Read + Listen: Ja Ja Ja #8

In Berlin by Martin

Es ist ziemlich genau ein Jahr her, da verwirklichte eine Gruppe junger, musikbegeisterter Menschen ihren Traum von einer Veranstaltungsreihe im hartumkämpften Clubleben Berlins. Erfahrung hatten sie zuvor in der Themsemetropole London gesammelt. Heute zählt der monatlich ausgerichtete Konzertabend von Ja Ja Ja zu den Lieblingsevents der hiesigen Independentgemeinschaft.

Nach sieben ausverkauften Shows bietet Ja Ja Ja am Donnerstag, den 08.10.2015, erneut ein exzellentes Line-Up, das trotz seiner Vielfalt von einem thematischen roten Faden zusammengezurrt wird. Drei nordische Newcomeracts – mit Namen Astrid S, First Hate und Manna – stellen sich dabei dem Urteil des Publikums. Bei uns erhaltet ihr wie immer exklusive Vorabinformationen zu den performenden Künstlern und könnt euch eine von ihnen kuratierte Playlist anhören. Wer sein Glück versuchen möchte, findet am Ende dieses Artikels eine Gästelistenplätze-Verlosung für entsprechenden Abend. Sicherheitsfanatiker kaufen sich hingegen lieber schnell ein Ticket, denn bekanntermaßen sind diese meist schon vor der Show schon vergriffen.

Astrid S

Astrid S by Stian AndersenAls aufstrebender Star von morgen hat man stets einen gut gefüllten Terminkalender. Astrid S dürfte dieses Problem kennen, ist sie doch seit ihrer Teilnahme in einer norwegischen Talentshow gefragter denn je. Trotz all des Stresses fand die hübsche Songwriterin Zeit, sich unseren Fragen zu stellen, und mit ein paar Klischees aufzuräumen.

Was macht Popmusik zu guter Popmusik?

„Aus meiner Sicht ein guter Chorus, bei dem man das Gefühl hat, alles würde lebendig werden!“

Ist Pop ein Label, mit dem du dich identifizieren kannst?

„Ich denke, das wäre zu allgemein formuliert. Dieser Tage ist es generell schwer, Musik noch nach Genres zu sortieren.“

Bei Facebook, Twitter und Co. hast du viele Fans. Wie wichtig sind solche Netzwerke deiner Meinung nach?

„Sie sind sehr wichtig. So kann ich jeden Tag mit meinen Fans reden und sie an meinem Leben teilhaben lassen. Das liebe ich!“

Was würdest du selbst von einem Künstler erwarten, dem du folgst?

„Ich glaube, es ist cool, hinter die Fassade blicken und etwas über das reale Leben der Person erfahren zu können.“

Hast du manchmal Angst, man könnte dich auf dein Aussehen reduzieren?

„Darüber denke ich nicht nach. Für mich geht es um die Musik.“

First Hate

First Hate by Jakob StormJoakim Nørgaard & Anton Falck Gansted alias First Hate mögen vielleicht wie unerfahrene Milchbubis aussehen, die noch ganz grün hinter den Ohren sind, doch haben es die Songs der beiden Dänen in sich – und das sowohl textlich als auch musikalisch. Flirrend, treibend und gedankenversunken erobern Stücke wie „Trojan Horse“ oder „Warsawa“ schnell den Verstand. Wir gehen auf Erklärungssuche.

Euer Sound ist sehr interessant. Wo liegen dessen Ursprünge?

„In Stunden voller Langeweile vor dem Computer. Der Sound ist meist keine bewusste Entscheidung, sondern kommt ganz von allein.“

Wenn ihr euren Stil mit wenigen Worten beschreiben müsstet, welche wären das?

„Wir würden vermutlich synthetisch, melodisch, melancholisch, tanzbar und schlängelnd benutzen.“

Seid ihr als Newcomer anfangs irgendwelchen Ratschlägen gefolgt?

„Für uns war wirklich alles neu, als wir starteten, und wir machten viele Fehler. Auch heute sind wir noch immer Anfänger und verbocken Dinge, aber das Ganze ist eben ein Lernprozess. Sollte dieser jemals aufhören, werden auch wir aufhören. Irgendjemand sagte mal, wichtig sei, einfach etwas zu tun und dann auch daran zu denken. Keine Ahnung wer das war.“

Worin besteht die Herausforderung, das Publikum beziehungsweise die eigene Anhängerschaft bei Laune zu halten?

„Ohne wie komplette Dummköpfe klingen zu wollen, aber das ist nicht wirklich schwer. Das Interesse kommt ganz natürlich, wir legen keinen Fokus darauf.“

Wie wichtig ist euch der visuelle Aspekt bei euren Shows?

„Musik und Performance sollten stets die tragenden Elemente bei Konzerten sein. Wir nutzen selten Visuals, aber der generelle optische Eindruck ist uns natürlich wichtig und dramatische Lichter, Laser und Rauch gehören auf jeden Fall zu jeder First Hate-Show. Unsere Videos und Grafiken gestalten wir auch selbst.“

Manna

MannaManna ist genau das, was dem aktuellen Programm von Ja Ja Ja noch gefehlt hat. Die feingliedrigen Kompositionen der Finnin sind ebenso schön wie besonnen. Mit viel Gefühl und ihrer markerschütternden Stimme arbeitet sich Manna durch verwobene Songwriterstrukturen und eröffnet dem Hörer gleichzeitig auch immer interessante, akustische Nebenschauplätze.

Warum heißt dein Projekt Manna?

„Ich werde so genannt, seit ich ein Baby war. Ich konnte meinen Namen Mariam nicht richtig aussprechen. Mein Gebrabbel klang wie Manna und das blieb hängen. Selbst die Lehrer in der Schule nannten mich Manna und heute werde ich oft gefragt, ob ich wirklich so heißen würde.“

Wieviel von deinem Heimatland Finnland kann man in deiner Musik finden?

„Ich fühle mich genauso wenig finnisch, wie ich mich französisch oder algerisch fühle, obwohl ich in Paris geboren wurde und mein Vater aus Algerien stammt. Meine Mutter ist Finnin und Finnland ist auch mein Zuhause, aber ich bin eher eine Mischung aus vielen Kulturen. Ich wuchs mit altem, amerikanischen Blues, Soul und Jazz auf, weswegen man wohl wenig typisch Finnisches in meinen Songs finden kann, außer der Tatsache, dass das Land ein Teil von mir ist.“

Was inspiriert dich?

„Filme, allein zu sein, Lesen, die Katastrophen des Lebens.“

Bitte erzähl uns von dem schlimmsten Song, den du je geschrieben hast, und wie dieser geendet ist.

„Ha! Ich vernichte die schlechten Tracks immer, weswegen sie nie fertiggestellt werden.“

Wie stellst du dir das deutsche Publikum vor?

„Ich weiß es nicht. Das ist das erste Mal, dass ich in Deutschland auftrete, weswegen ich super gespannt bin, was mich erwarten wird. Ich hatte einen tollen Auftritt bei Ja Ja Ja London, bin also positiv vorbelastet. Wir sehen uns!“

Playlist: Ja Ja Ja #8

Gewinnspiel

Um abschließend Tickets für die achte Ja Ja Ja-Nacht am 08.10.2015 im FluxBau zu gewinnen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff „Ja Ja Ja“ an martin@kultmucke.de. Einsendeschluss ist der kommende Freitag, der 02.10.2015. Unter allen Teilnehmern verlosen wir insgesamt 1×2 Gästelistenplätze. Bitte nennt euren vollen Vor- und Zunamen in der von euch geschickten Nachricht. Viel Erfolg!