Die Hipster Olympiade 2012 – Der Nachtrag

In Hipster Olympiade by Website-Einstellung

Zwei junge Studenten sitzen in einem Berliner Café. Um sie herum Obst-Laptops, Schnurrbärte und dick gerahmte Brillen wohin das Auge schaut. Sowas sieht man in der Stadt immer mehr. Individualität? – Fehlanzeige. Der Apfel fällt nicht weit vom Hipsterstamm. So entstand vor zwei Jahren die Idee der Hipster Olympiade.
Im letzten Jahr führten wir diese dann zum ersten Mal als Demonstration mit dem Thema „Gegen Gentrifizierung in Berlin“ auf dem Arkonaplatz in Berlin Mitte durch. Die rund 700 Zuschauer und die 12 (Nicht-)Hipster-Teams hüpften, fechteten und rollten um die Wette. Das Exit!-Team ging letztendlich als gebührender Sieger mit dem Wanderpokal, der goldenen Mateflasche, und dem Titel „Hipster 2011“ aus dem Rennen.

Dieses Jahr strebten wir nach Höherem, verabschiedeten uns von der Idee der Demonstration, ließen Mitte hinter uns und wählten den Berliner Postbahnhof am Ostbahnhof in Friedrichshain als Austragungsort. Auf der Außen-Grünfläche steckten wir das Spielfeld ab und boten vielen kleinen Ständen, an denen u.a. selbstgemachtes Eis, Kaffee, Erfrischungsgetränke und Essen verkauft wurde, Platz. Wo einst Post eingepackt wurde, brachte der TrendMafia-Markt seine handgefertigte und kreative Ware an den Hipster.

Die Hipster Olympiade 2012

Um 12 Uhr öffneten sich die Tore und die ersten Jutebeutel-Träger ließen nicht lange auf sich warten. Nach erfolgreicher Anmeldung der Teams und einem musikalischen Einheizen seitens Klangkost, begaben sich die Teilnehmer mit Hornbrillen bewaffnet an die Startlinie. In der Vorrunde kämpften die Teams um die weiteste Ray-Ban-Brille, die schnellste Mate-Kiste, den kreativsten Vintage-Schnurrbart, den ergonomischsten Jutebeutel und dem bubbligsten Bubble-Tea. Nach der Vorrunde waren dann noch vier Teams im Rennen um den Titel „Hipster des Jahres 2012“. Nach dem ganzen Stress genehmigten sich die Teilnehmer des Halbfinales jedoch erst einmal einen Kasten Mate. Die Zuschauer konnten derweil mit Smith&Smart eine Runde im Sonnenlicht tanzen oder zum Abkühlen in den Postbahnhof zu den Wohnzimmerkonzerten mit den KingKongKicks-Djs, Simon Grohe und FAG oder Raw D hüpfen. Doch viel Zeit zum Entspannen blieb den Halbfinalisten-Teams nicht. Denn schon um 16 Uhr ging es weiter. Die Gelenke und Kehlen wurden nochmal schnell mit Mate geölt und schon ging es an die Startlinie zum Konfetti-Hürdenlauf. Fabulös absolviert, konnte man sich dann beim anschließenden Hipster-Konsum-Produkte-der-Preis-ist-heiß ein wenig ausruhen. Lediglich die Köpfe liefen dabei heiß.  In der vorletzten Disziplin „Vinyl-Platten-Drehen“ hieß es dann wer mobilisiert nochmal die meisten Kräfte, überlistet den Drehwurm und schafft die meisten Runden? Es blieb spannend.

Das Finale

Die Finalisten standen fest. Die Juggernats und das JAM-FM-Team sollten den Titelkampf unter sich bestreiten. Doch erst einmal waren die Zuschauer nochmal gefragt. Wer tanzt am schönsten? Das konnten diese beim Pink-Pong-DJ-Set im Außen- oder bei Chefkoch und Yes Cadets im Innenbereich unter Beweis stellen. Nur noch fünf Minuten und das hippste Team der Stadt würde geehrt werden. Die beiden Mannschaften begaben sich auf das Spielfeld. Die Luft stand still. Die Skinny-Jeans wurden von den Schiedsrichtern vor den Teams auf den Boden gelegt. Der Anpfiff erklang und schon zogen die beiden Finalteams um die Wette. Es ging heiß her. Nach gerissener Jeans und dem daraufhin erneuten Anpfiff um die engste Hose Berlins, standen die Gewinner fest: Das JAM-FM-Team ist Hipster des Jahres 2012! Verdient gewonnen erhielten sie den Titel und den goldenen Wanderpokal.

Zum Abschluss durfte das Rennen um den König des PowerPoint-Karaoke natürlich nicht fehlen. Thomas und Thomas führten durch das Programm und Gewinner war auch diesmal wieder Alex. Einen schönen Abschluss bildete auch die Popova-Fashionshow, bevor im Postbahnhof die Aftershowparty bis in die Morgenstunden andauerte.