Frida Hyvönen erschafft akustische Sakralbauten aus Zuckerwatte

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Frida Hyvönen kennt die Launen des Popgeschäfts. Mit “To the Soul” veröffentlicht die schwedische Sängerin bereits ihr fünftes Studioalbum und macht darauf einfach mal das, wozu sie musikalisch gerade Lust hat. Ungebunden, frei vom Erfolgsdruck der Branche und jenseits der herkömmlichen Konventionen, ist ihr eine interessante Platte irgendwo zwischen sonntäglichem Kirchenbesuch und Alltagsrevolte gelungen.

Monumental eröffnet “Gas Station” das 12 Track starke, neue Werk von Frida Hyvönen. Dem Song wohnt eine unglaubliche Stärke inne, die den Zuhörer sofort fesselt und ihn so schnell auch nicht mehr loslassen wird. Mystisch, mit der Schwermut des Nordens beladen und dennoch nah am Hier und Jetzt, bahnt sich die Melodie ihren Weg. Ein furioser Start, der im Nachfolger “Terribly Dark” seine Fortsetzung findet. Virtuos und ekstatisch entfacht Hyvönen dort ein musikalisches Feuerwerk. Generell scheint die 35-Jährige mit einer Kreativität zu brennen, die unbändig jede einzelne Note zum mentalen Schlagring werden lässt, der sich dann derartig ins Gedächtnis hämmert, dass man auch noch Stunden nach dem Hören, Songs wie “Chicago” oder Picking Apples” vor sich hersummt. Neben all den energiegeladenen Up-Tempo-Nummern gibt es auf “To the Soul” aber auch traurig schöne Balladen wie “Saying Goodbye” oder “Gold”. Vielfalt wird hier groß geschrieben und das sorgt für einen unvergesslichen akustischen Genuss.

Steckbrief

Künstler: Frida Hyvönen

Musiklabel: Snowhite

Veröffentlichung: 15.03.2013

Mucke: Singer Songwriter, Pop, Indie

Hitverdächtig: “Terribly Dark”, “Saying Goodbye”, “Hands”

Klingt: Jeder kennt das optische Phänomen, dass wenn man sich in einem dunklen Raum befindet und die Scheinwerfer vorbeifahrender Autos durch die Fenster fallen, gleichzeitig verschiedenste Schattenfiguren über die Wände tänzeln. “To the Soul” bildet genau zu jenem Moment den passenden Soundtrack. Eine Songwriter-Platte der alten Schule, die jedoch nicht eingestaubt, sondern frisch, wie ein Sommergewitter auf den Zuhörer einprasselt.

Tanzbar? Das kommt ganz auf die Art des Tanzes an. Pina Bausch hätte wahrscheinlich ihre helle Freude daran gehabt, das Album ausdrucksstark zu inszenieren. Um euphorisiert durch die Wohnung zu springen, eignet sich “To the Soul” und die damit verbundene Dynamik auf jeden Fall perfekt.

Kult: Wer den ganzen, in unerreichbaren Sphären vor sich hinwabbernden Indiepop satthat und stattdessen mal wieder etwas Handfesteres braucht, der ist mit “To the Soul” genau richtig bedient. Kult liegt eben ab und zu auch darin, gar nicht erst zu versuchen, kultig zu sein.

Reinhören

Gewinnspiel

Wir verlosen passend zum Release, das Album “To The Soul” von Frida Hyvönen. Wer in die dafür zuständige Lostrommel gelangen will, schickt bis spätestens kommenden Sonntag, den 17.03.2013, eine Mail mit dem Betreff “Frida Hyvönen” an martin@kultmucke.de.