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Ab in die Tonne? Was du gegen Lebensmittelverschwendung tun kannst

In Lifestyle by Joseph

Lebensmittelverschwendung ist ein großes Problem in Industrieländern. Allein in Deutschland landen täglich 50.000 Tonnen Lebensmittel im Müll. Werden Lebensmittel weggeworfen, belastet das die Umwelt gleich doppelt: Die Abfälle müssen entsorgt und ordnungsgemäß kompostiert werden, damit daraus neuer Dünger und Kompost entsteht. Doch das ist nicht alles, denn die Produktion von Lebensmitteln ist teuer. Egal ob Fleisch, Gemüse oder Getreide – Rohstoffe brauchen eine Menge Wasser, Licht und Arbeit, bis daraus Essbares entsteht. Landet dies im Müll war alles umsonst. Daher heute ein paar Tipps, was du gegen die Verschwendung von Lebensmitteln tun kannst.

Mindestens haltbar – hält sich länger als man denkt

Lebensmittel müssen in Deutschland mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen werden. Bis zu diesem Datum garantiert der Hersteller für einwandfreie Ware. Doch auch wenn das MHD überschritten ist, können die meisten Produkte noch bedenkenlos verzehrt werden. Vertraue deinen Sinnen. Die sind nämlich darauf trainiert, schlechte, abgelaufene und potentiell giftige Lebensmittel zu erkennen. Was nicht seltsam riecht oder schmeckt ist in der Regel noch genießbar.

Gib hässlichem Gemüse eine Chance

Riesige Mengen Lebensmittel landen im Müll, bevor sie es überhaupt in ein Supermarktregal geschafft haben. In Deutschland beziffert sich der Wert auf rund 2 Millionen Tonnen im Jahr. Gemüse das Dellen oder Druckstellen hat, wird oft aussortiert, da Verbraucher perfekte Ware erwarten. Doch gerade bei Obst Gemüse zählen doch die inneren Werte. Also gib auch krummen Karotten und eirigen Äpfeln eine Chance. Fündig wirst du beispielsweise auf dem Wochenmarkt oder bei SirPlus, die sowohl online, als auch in ihren Läden in Steglitz und Charlottenburg abgelaufene Produkte und aussortiertes Obst und Gemüse anbieten.

Lebensmittel per App retten

Zum Glück gibt es im 21. Jahrhundert für (fast) alles eine passende App. Mit „To Good To Go“ wählst du ein Restaurant in deiner Nähe und kannst dir für einen kleinen Preis eine Restebox vor Ladenschluss sichern. Ganz ähnlich funktioniert der „ResQ Club„. Auch hier wählst du ein Restaurant in deiner Nähe und sicherst dir überschüssige Lebensmittel oder fertige Mahlzeiten.

Werde Foodsharer

Lebensmittelverschwendung hol dir deinen Foodkorb

Über die Foodsharing Plattform rettest du Lebensmittel, die sonst in der Tonne landen würden.

Foodsharing funktioniert so ähnlich wie die oben beschriebenen Apps, allerdings werden hier keine Kosten fällig. Restaurants, Betriebe oder Privatpersonen können sich hier ganz einfach registrieren und Lebensmittel anbieten. Die können dann zu einer vereinbarten Uhrzeit abholt werden. Allerdings gibt es hier einige Regeln die zu beachten sind: Nicht angeboten werden dürfen roher Fisch, Geflügel und anderes Fleisch, insbesondere Hackfleisch, rohe Eierspeisen und zubereitete Lebensmittel, die Fleisch oder Fisch enthalten. Ein Mindesthaltbarkeitsdatum ist allerdings kein Problem. Daher kannst du auch abgelaufene, aber noch genießbare Lebensmittel anbieten und abholen.

Kauf nur was du wirklich brauchst

Je gezielter du einkaufst, desto weniger landet am Ende im Müll. Ein Essensplan schlüsselt nicht nur genau auf, was du wann kochen willst, sondern auch, wann du am besten einkaufen gehst. Besonders Frischwaren wie Obst, Gemüse und Fleisch haben nur eine begrenzte Haltbarkeit und sollten schnell verbraucht werden. Das gilt insbesondere für Salat, Spinat, Beeren, Pilze oder Brokkoli. Je gezielter du einkaufst und verbrauchst, desto weniger Lebensmittel landen letztlich im Müll.

Aufessen oder richtig aufbewahren

Was für den Einkauf gilt, sollte auch für Mahlzeiten gelten. Koche nur soviel wie du auch verbrauchen kannst. Reste sollten nicht im Topf auf dem Herd stehen bleiben, sondern in einem geeignetem Gefäß abkühlen und dann im Kühlschrank gelagert werden. Das gleiche gilt für auswärtige Mahlzeiten, denn Restaurants sind verpflichtet alles, was wieder in Küche zurückgeht wegzuschmeißen. Lass dir deine Reste also lieber einpacken und freu dich ein zweites Ma(h)l über ein leckeres Essen.

Lebensmittelverschwendung

Reste gehören nicht in die Tonne, sondern in den Kühlschrank. So hast du gleich eine selbstgemachte „Fertigmahlzeit“ parat.

Reste kreativ verwerten

Ein halber Becher Sahne, 500g Pellkartoffeln und eine Stange Lauch liegen noch bei dir im Kühlschrank und du weißt nicht, was du damit anfangen sollst? Dann haben wir eine Lösung für dich: Die Zu Gut für die Tonne-App liefert dir tolle Rezepte von namhaften Köchen. Dafür gibst du einfach drei Zutaten an, die du noch daheim hast und bekommst passende Rezeptvorschläge. Außerdem bietet die App praktische Tipps zur Lagerung von Lebensmittel. Hinter „Zu Gut für die Tonne“ steckt übrigens das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Natürlich kannst du auch selber kreativ werden und deine Reste verwerten, beispielsweise als Smoothie, Suppe oder Pizzabelag. So sieht auch niemand, dass die Zutaten nicht mehr taufrisch waren.