Hipster Olympiade 2011 – Die Disziplinen

In Hipster Olympiade by Website-Einstellung

Wie ihr ja nun alle mitbekommen habt, startet am Sonntag die erste Hipster Olympiade. Die Disziplinen sind bekannt. Doch wie genau diese auszuführen sind und was für Hürden die Teilnehmer überwinden müssen, erfahrt ihr jetzt. Doch wir verraten nicht alles, denn es soll ja noch spannend blieben. Folgend nun also vier Kategorien aus der Olympiade.

Club-Mate-Kisten-Wettrennen

Über die Ursprünge dieser Disziplin sind sich die Experten weiterhin uneinig. Einige sehen eine direkte Verbindung zu den alten peruanischen Inka-Hipster-Hohepriestern im 15 Jahrhundert. Andere wiederum sind überzeugt, dass diese Disziplin an einem bedeckten, durchschnittlich verkaterten Sonntagspätnachmittag im Mai 2006 im Hamburger-Schanzenviertel entstand. Wir wissen es nicht, sind aber trotzdem froh diesen anspruchsvollen Teamwettbewerb im Programm zu haben. Beim Club-Mate-Kisten-Wettrennen sind Kraft, Ausdauer und vor allem Teamplay gefragt.


Spielbedingungen

Auf den ersten Blick mag es kompliziert erscheinen, einmal durchschaut, ist es aber so einfach wie ein Einkauf im App-Store: 3 Teilnehmern stehen jeweils vier Kisten zur Verfügung. Die Kisten werden hintereinander an die Startlinie gelegt. Auf die ersten drei Kisten stellen sich die Teilnehmer, jeweils ein Hipster pro Kiste. Nachdem der Referee das Startsignal gegeben hat, beginnt der hinterste Hipster die letzte (vierte) Kiste nach vorne durchzureichen. Nach dem die Kiste den vordersten Hipster erreicht hat, stellt dieser die Kiste vor sich ab. Anschließend rücken alle Hipster eine Kiste auf, so dass hinter dem letzten Hipster wieder eine Kiste frei wird. Jetzt wird das ganze Prozedere so lange wiederholt, bis das Ziel erreicht wird.

• Die Teilnehmer dürfen zu keiner Zeit den Boden berühren
• Falls eine Kiste runterfällt, vergibt der Referee eine fünfsekündige Strafpause, in der sich kein Teammitglied bewegen darf

Gewinner
Das Team, das als erstes alle vier Kisten über die Ziellinie bewegt hat, gewinnt das Spiel.

Staffel-Jutebeutel-Sackhüpfen

Das Staffel-Jutebeutel-Sackhüpfen ist sicherlich eine der etablierteren Disziplinen bei der Hipster-Olympiade. Der Jutebeutel als Umhängetaschenersatz beglückt einen im Berliner Szene-Stadtbild ja mittlerweile seit mehreren Jahren. Manche Kenner würden sogar so weit gehen zu behaupten, dass das Accessoire Jutebeutel das originäre Alleinstellungsmerkmal der Berliner (Hipster) Szene ist. Und in der Tat ward der hippe Leinensack im Gegensatz zu anderen Hipster-Identifiaktionsmerkmalen, wie V-Neck, Vintage-bart und Hornbrillen auf internationalem Parkett nur selten gesehen. Wie auch immer. Beim Staffel-Jutebeutel-Sackhüpfen ist nicht nur der geübte Umgang mit der Stofftasche gefragt sondern vor allem Kondition. In diesem Spiel zeigt sich, wer sein Rennrad regelmäßig ausfährt und wer es nur lässig über die Kastanienallee schiebt.

Spielbedingungen
• Jeder Hüpfer bekommt einen Jutebeutel zur Verfügung gestellt.
• Um erfolgreich am Wetthüpfen teilnehmen zu können, müssen sich BEIDE Beine eines jeden Teilnehmers im Jutebeutel und BEIDE Hände an den Henkeln des Jutebeutels befinden.
• Mit Ertönen des Startsignals muss jeder Teilnehmer versuchen, so schnell wie möglich zum vor ihm stehenden Teamkollegen zu hüpfen und dann den Beutel zu übergeben. Dieser hüpft dann weiter zum nächsten Kollegen und übergibt wieder den Beutel. Das dritte Teammitglied hüpft dann die letzten Meter ins Ziel.

Gewinner
Gewinner ist das Team, dessen drittes Teammitglied als erstes die Ziellinie regelkonform überhüpft.


Vintage-Bart-Anmalen

Der neuere Siegeszug des Oberlippenbarts beginnt im Brooklyn der mittelfrühen Nullerjahre. Erste männliche Hipster beginnen mit dieser Gesichtshaartracht ihre (nicht vollkommen ernst gemeinte) Verbundenheit zum weißen, amerikanischen Arbeiter der 70er Jahre auszudrücken. Das modische Alleinstellungsmerkmal wird von der Szene frenetisch bejubelt und findet schnell Nachträger in allen wichtigen gentrifizierten Innenstadtbezirken dieser Welt. Auf Grund der zunehmenden Mainstreamisierung dieses Gesichtskleides und auch praktischer Tragefragen verliert der Oberlippenbart jedoch mit Beginn dieses Jahrzehnts zunehmend an Bedeutung in Berlin. Ungeachtet dessen haben wir uns entschieden die Vintage-Oberlippen-Anmalen-Disziplin, sozusagen als Hommage an die alten wilden Zeiten, dieses Jahr wieder ins Programm zu nehmen

Spielbedingungen
Im Vorfeld des Wettkampfes muss sich jedes Team entscheiden ob der Vorgang des „Anmalens“ mit einem handelsüblichen Karneval-Schminkstift oder einem Edding (gibt 1,5 fache Punktzahl!) durchgeführt werden sollen. Beide Utensilien werden zur Verfügung gestellt, für die Verwendung des letztgenannten gibt es jedoch die doppelte Punktzahl. Auf das Startsignal des Referees haben alle Teams insgesamt zwei Minuten Zeit um sich gegenseitig einen Vintage-Oberlippenbart anzumalen.

Gewinner
Die internationale Jury bewertet den Bart qualitativ nach den Kriterien:
• Detailtreue Linienführung & Glaubwürdigkeit overall
• (Falls sich Natur-Oberlippenbartträger unter den Teilnehmern des Wettbewerbs befinden, treten diese in einer gesonderten Gruppe gegeneinander an)


Röhrenjeans-Tauziehen


Die große Finaldisziplin und das nicht ohne Grund! Die Röhrenjeans ist quasi Grundvoraussetzung für jeden Hipster. Sie ist eng, sie kneift, ist unbequem, nur für eine gewisse Körpermasse zumutbar. Hat man sie einmal an, kriegt man sie bei weitem nicht mehr so schnell aus. Und trotzdem: Sie hat einfach Stil! In der finalen Disziplin wird die Röhrenjeans noch einmal auf Herz und Nieren getestet, im Röhrenjeans-Tauziehen.

Spielbedingungen
• Es darf mit voller Kraft an den Röhrenjeans gezogen werden.
• Es gibt eine Mittellinie und zwei Teamlinien

Gewinner
• Das Team gewinnt, das es schafft, den Knoten über seine Teamlinie zu ziehen
• Sollte die Röhrenjeans dem Druck nicht standhalten und reißen, gewinnt das Team mit dem Größten Stück Jeans

Illustrationen: Friederike Wehpke