Read + Listen: Ja Ja Ja #2

In Berlin by Martin

Nachdem Ja Ja Ja am neunten Oktober ein spektakuläres Deutschlanddebüt im FluxBau hinlegte, geht es für die britische Veranstaltungsreihe am kommenden Donnerstag, den 13.11.2014, in die zweite Berliner Runde. Erneut werden dabei drei skandinavische Newcomer-Acts die Bühne des an der Spree gelegenen Clubs entern und versuchen, das Publikum von sich zu überzeugen. Neben der entzückenden und von uns hochgeschätzten Adna, gibt es zudem das Duo Cancer und die norwegische Indieband Team Me zu erleben.

Ihr habt keine Karte mehr für das Event bekommen? Das verwundert bei diesem Line-Up nicht wirklich. Wieder ist der von Nothing But Hope And Passion, FluxFM und Nordic By Nature präsentierte Abend bereits Wochen im Vorraus ausverkauft gewesen. Doch wir haben ein kleines Trostpflaster für all diejenigen, die zu spät dran waren. Kultmucke hat sich die auftretenden Künstler zur Brust genommen, ihnen ein paar Fragen gestellt und sie darüber hinaus um eine ganz persönliche Auswahl ihrer Songs für unsere Einstimmungs-Playlist gebeten.

Here we go again…

Adna

AdnaLangsam dürften wir der sympathischen Schwedin Adna wohl die Krone für die am meisten gefeaturte Künstlerin auf Kultmucke.de überreichen können. Nach Kultverdächtig-FeatureKLANGKULT-Session, FWTB-Berichterstattung und Backstage-Reportage zu einem ihrer Auftritte möchten wir erneut die Gelegenheit nutzen, um darauf hinzuweisen, dass man sich diese Newcomerin keinesfalls entgehen lassen darf.

Mit welchem deiner Songs fühlst du dich selbst am wohlsten?

„Um ehrlich zu sein, vermutlich mit keinem, obwohl ‚Night‘ bereits vor sehr langer Zeit geschrieben wurde, und es sich mittlerweile leichter anfühlt, zufrieden damit zu sein.“

Hast du schon einmal daran gedacht, deine Karriere an den Haken zu hängen?

„Ja und nein, meistens aber eher nein. Irgendwie identifiziere ich mich selbst doch zu sehr mit Musik. Damit aufzuhören, wäre an ein Leben geknüpft, mit dem ich vermutlich wenig anfangen könnte. Mir gefällt es gerade, so wie es ist.“

Kennst du eine Platte, die aus einem schlechten einen guten Tag machen kann?

„‚It’s Alive‘ von La Luz oder die EP von Amason. Alles von Summer Heart, Belle and Sebastian oder Joy Division funktioniert bei mir eigentlich auch immer. Andererseits, wenn man etwas Härteres braucht, versucht mal, euch den Arsch zu One Direction abzutanzen. Es funktioniert!“

Was tust du gegen Lampenfieber?

„Zuerst laufe ich meist im Kreis und versuche, mich selbst davon zu überzeugen, dass ich mich nicht übergeben werde. Dann, wenn ich feststelle, dass das nicht hilft, ziehe ich meine Schuhe aus und gehe auf die Bühne, wobei ich mir vorstelle, zu Hause zu sein und vor niemandem zu spielen.“

Wenn du ganz frei einen Duettpartner wählen dürftest, wer wäre das?

„Für ein Gesangsduett? Vermutlich James Blake, wobei mir die Vorstellung Angst macht, da er einfach unglaublich ist. Eventuell auch Tom Odell.“

Cancer

CancerWie gern haben wir Cancer erst vor Kurzem mit zahlreichen Fragen gelöchert? In einem ausführlichen Interview gewährten uns Nikolaj Manuel Vonsild, Frontmann der dänischen Gruppe When Saints Go Machine, und Kristian Finne Kristensen alias Chorus Grant dabei Einblicke in die Intensionen hinter ihrem Fusionsprojekt. Jetzt geht es in die Verlängerung.

Welche eurer Songs habt ihr für unsere Playlist ausgewählt und weshalb?

„‚Age Of Pinballs“, „Same Color As Digital Photography“ und „Hunting Large Cats From Helicopters“, weil diese drei Songs ein Scheibchen dessen repräsentieren, worum es uns als Band geht. Wir hätten auch jedes andere Stück nehmen können, aber eine erste Bekanntmachung sollte doch am besten kurz und süß verlaufen und das Wichtige ist schließlich, Tracks auszuwählen, die die Vielfalt reflektieren, nach der wir innerhalb unserer Werke suchen.“

Wenn eure EP „Ragazzi“ ein Bild wäre, was würde der Betrachter darauf sehen können?

