Introducing: Roosevelt

In Musik von Yannick

Genre:

Schon 2013 wurde Roosevelt, mit bürgerlichem Namen Marius Lauber aus Köln vom amerikanischen Guardian als “ der talentierteste Künstler, der sich je nach einem US-Präsidenten benannt hat, und definitiv viel besser als die Presidents Of The USA“ bezeichnet. Intelligenter Electro-Pop mit House-, Funk- und Indie-Einflüssen. Wie seine ganze Geschichte anfing und warum er heute so erfolgreich ist, darauf werfen wir heute mal einen Blick. 

Marius Laubers wuchs in der übersichtlichen Stadt Viersen an der holländischen Grenze auf und begann seine Musiklaufbahn schon im Kindesalter, als er Schlagzeug und Gitarre lernte und mit Freunden die lokale Band Beat!BeatBeat! gründete. Als deren Drummer schafft Lauber es schon früh zu einiger Berühmtheit, als der NME Beat! Beat! Beat! anlässlich des 2010er-Debütalbums „Lightmares“ als deutsche Foals bezeichnet. Nachdem Marius zur Volljährigkeit nach Köln zieht, sieht er sich erstmals mit der elektronischen Szene der Stadt konfrontiert. Er findet vorallem durch sein Praktikum beim bekannten House-Label Kompakt schnell Kontakte in die Szene. 2011 startet er dann als Roosevelt und teilt sich ein Studio mit dem Technopop-Act „Coma“ ein Studio. Auf seine erste Single „Sea“ wird Joe Goddards Label Greco-Roman (z.B. Disclosure) schnell aufmerksam, ohne dass er sich selbst aktiv um einen Plattenvertrag kümmern muss.

Durch seine ersten Musikerfahrungen im Jungendalter verliert Roosevelt nie den Kontakt zur Indiemusik. Seine Songs schreibt er meist am Laptop oder an der Bassgitarre, in jedem Track findet sich ein Mix aus Elektronik mit geschickten Loops, Synthesizern, vielen Filtern aber auch immer einer analog aufgenommenen Gitarre, einem Bass und einem richtigen Schlagzeug (wenn auch mit zusätzlichen Samples versehen). 2015 veröffentlicht Marius Lauber die Doppel-A-Seite Night Moves/Hold On, die ihn weiter in die Richtung Synthie-Pop treiben.

Da Roosevelts erste Songs eher mit Fokus auf Soundästhetik geschrieben wurden, ohne viel Struktur, wuchs in ihm der Wunsch seine Musik mehr in Richtung strukturiertem Pop zu treiben. Dieses Ringen zwischen Disco und Pop lässt sich sofort raushören. Wer will, hört in den Rhythmusspuren die Siebzigerjahre, in den Keyboards den britischen Pop der Achtziger. Ein Sound mit Retro-Vibes, wobei damit eher die Rekombination als die Rekonstruktion gemeint ist. Bass und Gitarre treiben den Song an, während die Drums eine Art solide Foundation darstellen. Die Synthesizer bieten mit geschickten Loops und Filtern den Anreiz genau hinzuhören. „Wait Up“ gehorcht der klassischen Liedform im Wechsel von Strophe und Refrain und dann noch einem C-Teil bevor zuletzt erneut der Refrain anklingt.

Sein gleichnamiges Debütalbum veröffentlicht Roosevelt im August 2016 auch bei Greco-Roman-Records, und erreicht wie bereits vorher zu Beginn sogar eher die amerikanischen Hörer. Dort ist er sowohl in den USA als auch schon in Südamerika bereits auf Konzert und Festivaltour gewesen. Aber auch durch Europa tourt Roosevelt kreuz und quer. Bleibt nur zu hoffen, dass es bald mehr vom der geschickten Kombination aus Retro-Sounds aus den 70ern und 80ern kombiniert mit neumodischer House-Ästhetik zu hören gibt!