Read + Listen: Vittoria Fleet, Fangirls & Jim Hickey

In Berlin by Martin0 Comments

Lange schon hatten wir den Plan, einen Abend zu organisieren, an dem sich mehrere Acts aus unserer Kolumne „Kultverdächtig“ die Bühne teilen würden. Doch wie es leider allzu oft ist, verlor sich diese Idee im Laufe der Zeit aufgrund gut gefüllter Schreibtische und etlicher anderer Dinge, die es stattdessen zu tun galt – bis schließlich eine Anfrage an uns herantrat.

„Kennt ihr ein paar Bands oder Künstler, die Lust auf ein gemeinsames Konzert mit uns hätte?“, fragte uns Allan Shotter, eins der beiden Soundgenies hinter dem Projekt Vittoria Fleet vor ein paar Wochen. Eine solche Gelegenheit konnten wir uns nicht entgehen lassen und empfahlen umgehend das Berliner Art-Wave-Duo Fangirls und den maltesischen Songwriter Jim Hickey als Supports. Dank Shotters Vertrauen in unsere Vorschläge – und aussagekräftige Youtube-Verweise – dürfen wir zwei von euch Lesern am 04. Mai zu einem echt kultverdächtigen Abend schicken und laden alle anderen ganz herzlich zu diesem ein.
Im selben Zuge schnappten wir uns natürlich auch alle Beteiligten, baten sie vorab um Interviews und Hörproben, um unserer Vorfreude noch mehr Ausdruck verleihen zu können.

Kultmucke präsentiert Vittoria Fleet, Fangirls und Jim Hickey im Marie Antoinette.

Vittoria Fleet

Ihr habt zwei Platten veröffentlicht, wart aber bisher noch nicht wirklich live in unserer Hauptstadt zu sehen. Wieso?

„Wir waren sehr darauf fokussiert, neue Musik zu schreiben und gleichzeitig unser Privatleben auszubalancieren. Als wir von London nach Berlin zogen, verbrachten wir viel Zeit damit, uns einzuleben, Jobs und Wohnungen zu finden, Deutsch zu lernen, ein Studio zu organisieren und so weiter. Irgendwann hat uns das Leben selbst dann einen Wink gegeben. Wir spielten letztes Jahr auf einem Festival in Prag und waren enorm begeistert. Danach entschieden wir, uns 2017 auf das Spielen von Konzerten und das Treffen unserer Fans konzentrieren zu wollen.“

Eine Show wie die anstehende zu kuratieren bringt Stress, aber sicher auch Freude mit sich. Was denkt ihr?

„Bisher geht es noch. Wir sind uns aber sicher, dass je näher das Ganze rückt, so größer auch der Druck werden wird. Am Ende ist es aber für einen guten Zweck. Es ist sicher schön, herauszugehen und Leute zu treffen. Immerhin ist es schade, wenn Musik nur im Internet oder den Kopfhörern der Menschen lebt.“

Unsere eigene Show zu planen, erlaubt uns, zu entscheiden, wo, wann und mit wem wir auftreten wollen.

Wie glücklich seid ihr denn mit euren Supportbands?

„Enorm glücklich! Wir hatten die beiden Acts schon im Blick, bevor wir überhaupt begonnen haben, an Details für das Konzert zu denken. Und uns war klar, dass das gut passen könnte. Neben anderen Live-Künstlern statt DJs spielen zu können, fühlt sich gut an. Wir können es kaum erwarten, sie auftreten zu sehen.“

Was macht ein Konzert aus Sicht eines Musikers zu einem großartigen Konzert?

„Zweifelsohne das Publikum. Wenn man sich als Musiker mit ihm auf die richtige Art und Weise verbinden kann, kann daraus etwas wirklich Aufregendes entstehen. Das ist eine Wechselwirkung, denn wenn auf der Bühne Energie entsteht, kann man diese zurück zu den Zuhörern schicken. Ein geteiltes Erlebnis.“

Fangirls

Inwiefern passt ihr gut in das Line-Up des Gigs am 04. Mai?

„Alle Acts waren ja auch schon bei Kultverdächtig‘ dabei. Es wird schön, eine Bühne zu teilen!“

Ihr habt in den letzten Monaten recht viele Konzerte in Berlin gespielt. Wie war die Resonanz?

Wir wollen viel live spielen. Das ist einfach der ehrlichste Moment, wenn man Musik macht.

Außerdem hat sich unser Sound seit ‚Blood‘ und ‚Bodies‘ sehr verändert, was total eng mit unseren Auftritten verbunden ist. Wir sind lauter und rauer geworden. Das wirkt sich auf jeden Fall auf die neuen Aufnahmen aus, an denen wir momentan arbeiten und die wir innerhalb der nächsten Monate veröffentlichen werden. Als wir neulich Vorband für Moonwalks in der Kantine am Berghain waren, haben wir extra unsere Erwartungen runtergeschraubt und uns gesagt, dass für die Vorband vielleicht keiner kommt beziehungsweise bleibt. Aber es war mega viel los und es ist ganz viel daraus entstanden. Wir waren total baff.