„Es wäre wahrscheinlich ein Bild, das von einer tiefblauen Grundstimmung durchzogen wäre, mit Kontrasten, die sich vor dem Auge zu verändern beginnen. Wie eine dieser 3D-Malereien, bei denen man erst dann etwas erkennt, wenn man ganz intensiv und lange auf einen bestimmten Punkt schaut. Oder vielleicht so etwas Ähnliches wie Vilhelm Hammershøis ‚Open Doors‘.“

Was hat euch bei der Produktion von „Ragazzi“ am meisten herausgefordert?

„Darüber zu sprechen, was für Vorstellungen man bezüglich einer Musik hat, ist meist schwieriger, als sie einfach geschehen zu lassen. Manchmal findet man sich dann in einer Situation wieder, bei der eine Aufnahme plötzlich alle vorherigen Zweifel verschwinden lässt. ‚Ragazzi‘ war an einen sehr freien und intuitiven Aufnahmeprozess geknüpft. Alle, die in diesen involviert waren, folgten einfach dem herrschenden Fluss und änderten nur dann etwas, wenn es zu passen schien.“

Wie kann man sich die Tatsache vorstellen, eine Vinyl mit den eigenen Songs in den Händen zu halten?

„Das ist schön. Es fühlt sich gut an, wenn es auch gut klingt. Dieses Format ist wirklich cool und das physische Festhalten der eigenen Arbeit extrem belohnend. Man ist ganz stolz, wenn man jemandem ein Exemplar überreichen darf.“

Welches sind eure wichtigsten Einflüsse?

„Balladen aus den Achtzigern und Neunzigern, Soft Rock, eine Prise Funk, Licht und Dunkelheit. Zudem auch viel Kram, der Geräusche einbindet. Das alles lässt sich gut an eine gewisse Einfachheit knüpfen. Wir hörten neulich zum ersten Mal Brainbombs, was sehr inspirierend war.“

Team Me

Team MeBei einer sechsköpfigen Band wie Team Me wird es nie langweilig. Ihre Energie und Lebensfreude transportieren die Norweger gekonnt in ihren Songs und sorgen zudem auch auf ihren Konzerten dafür, dass die Massen regelmäßig zu jubeln beginnen. Im Rahmen von Ja Ja Ja werden Team Me versuchen, sich auf die nicht allzu große Bühne des FluxBaus zu quetschen – das dürfte gemütlich werden.

Was war das größte Kompliment, das ihr bis dato für eure Musik erhalten habt?

„Ein Mädchen schrieb uns einen Brief, in dem sie uns mitteilte, dass unsere Musik ihr Leben gerettet habe.“

Die Artworks zu euren Alben haben etwas sehr Künstlerisches an sich. Inwieweit ist euch die visuelle Komponente innerhalb eurer Arbeit denn wichtig?

„Wir haben noch immer eine sehr altmodische Herangehensweise, was unsere Musik betrifft. Und wir lieben Alben. Das Album als solches ist viel wichtiger als die Single. Ein Album zu machen ist großartig, also braucht es auch ein tolles Artwork! Insofern ist das wirklich wichtig für uns. Das Cover schenkt dem Klang einer Platte eine neue Dimension. Außerdem kann man dadurch quasi sehen, wie die Band selbst über ihr Werk denkt. Wenn das gelingt, ist das magisch. Wir dürfen uns sehr glücklich schätzen, mit Simen Skari einen tollen Visual Artist in der Band zu haben. Dadurch bleibt alles innerhalb unserer eigenen kleinen Welt.“

Welche Bands würdet ihr selbst als Referenzen für euren Sound nennen?

„Etliche Musiker sind dafür verantwortlich, dass Team Me klingt wie Team Me klingt. Sowohl auf Scheibe, als auch live. ‚Mellon Collie and the Infinite Sadness‘ von den Smashing Pumpkins ist dabei für alle Bandmitglieder eins der wichtigsten Kunstwerke.“

Was isst man am besten vor einem Gig?

„Cashewnüsse und Kokosboller. Cashewnüsse halten deinen Kiefer auf Trapp, was gut zum Aufwärmen der Stimme ist. Kokosboller enthalten hingegen unglaublich viel Zucker, der einem Energie gibt, bevor man die Bühne betritt.“

Erzählt doch zum Schluss bitte noch eine lustige Anekdote aus eurer Bandgeschichte.

„Was uns da in den Kopf kommt, sind ein paar Videos, die wir gedreht haben. Da gab es zum Beispiel dieses eine Video, bei dem wir zwei Tage lang entweder im Wasser oder völlig durchnässt sein mussten. Natürlich hatten wir uns für den Dreh genau die beiden Sommertage ausgesucht, an denen es regnete und kalt war. Am Ende waren alle krank. Letztes Wochenende hatten wir dann einen weiteren Dreh. Es war angedacht, dass wir draußen Fahrrad fahren sollten. Als das geplant wurde, war das Wetter sehr gut gewesen. Aber natürlich musste es an dem Tag, um den es ging, morgens schneien. Als es dann wieder wärmer wurde, waren erneut alle krank. So sind Team Me!“

Playlist: Ja Ja Ja #2