Videopremiere: H-Burns „The Greatest (Cat Power Cover)“

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Mit der Veröffentlichung dieses Artikels startet ein kleiner Marathon auf unserer Website. Vor ein paar Tagen bekamen wir eine Anfrage, ob wir an insgesamt sieben exklusive Videopremieren für Kultmucke interessiert seien. Allesamt sollten sie den Weg zum Release von H-Burns neuem Album „Night Moves“ pflastern, das am 22.05.2015 via Because Music/ Al!ve erscheinen wird. Als wir die einzelnen Songs hörten und deren visuelle Pendants sahen, willigten wir sofort ein. Warum, das werdet ihr in den kommenden Wochen Stück für Stück – beziehungsweise Track für Track – etwas mehr nachvollziehen können.

H-BurnsDer Franzose Renaud Brustlein alias H-Burns war ein Teenager, als er seinen Kopf regelmäßig im Takt zahlreicher Metal-Hymnen durch die Luft wirbelte. Die dabei freigesetzte Energie weckte etwas in dem Heranwachsenden, das sich später als starke Liebe zur Musik entpuppen sollte.

Vielleicht hört man das heute meinen Alben nicht mehr an, aber ich lernte zu einigen Platten von Slayer, Gitarre zu spielen.

Nein, hören tut man dies wahrlich nicht mehr. Nachdem er nämlich den akustischen Hinterlassenschaften von Leonard Cohen begegnet war, verschrieb sich Brustlein ganz und gar dem klassischen Songwritertum, sammelte als Teil der Band Don’t Look Back erste akustische Erfahrungen und quittierte schließlich seinen Job in einem Kino, als man ihm eine Tour durch Spanien und Frankreich als Soloartist anbot. Von Frankreich aus ging es mit dem Tourbus nach Andalusien – im Gepäck einzig seine Gitarre und ein mit Hilfe von Freunden in drei Tagen eingespieltes Album. Viele Jahre später ist H-Burns ein gestandener Künstler, der sich im Rahmen der Entstehung seines neusten Albums, auch an einige Coverversionen von für ihn wichtige Stücke heranwagte.

„Ich testete ein neues Mikrofon und coverte dafür ‚Bloodbuzz Ohio‘ von The National, das ich dann zum Spaß an mein Label schickte. Denen gefiel dies sehr und sie regten mich dazu an, zehn Cover in dieser Form aufzunehmen, die zudem allesamt etwas mit ‚Night Moves‘ zu tun haben sollten, entweder aus geografischer Sicht oder als Referenz. Ich tat wie mir geheißen und spielte sie Zuhause ein, und zwar sehr lo-fi, was ich mag, was aber auch sehr gegensätzlich zu dem recht produzierten und arrangierten Album ist.“

Eins der besagten Cover, und unsere erste Videopremiere, stellt H-Burns Version von Cat Powers „The Greatest“ dar. Als ein Soundtechniker das gleichnamige Album der aus Amerika stammenden Sängerin während eines Soundchecks auflegte, war Brustlein überwältigt von der Kraft des Songs.

Cat Power ist eine großartige Lyrikerin. Man vergisst das fast, aufgrund des unmittelbaren Effekts, den ihre Stimme ausübt. Schaut man sich aber die Worte von ‚The Greatest‘ genauer an, merkt man, wie brillant sie sind.

In einer melancholischen Stimmung, wie an einem dieser verregneten Sonntage, an denen man besser im Bett bleiben sollte, spielte H-Burns sein „The Greatest“ ein, und dieses überwältigt durch seine schlichte Eleganz und tiefe Emotionalität.