Ihr habt es angedeutet, wann dürfen wir denn neue Songs von euch erwarten? Oder sogar eine EP beziehungsweise ein Album? Gibt es schon Pläne?

Momentan haben wir besagte zwei Songs draußen. ‚Blood‘ und ‚Bodies‘, die letztes Jahr rauskamen. Wir haben beide mit Videos auf YouTube veröffentlicht und seit einer Weile gibt es sie auch bei iTunes, Spotify und Soundcloud. Wir glauben, dass wir das mit der neuen Welle Songs genauso machen wollen: sie einzeln mit Videos veröffentlichen und dann auf den anderen Plattformen hochladen. So kommt regelmäßig etwas und die Arbeit ohne Label wird uns erleichtert. Wir können es kaum erwarten, neue Aufnahmen vorzeigen zu können, denn der Sound hat sich wie gesagt sehr organisch verändert. Es mischt sich jetzt irgendwie mehr Grunge und California mit hinein. Es gibt oft auch sehr punkige Parts. Das wollten wir von der Bühne in die Aufnahmen bringen.

Was kann man tun, um Fangirl oder Fanboy eurer Band zu werden?

Man kann uns auf Facebook, Soundlcoud, Spotify, YouTube und Instagram folgen, zu unseren Gigs kommen und sich Sebastians Gesicht auf den Arsch tätowieren lassen, wenn man ein richtiges Fangirl oder ein richtiger Fanboy sein will. Haben schon viele gemacht und es werden immer mehr.

Jim Hickey

Freust du dich schon darauf, am 04. Mai im Marie Antoinette aufzutreten?

„Definitiv! Jeder Auftritt ist spannend und dieser ganz besonders, da ich zum ersten Mal neues Material präsentieren werde. Meine letzte Veröffentlichung liegt schon ein wenig zurück. Es ist sehr erleichternd, etwas Neues zu haben, das man mit den Hörern teilen kann.“

Was macht elektronische Musik aus deiner Sicht interessant?

Aufgrund ihrer vielen losen Wurzeln ist elektronische Musik sehr einzigartig.

„Rockmusik zum Beispiel erwuchs aus der Blues-Tradition heraus, aber als Electrokünstler kannst du in deiner Entwicklung auf so viele verschiedene Traditionen, Stile und Ausdrücke zurückgreifen. Außerdem ist es auch ein wenig festgeschriebenes Genre, wodurch man seine Arrangements frei gestalten und instrumentieren kann. Es gibt elektronische Musik mit Drums und Gitarren, Digital Noise, Ambientsounds, formlose Tracks oder welche mit sehr klassischen Songstrukturen. Das ist aufregend. Keine erwartet, dass du den Regeln, die dich sonst am Boden festkleben lassen würden.“

Wie wichtig sind Gigs wie eurer für die Berliner Musikszene?

„Zuerst muss ich sagen, dass es wahnsinnig belohnend für einen selbst ist. Es macht Spaß! Seit ich fünfzehn war, bin ich mehr oder weniger regelmäßig aufgetreten. Bis heute werde ich dem nicht müde, denn dadurch besteht eine Möglichkeit des Austauschs zwischen mir und denen, die zuhören. Ich habe die Chance, zu sagen, was ich zu sagen habe, und das Publikum kann darauf reagieren. Dieser Aspekt fühlt sich unglaublich mächtig an und macht süchtig, unabhängig davon, wie das Feedback auch ausfallen mag.“

Inwieweit sind Liveshows das Blut in den Venen eines Musikers?

„Das hängt ganz vom Künstler ab. Die meisten brauchen es aber, auf der Bühne zu stehen. Aus welchen Gründen auch immer. Manche fallen fast in Ohnmacht, bevor sie das Publikum erblicken, andere können es kaum abwarten. Egal, wie es einem auch gehen mag, es ist eben die Chance schlechthin, sich mit den Hörern zu verbinden.“

Listen: Vittoria Fleet, Fangirls & Jim Hickey

Gewinnspiel

Um Tickets für den Auftritt von Vittoria Fleet, Fangirls und Jim Hickey, am 04.05.2017 im Marie Antoinette zu gewinnen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff „Kultverdächtig“ an martin@kultmucke.de. Einsendeschluss ist Freitag, der 21.04.2017. Unter allen Teilnehmern verlosen wir 1×2 Gästelistenplätze. Bitte nennt euren vollen Vor- und Zunamen in der von euch geschickten Nachricht. Viel Erfolg!

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