#26 – “Turn Around” mixed by Mount Y

In Musik by Fräulein Frutkoff

Genre:

Gegenwart. Hier. Jetzt. Heute. Es ist Montag. Es ist spät. Die Gedanken kreisen, das Herz blickt zurück, der Verstand nach vorn. Der Blick zurück fällt schwer. Der nach vorne, noch viel mehr. Erst kürzlich ertappte ich mich genau bei diesen Gedanken, bei diesem Satz. Und wieder und wieder stelle ich fest, dass es gerade die Selbstreflexion ist, diese Blicke zurück aber auch jene nach vorne, die uns das Leben gerne mal schwer machen können. Sei es, dass wir in den schönsten Erinnerungen schwelgen, Träume in Seifenblasen jagen, jemandem oder etwas nachtrauern oder auch den Schulterblick aus Demut wagen. Die Qual – egal, in welcher Form – bleibt. Natürlich. Menschlich.

Egal, ob positiv oder negativ betrachtet. Egal, ob bezogen auf das Leben, die Liebe oder die Lust. Egal, ob mit weltlichem, spirituellem oder geistlichem Ansatz. Egal, ob rational oder emotional. Unabhängig von Politik und Wissenschaft. Frei von Zwängen und Konventionen. Egal, ob voller Wehmut und Sehnsucht, ob aus Freude, um des Friedens willen, der Liebe wegen oder voller Schmerz. Einerseits blockieren wir uns – gefangen in der Vergangenheit, verloren in der Zukunft – mit dem Denken der Gedanken, dem Träumen vom Morgen und dem Vergessen von gestern.
Andererseits gelingt es uns aber auch nur schwer – und zumeist verbunden mit brennendem Schmerz – einen Schritt zurückzugehen. Warum auch, heißt es doch schon immer man solle den Blick nach vorne richten, vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Doch, was wenn du gerade hier und jetzt, genau in diesem Moment, jenen Schritt zurückwagen müsstest, um überhaupt erst in die Zukunft blicken zu können? Wärst du bereit? Was würde es brauchen, damit du es wagst? Damit du sprichwörtlich über deinen Schatten springst? Mut? Kraft? Hoffnung?
Und was, wenn ein Schritt nach vorne, gefordert, hier und jetzt, den Blick zurück nicht erlaubt? Bedingt das eine, das andere? Warum fällt uns so schwer? Ist es Unsicherheit? Sind es Zweifel? Was wäre denn, wenn dieser Schritt, eben der eine zu viel wäre? Verpasst? Versäumt? Verträumt? Und was wäre denn, wenn dieser eben zu nichts führt? Zu nichts außer Enttäuschung, Trauer, Wut oder Zorn? Bringt er, wage ich das eine oder das andere, ehrlich und gewollt, doch vielleicht auch Glück und Frohsinn? Erlöst, befreit?

 I can’t tell what’s right or wrong
You could turn around …*

Die Wende – in einem Moment, in jenem Augenblick, für das eigene Glück – so oder so herbeizuführen, scheint ein Wagnis, das wir oftmals nur ungern eingehen. Betrachtest du diesen vermeintlichen Schritt oder Blick zurück jedoch vielmehr als einen nach vorne, also mehr als ein Aufeinanderzugehen, verstehst ihn als eben jene Wende, kann es doch auch etwas ganz wunderbares zu erfahren geben. Beeinflusst eine Wende in jeglichem Sinne doch sowohl Vergangenes als auch Gegenwärtiges aber eben auch das Kommende. Oder nicht? Sicherlich. Vermutlich. Gutes aber vielleicht auch Schlechtes. Schönes aber vielleicht auch Hässliches. Liebevolles aber vielleicht auch Hasserfülltes. Das vermag ich nicht zu wissen. Niemand weiß es. Und doch lässt sich erahnen, dass am Ende des Gedankens, sich eine Tür öffnen wird, schließt man eine andere.

Schließt ab. Schließt auf. Schließt an.
Immer. Wieder. Immer wieder.

Ich schließe nun auch mit meinen Gedanken ab, obwohl ich noch Stunden weiter philosophieren könnte, um das Für und das Gegen, das Vielleicht und das Eigentlich, aufzuwiegeln und abzuklopfen. Doch es ist schon spät und ich möchte euch nun endlich unseren heutigen Gast und meine Muse vorstellen. Im Grunde reicht mir hierfür ein Wort. Ein Wort, das all seine Facetten – sicherlich auch die mir unbekannten – in einem beschreibt: Herzmensch. Er ist 25 Jahre jung. Er ist ein echtes Wendekind. Er versteht die Welt als seine Heimat. Er lebt und lebte in Querfurt, Leipzig, Berlin und Australien. Er liebt und lebt die Musik. Er ist heute unser Gast. Er heißt Carlo. Er ist mein Berg. Und vielleicht auch bald deiner? Er ist Mount Y.

Heimat: Welt
Beruf: Mensch

Bereits seit 2006 musiziert der junge Querfurter Freigeist und engagiert sich so, voller Hingabe und gemeinsam mit seiner heimischen Crew für seine Region – aber auch immer ein Stück für den Weltfrieden. Mit seinem neuen Projekt – Mount Y – ist er gerade erst seit Anfang dieses Jahres am Start. Aktuell ohne Label, doch aber mit jeder Menge Herz und Verstand, frönt er seiner Passion. Seine Liebe zum schwarzen Gold ist seit dem ersten Mal hinter den Decks ungebrochen. 100% Vinyl. Ehrensache. Und obgleich er offen für alle Genre ist, so ist er doch ursprünglich und tief im Discosound verwurzelt – damals wie heute. Stilistisch möchte sich das junge Talent dennoch nicht auf einen bestimmten festlegen lassen. Nicht nur, um die Grenzen für all die Musik, die ihn berührt offen zu halten, sondern auch um sich selbst zu verwirklichen – unbefangen und frei. Frei von von eben jenen Konventionen.

Hauptsache ehrliche Musik,
die einen berührt.

Für seinen Mix hat der passionierte Musiker mit sehr viel Liebe und Bedacht besonders schöne und zeitlose Schmuckstücke herausgepickt und schafft es einmal mehr die Musik zu nutzen, um seinen Gedanken eine Stimme zu geben. Mit wunderschönen Klassikern und noch nie gehörten auditiven Verlockungen entführt er uns auf eine kleine Reise. Eine Reise in seine Welt der Musik. Eine Reise, die auch dich inspirieren und berühren wird, lässt du es nur zu: unser Podcast Numero 26. Für euch. Von und mit Mount Y.

Musik an. Welt aus!

Enjoy & Support!
Euer Fräulein Frutkoff

Tracklist – Kultmucke Podcast #26 mixed by Mount Y

  1. Bebetta Conrady – Shame (Rampue Remix)
  2. Joy Wellboy – Before The Sunrise (Dixon Remix)
  3. Brodka – Varsvovie (Eltron John Dub)
  4. Christian Pommer – The Lost Originals (Christian Löffler Remix)
  5. Sailor & I – Turn Around
  6. Mano Le Tough – Everything You Done Before (Dixon Remix)
  7. Moderat – Bad Kingdom (Koze Remix)
  8. Mano Le Tough – In My Arms
  9. Edu Imbernon & Los Suruba – Punset
  10. Mano Le Tough – Started Running
  11. Gui Boratto – Beautiful Life (Sascha Funke Remix)
  12. Gui Boratto – Azzura

*Lyrics © by Sailor & I – Turn Around
cover artwork © by Fräulein Frutkoff
Please support the artists by buying music!