Bubble Tea

In Lifestyle von Gastautor

  Angeblich sind sie das nächste große Ding in Deutschlands Metropolen: Bubble Tea Bars. Und in der Tat ist es erstaunlich wie viele neue Lokale mit dieser asiatischen Teespezialität im Angebot in diesem Jahr in begehrten Berliner Szenelagen aufgemacht haben.  Da gibt es bspw. das „bubble.kid“, Tea & Cafe BoboQ (mit mittlerweile zwölf Filialen in Berlin), das Be Bubble sowie die Bubble’s Tea Bar um einige Lokalitäten in Mitte zu nennen.

Bubble Tea besteht im Wesentlichem aus gesüßtem Schwarz- oder Grüntee, zu dem Milch oder Fruchtsirup in diversen Geschmacksrichtungen dazugegeben wird.  Dann kommen noch ein paar Eiswürfel und die namensgebenden Perlen dazu. Das sind kleine Gelee-Kugeln aus sogenannter Tapioka-Stärke. Das Ganze wird dann mit Strohhalm wie ein Milchshake getrunken.

Der Perlen-Tee begann seinen Siegeszug vor 30 Jahren in Taiwan und schwappte dann über Südostasien, nach Australien und Kalifornien, wo es mittlerweile mehrere große und sehr erfolgreiche Bubble-Tea-Ketten gibt. Nun tritt das vermeintliche Kultgetränk also an, um auch den deutschen Markt zu erobern.

Zeit für die Kultmucke-Redaktion dem Trend einmal auf den Grund zu gehen und die Perlenspezialität in einem aufwändigen und selbstlosen Selbstversuch zu testen. Dazu finden sich Kultmucke-Chefredakteurin Janina, sowie Freizeit-Hipster Blocki, an einem nicht näher spezifizierten Wochentag, in der Bubble’s Tea Bar am Hackeschen Markt ein. Das Lokal versucht das Bläschen-Thema auch in seiner Inneneinrichtung umzusetzen. In dem ansonsten sehr neutral gehaltenem Raum befinden sich aufgeklebte bunte 2-D-Kugeln an Wand und Tresen. Außerdem gibt es einen ziemlich hipstermäßigen Schlüssel für das Klo. Kugeln und Schlüssel können aber auch nicht über die etwas triste und nicht gerade einladene Atmosphäre des Cafés, die von giftgrünen Plastikstühlen und sterilen Tischen, die nicht dazu passen (Zitat Janina), dominiert wird, hinwegtäuschen. Die Einrichtung sollte wohl authentisch in die Richtung cooles, poppiges Café für südostasiatische 14-jährige Schulmädchen gehen. Uns hat es jedenfalls nicht überzeugt und gerade im fiesen, kalten, dunklen Berliner Herbst lädt das Lokal leider nicht zum Verweilen ein. Aber wir kamen ja auch nicht wegen der Einrichtung.

Die erste Bubble Tea-Bestellung ist vergleichbar mit dem ersten Starbucks Besuch: Es gilt zwischen unzähligen Möglichkeiten zu wählen und Entscheidungen zu treffen. Nach intensivem Studium der Tee-Karte entschieden wir uns dann für einen Tee der Geschmacksrichtung Mango und dazu Brown Sugar Jellys (Blocki), sowie Passion Fruit mit Lychee Boba (Janina).  Vermutlich weil das ganze Prozedere schon kompliziert genug ist, waren wenigstens die Bezeichnungen der Bechergrößen simpel gehalten: es gibt klein (2,70€), mittel (3,20€) und groß (3,50€).  Die mittleren Becher waren alle, deshalb bestellten wir jeweils einen großen Tee. Einige der Toppings bzw. Perlen kosten dann noch einmal 0,30€ extra. So ließen wir beide jeweils 3,80€ für das Trendgetränk. Günstig ist definitiv anders. Der Tee wird dann in einer sehr aufwendigen und  professionell aussehenden Prozedur zubereitet und damit kommen wir zum eigentlich spaßigen Teil des Tests, der Verkostung. An dieser Stelle trennten sich unsere Erfahrungen:

Janina

Aussehen des Getränks: (** Sterne) Ekelerregend
Geschmack: (**** Sterne) Nach mehrmaligen Süffeln, ganz lecker
Special Feature Faktor: (**** Sterne) Die Bubbles platzen im Mund auf
Preis/Leistung: (** Sterne) unangebracht
Hipstergeeignet: (*** Sterne) Der Preis gibt dem Getränk eine gewisse Exklusivität
Kommt?: (****  Sterne) Wie Club Mate: anfangs ist es komisch aber irgendwann ist es normal
Fazit: (** Sterne) Typisch hipstertrendig: Viel zu teuer. Alle finden es ekelhaft, doch irgendwie mag es dann doch jeder (Club-Mate-Phänomen)

Blocki

Aussehen des Getränks: (***  Sterne) Hab schon Schlimmeres gesehen
Geschmack: (**  Sterne) sext mich überhaupt nicht an
Konsistenz: (-***** Sterne)  Der gewählte Brown Sugar Jelly kaut sich wie 3 Wochen eingeweichte Gummibärchen
Special Feature Faktor: (*** Sterne) Der Strohhalm ist lustig breit, damit die Bubbles durchpassen
Preis/Leistung: (*  Sterne) No way, Josè! Dafür gibt es auf der Simon-Dach-Straße schon zwei Cocktails!
Hipstergeeignet: (**  Sterne) Mit der Inneneinrichtung eher nicht
Kommt?: (* Sterne) Bubble-Tea ist wie Wedding. Er kommt nicht, davon bin ich überzeugt. Klar hat Mate am Anfang auch niemandem geschmeckt, aber das ist was anderes, schon preislich.
Fazit: (** Sterne, wegen Strohhalm und Schlüssel) Mich hat der Tee nicht überzeugt. Geschmacklich nicht und die Konsistenz der Jellys ging überhaupt nicht. Außerdem war es auch ein bisschen kalt. Stichwort Eiswürfel und Anfang November und so. Klar kann man den Tee auch in warm bestellen, nur dann kann ich auch ’nen Kaffee trinken gehen. Vielleicht ist es auch kein Zufall, dass das Perlengetränk bisher v.a. in tropisch und subtropischen Weltgegenden erfolgreich ist. Wie auch immer, ich ließ meinen 3,80€ Schnäppchen-Becher halbvoll stehen, nachdem sich Janina noch ein paar Mal dran versucht hat.