Audio source missing

Großes Kino mit The Beauty Regime

In Musik by Oli

The Beauty Regime – Das ist Indie-Pop-Rock, gepaart mit Einflüssen aus Post-Rock, Folk und zeitgenössischem Singer-Songwritertum. Kurz vor Weihnachten spielten sie im Lido.

An einem Samstagabend lädt The Beauty Regime im Lido zum Konzert. Der Charme des ehemaligen Kinosaals lässt Großes im Dunst des atmosphärischen Bühnenlichts erwarten. Nachdem sich das Parkett ein wenig mit Zuschauern gefüllt hat, verdichtet sich die Bühne mit Nebel. Dann ist es plötzlich soweit: Aus dem Dickicht bricht ein druckvoller Sound, gepaart mit der voluminösen Stimme von Katharina Hauke, die nach ein paar Takten des Zuhörens durchaus mit der Kraft der Instrumentalisten mithalten kann. Die einzelnen Stücke sind geprägt von eingängigem Gesang, treibenden Drumbeats und geradlinigen Indie-Rock-Melodien des Gitarristen Martin Tetzlaff, der geradezu eine Wall of Sound kreiert und damit Lücken in dem teilweise sehr progressiven Rhythmusgerüst des Bassisten Andreas Vetter und den Beats von Guido Hagemann füllt. Auffällig bei dieser Band ist der Einsatz einer Geige, die von Julia Oberlohrs gespielt wird. Dadurch wird ein sehr spezieller Bandsound geschaffen, den man nicht alltäglich bei Berliner Bands antrifft.
Song um Song spielen sich die Damen und Herren durch den Abend. Dem Publikum gefällt es und so langsam breitet sich das anfängliche Fußwippen auf den ganzen Körper aus.  Das Konzertsaal ist leider nicht so voll, wie es sich die Band sicherlich gewünscht hätte, die Stimmung im Publikum ist dennoch gut – gegen Ende des Konzerts scheut  nun auch keiner mehr die direkte Nähe der Bühne und tanzt ausgelassen mit. Nach einer guten Stunde endet mit “The Reverb Song” ein kurzweiliger Abend. Es folgt ein letzter langer tosender Applaus, bevor die Band die Bühne verlässt.

Im Wesentlichen sind The Beauty Regime eine Alternative/Indieband mit viel Potential, auf deren weiterem Weg aber noch viel passieren muss. Denn manch kritischem Hörer und Zuschauer wird nicht entgangen sein, dass es der Band manchmal an Souveränität auf der Bühne fehlt – oft schaut man sich nach einem Song fragend an. Es fehlt hin und wieder an Selbstsicherheit, die sie durchaus von Anfang bis Ende haben könnten, denn die Band spielt sehr tight und ohne hörbare Fehler. Außerdem scheinen die zwei Damen und drei Herren sich auch zusammen sehr wohl auf der Bühne zu fühlen. Es bleibt abzuwarten, was aus The Beauty Regime noch wird.