder distanziert ihr euch dort bewusst von diesem?

„Die Songs wurden ohne Orchester geschrieben, also funktionieren sie live auch super ohne dieses. Hier und da ist vielleicht auch mal ein Gastmusiker dabei, und sowieso soll die Potsdam-Show nicht die letzte mit Orchester gewesen sein. Es wird spannend!“

Was lief während der Arbeiten an „Wire“ auf euren heimischen Abspielgeräten? Oder habt ihr diese bewusst auf Sendepause gestellt?

„Anders als normalerweise habe ich mir ‚Wire‘ nicht ständig angehört. Ich wollte jedes Mal frisch rangehen. Bei mir lief einiges an 70er-Rock, aber auch viel alter Soul und am Ende ganz schön viel Hip Hop.“

Milo, bei unserem Gespräch damals und auch eben erwähntest du es bereits: Du bist Mutter geworden. Hat das dein Songwriting in irgendeiner Art beeinflusst?

„Mutter zu werden und parallel eine Platte zu releasen, war auf jeden Fall eine sehr spannende Kombination. Aber es hat wirklich gut geklappt. Otis ist ein super Typ und hat mein Musikmachen von Anfang an super angenommen. Er wirkt sogar so, als hätte er selber dauernd Bock aufs Musikmachen. Er ist ja fast schon zwei und trommelt auf dem Schlagzeug oder dem Klavier rum. Er erdet mich auch wahnsinnig. Selbst, wenn die kreativen Phasen eingeschränkter werden, sprudelt es aus mir heraus, sobald ich Zeit dafür habe.“

Was tut ihr gegen kreative Krisen?

„Ein guter Punkt. Ich versuche meistens nicht, mich zu zwingen, irgendwie kreativ zu werden, denn dann geht das meistens schief. Erst einmal akzeptiere ich diesen Zustand, zumindest für eine gewisse Zeit, und versuche herauszufinden, was mir die Power zum Kreativsein wiedergeben könnte. Das ist auch jedes Mal irgendwie etwas anderes. Manchmal hilft es mir, ganz andere Dinge zu singen, zu spazieren oder sogar eine kleine Reise zu machen.“

Das Leben kann so schnell stressig werden, da ist es wichtig, auf sich zu hören und sich Pausen für sich selbst zu nehmen. Erst dann kannst man wieder kreativ sein.

Listen: Rhonda

Gewinnspiel

Um Tickets für den Auftritt von Rhonda, am 16.03.2017 im Frannz-Club zu gewinnen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff „Rhonda“ an martin@kultmucke.de. Einsendeschluss ist Freitag, der 24.02.2017. Unter allen Teilnehmern verlosen wir 1×2 Gästelistenplätze. Bitte nennt euren vollen Vor- und Zunamen in der von euch geschickten Nachricht. Viel Erfolg!