Die Shout Out Louds erstrahlen in neuem Glanz

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2013 ist ein besonderes Jahr für die Shout Out Louds. Nicht nur, dass der Release ihres Debüts zehnjähriges Jubiläum feiert, nein, das schwedische Indie-Quintett hat zudem jüngst sein neues Album “Optica” herausgebracht. Dieses glänzt wie ein Prisma im Sonnenlicht und zaubert dabei wunderschöne musikalische Farben in die Gemüter seiner Zuhörer. Sanfter als seine Vorgänger und mit einer großzügigen Portion an Synthie-Charme versehen, überzeugt das Album auf ganzer Linie. Aktuell touren die Shout Out Louds durch unsere Lande und sind am kommenden Samstag, den 30.03.2013, auch im Astra Kulturhaus zu sehen. Vorbeischauen lohnt in jedem Fall! Wir baten Bassist Ted Malmros darum, uns in diesem Zuge einige Fragen zu beantworten. Das entsprechende Interview gibt es nun hier, nach einer ersten Hörprobe mit Namen “Blue Ice”, in voller Länge zu lesen.

Vor zehn Jahren habt ihr euer Debut „Howl Howl, Gaff Gaff“ in Skandinavien veröffentlicht. Damit wurdet ihr über Nacht zu gefeierten Indie-Künstlern. Ihr habt den Sound einer ganzen Generation mitgestaltet. Erfüllt einen das mit Stolz, wenn man zurückschaut?

“Absolut. Wir sind sehr stolz auf das, was wir bisher erreicht haben.”

Die Shout Out Louds stehen für Beständigkeit. Ihr spielt nach wie vor in eurer Ursprungsbesetzung. Produziert noch immer einen guten Song nach dem anderen. Und ihr schafft die Balance zwischen Innovation und Besinnung auf das Alte. Habt ihr für all das eine Art Geheimrezept?

“Ich glaube der Hauptgrund dafür ist, dass wir schon bevor wir als Band miteinander starteten, sehr gut befreundet waren. Somit haben wir ein sehr festes Fundament auf dem wir stehen können. Dadurch sind Konflikte nie wirklich gravierend. Wir regeln diese auch nach 12 gemeinsamen Jahren immer noch unter guten Freunden.”

Der Song „Impossible“ von eurem zweiten Album „Our Ill Wills“ wurde zur Clubhymne, obwohl es eine eher ruhige Nummer ist. Könnt ihr euch insbesondere den Erfolg dieses Tracks irgendwie erklären?

“Nun, ich denke nicht, dass tanzbare Songs unbedingt schnell sein müssen. Eigentlich ist es leichter und angenehmer sich zu etwas langsameren Stücken zu bewegen, meiner Meinung nach. Dennoch ist es schwierig, diese dynamisch genug zu gestalten. Ich denke wir fanden für “Impossible” eine wirklich gute Balance zwischen Beat und Rhythmus.”

Bebban ist die einzige Frau in der Band. Worauf muss man als Männertruppe achten, wenn sich eine Dame im Kreise befindet?

“Es ist ein Segen und wirklich gut für eine Gruppe, wenn sie gemischt ist. Dadurch ist es leichter, sich gegenseitig zu respektieren und es sorgt dafür, dass wir generell ausgeglichener sind. Wir sind stets bemüht, eine gleichberechtigte Band zu sein. Auch wenn es natürlich manchmal Differenzen gibt, versuchen wir immer so höflich zueinander zu sein, wie möglich.”

Ihr seid gern gesehene Festivalgäste. Was bedeutet es euch,  live auf der Bühne zu stehen.

“Ich liebe es! Festivals, Gigs in Clubs oder Parties, all das macht unheimlich viel Spaß. Ohne die würden wir wohl gar nicht weitermachen. Live zu spielen ist ein solch riesiger Energieschub!”

Lass uns über das Schreiben und Aufnehmen der neuen Platte reden. Fünf kreative Köpfe unter einem Dach. Wie kann ich mir das vorstellen? Steht man sich da nicht manchmal auch gegenseitig im Weg?

“Während der Aufnahmen am letzten Album waren wir nicht all zu oft gemeinsam im Studio. Aber wir hatten regelmäßige Treffen bei denen Adam dann meist als Boss fungierte (Anmerkung: Adam Olenius ist Sänger und Gitarrist der Band). Uns gefällt das so. Das Studio ist sehr klein und dadurch war es meist schwer, wenn mehr als zwei Leute dort waren. Und wenn es etwas gab, das einem von uns nicht gefallen hat, wurde das generell immer berücksichtigt. Das funktioniert so sehr gut, vor allem wenn du die Zeit hast, Entscheidungen auf dich wirken zu lassen und darüber zu diskutieren.”

„Optica“ heißt euer neustes Werk. Inwiefern unterscheidet es sich von seinen Vorgängern?

“Es ist ein sehr farbenreiches Album. Meiner Meinung nach etwas tanztauglicher und zugänglicher als die älteren Scheiben. Jede Platte sollte eine Reaktion auf seinen Vorgänger sein. Wir werden sehen, was als Nächstes folgt.”

„Zeit“ und „Licht“ sind die thematischen Hauptmotive. Wie kam es zu dieser Wahl?

Es ist wirklich schön, wenn du ein Leitmotiv bei der Arbeit an einer Platte hast. Wir fingen im Winter mit den Aufnahmen an. Unser kleines Stockholmer Studio hat keine Fenster. Also wurde Licht zum Schlüsselwort, das uns relativ schnell in den Sinn kam. Zeit hingegen war etwas, von dem wir uns nicht beschränken lassen wollten. Wir wollten wieder und wieder die Möglichkeit haben zu hören, und dadurch Veränderungen in den Arrangements, Tempos oder Tonarten vornehmen zu können. Die Zeit sollte dabei auf unserer Seite sein.

Ihr habt das Album im Alleingang produziert. Was für Vor- aber auch Nachteile hat das?

Wir bekamen sehr viel Hilfe von einem Sound-Techniker, mit dem wir seit Jahren auf Tour gehen. Keinen Produzenten zu haben, der dir ständig sagt, was du zu tun hast, war erleichternd. Aber der Druck war dadurch natürlich umso stärker. Insgesamt war es spaßig, kreativ und stressvoll zugleich.

Einerseits gibt es auf dem neuen Album ruhige und zarte Tracks wie „Burn“. Andererseits sind da auch laute und extrovertierte Nummern wie „Where You Come In“. Was bedeutet euch diese Vielfalt? 

Alle wirklich guten Alben brauchen eine gewisse Vielfalt, zumindest glaube ich daran. Schon immer probierten wir, möglichst unterschiedliche Tracks zu machen, was die Dynamiken angeht. Für uns das einzig Wahre.

„Walking In Your Footsteps“ hat das Potenzial, euer nächster Hit zu werden. Worum geht es in dem Track?

Es geht darum, alten Wegen zu folgen aber gleichzeitig auch neue zu finden. Darum eine bessere und strahlendere Zukunft zu kreieren.

„Hermila“ und „Destroy“ sind großartige Synthie-Anthems. Generell sind Synthesizer präsent wie nie. Weshalb habt ihr euch entschieden, euch mehr auf diese „unnatürlichen“ Sounds zu fokussieren?

Wir hatten das Gefühl, dass wir nach der letzten Platte etwas mehr mit Keyboards herumexperimentieren wollten. Diese beiden Songs entstanden im Studio und nicht im Proberaum, wie es früher meist der Fall war.

Was dürfen wir in den nächsten zehn Jahren von euch erwarten?

Mehr Alben in einem zügigeren Tempo. Hoffentlich.