Einfach mal einen Baum versetzen

In Berlin, Geheimtipp von Joseph

Die Tage von Berlins ältestem Wandgemälde sind gezählt. 1975 malte der Künstler Ben Wagin das erste Mural – den Weltbaum – auf eine Brandmauer in der Nähe der S-Bahnstation Tiergarten. Dafür, dass der Baum nun schon seit über 40 Jahren den Jahreszeiten ausgesetzt ist, ist noch erstaunlich viel zu erkennen: Der dicke, kahle Baum streckt seine Äste von sich. Der Mund ist geöffnet – ob er lacht oder schreit, lässt sich nicht mehr sagen – und zeigt große Zähne. Das Schiff am oberen Rand verblasst und ist kaum noch zu erkennen.

Doch nicht der Verfall bedroht das Mural, wie die riesigen Wandgemälde im Fachjargon heißen, sondern ein Neubau. Dieser wird das Bild bald zur Gänze verdecken. Eine Gruppe aus Künstlern und Kreativen möchte das so nicht hinnehmen und nahm sich vor ein Stück Berliner Street Art-Kultur umzusiedeln. Anfang Mai war es letztlich soweit: Zusammen mit dem Erschaffer des Werks, Ben Wagin, „pflanzen“ die Künstler Size Two, Kobe Eins, Ria Wank, Kera1, Quintessenz, Icke_art, TXNK, YAT, dyneart und Die Dixons den Weltbaum in der Lehrter Straße neu und geben damit den Startschuss für das Berlin Mural Festival.

Street Art auf ganz großer Leinwand

Nackenstarre garantiert! Unter diesem Motto haben internationale Künstler im Rahmen des Berlin Mural Festivals über 30 Kunstwerke in der Hauptstadt geschaffen. Initiatoren waren die Künstler die schon mit der Aktion „The Haus“ bekannt geworden sind. An 22 großen und vielen kleineren Wänden entstand so über das Pfingstwochenende eine Vielzahl an Kunstwerken. Begleitet wurde das Event von mehreren Partys und Aktionen im Stadtgebiet. Wer alle Kunstwerke bewundern möchte, hat ein ganzes Stück Fußweg vor sich, denn die Wände sind in der kompletten Stadt verteilt. Wo genau gemalt wurde erfahrt ihr hier. Unter dem Hashtag #nackenstarregarantiert sind die Werke auf Instagram zu finden. Wir haben hier eine kleine Auswahl für euch zusammengestellt:

Bildnachweis: Header © Berlin Mural Festival 2018