Read + Listen: Ja Ja Ja #9

In Berlin by Martin

Genre:

Der Herbst ist da. Die wärmenden Sonnenstrahlen, die uns noch vor kurzem den Sommer versüßt haben, werden zunehmend von dicken, grauen Wolken verdrängt, während die Helligkeit des Tages der Finsternis der Nacht weichen muss. Doch was tun gegen die sich anbahnende, depressive Stimmung?

Ein Mittel, das sich bereits im letzten Jahr mehr als bewährt hat, ist ein Besuch bei Ja Ja Ja. Zum letzten Mal vor der Weihnachtspause feiern dabei drei nordische Newcomeracts ausgelassen in den Hallen des Berliner FluxBaus. Stichtag ist der 12. November und dieses Mal wird es beatlastig!
Damit ihr bestens auf dieses Event vorbereitet seid, gibt es bei uns passende Impulsinterviews mit den entsprechenden Künstlern, eine von ihnen erstellte Einstimmungsplaylist und – für die chronisch an Geldmangel Leidenden unter euch – eine kleine Ticketverlosung.

CHINAHCHINAH

CHINAH lieben den Genremix und zelebrieren diesen auch konsequent in ihren Songs. Ob Pop, R’n’B oder Electro – keine Musikrichtung ist sicher, wenn Fine, Simon und Simon zu Mikro und Instrumenten greifen. Da dürfte selbst das unterkühlte Berliner Publikum aufhorchen.

Warum ist die elektronische Musik aus eurer Sicht in den letzten Jahren immer populärer geworden?

„Die elektronische Musik ermöglicht es, den gesamten Prozess des Musikmachens zu kontrollieren. Aus unserer Sicht ist diese Tatsache für viele Künstler, uns eingeschlossen, sehr verlockend. Wir lieben es, unsere Sachen selbst zu mixen und über jedes kleine Detail zu entscheiden, bevor wir etwas veröffentlichen. Außerdem klingt ein 808-Kick manchmal besser als eine echte Kickdrum.“

Was tut ihr, um euch immer wieder neu zu erfinden?

„Nun, da wir noch nicht wirklich viel Material veröffentlicht haben, haben wir darüber ehrlich gesagt noch nicht nachgedacht.“

CHINAH trifft Ja Ja Ja. Was erwartet das Publikum?

„Die Leute sollten sich auf ernsthaftes Klaviershredding einstellen. Außerdem bringen wir einen Schlagzeuger mit, der uns hilft, unsere Musik live auf eine neue Ebene zu heben. In unseren Liveversionen experimentieren wir mit verschiedenen Versionen und Dynamiken. Das dürfte den einen oder anderen überraschen.“

Was verbindet ihr mit unserer deutschen Hauptstadt?

„Berghain, Berghain, Berghain.“

Welche Platten laufen bei euch zu Hause gerade heiß?

„Wir haben viel Nao und ihre ‚February EP‘ gehört. Außerdem auch Blaue Blumes Debüt ‚Syzygy‘. Und nicht zu vergessen Kendrick Lamars ‚To Pimp A Butterfly‘, das uns auf seltsame Weise inspiriert hat.“

M-Band

M-BandDer kühlen Ästhetik artifizieller Sounds verfallen entspinnt der isländische Nu-Electronica-Künstler Hörður Már Bjarnason alias M-Band in seinen Werken ein Netz auditiver Illusionen. Wer sich einmal in diesem verfangen hat, dem wird es schwerfallen, sich erneut freizukämpfen, lockt doch ein angenehmes Delirium.

Wo siehst du Unterschiede zwischen dir als Individuum und deinem Alter Ego M-Band?

„Da gibt es viele Unterschiede, würde ich sagen. Ich trenne diese beiden Dinge gern strikt, bis zu dem Punkt, an dem ich meine Kreationen auf meine gesammelten Erfahrungen und Ideen stütze. Auf der Bühne habe ich die Chance, jemand anderes zu sein, meine eigenen Zeremonien oder Rituale zu vollführen und dadurch Gefühle auszudrücken. Im alltäglichen Leben bin ich hingegen sehr bodenständig, mal introvertiert und mal extrovertiert.“

Was möchtest du mit deinen dunklen tiefgründigen Werken ausdrücken?

„Ich kann das nicht genau benennen. Sicher ist nur, dass ich etwas ausdrücken will. Manche Musik, vor allem intensive, düstere Musik, hatte schon immer einen Effekt auf mich, der mich eventuell selbst dazu brachte, Musik zu machen.“

Wie viel Druck brauchst du, um kreativ sein zu können? Oder ist dieser eher hinderlich für dich?

„Manchmal kann es sehr hilfreich sein, unter Druck zu stehen, und manchmal überhaupt nicht! Für mich geht es stets darum, in einen Zustand zu kommen, bei dem ich mir wenig Gedanken mache und meinen Instinkten folge, gleichzeitig aber auch noch in der Lage bin, nicht jede beschissene Idee in meine Arbeit fließen zu lassen. Bevor ich beginne, an einem Album zu arbeiten, hilft es meist, loszulassen, ein wenig kopflos mit Instrumenten herumzuspielen und fürchterlich schlechte Sachen zu schreiben. Irgendwann gelange ich dann wieder in den beschriebenen Zustand. Manchmal kann das ein sehr schmerzvoller Prozess sein. Druck hilft mir, diese Phase schneller zu überwinden.“

Welche Erfahrungen, die du bisher in deiner Karriere gesammelt hast, waren für dich am lehrreichsten?

„Ein PR-Management zu haben, machte einen großen Unterschied. Auch, nach Berlin zu ziehen, war von Vorteil, da man hier leichter Gigs spielen und Projekte finden kann.“

Du hast ein paar deiner Stücke für eine anhängende Playlist ausgesucht. Wonach bist du bei deiner Wahl gegangen?

„Das sind meine Favoriten.“

Emmecosta

EmmecostaIcons Creating Evil Art ist ein schwedisches Label, das mit seinem Künstlerkatalog die Musikbranche revolutionieren will. Eine der drei Bands, die die Start-Up-Plattenfirma dabei auf den Markt loslässt, ist das multikulturelle Trio Emmecosta.

Wenn ihr eurem Stil einen Namen geben müsstet, wie würde dieser lauten?

„Electro-Chic.“

Ihr werdet euch bei Ja Ja Ja mit CHINAH und M-Band die Bühne teilen. Inwiefern könnte dies eine gute Kombination darstellen?

„Das wird eine energiegelandene Kostprobe nordischer Stimmungen.“

Was gefällt euch an Ja Ja Ja?

„Uns gefällt, wie Ja Ja Ja auf nordische Musik aufmerksam macht.“

Wer sind eure musikalischen Helden?

„Die atmosphärischen Veränderungen während des Tages sind unsere musikalischen Helden.“

Was sollte man auf jeden Fall dabei haben, wenn man auf eins eurer Konzerte geht?

„Bringt eure sinnliche Einsamkeit mit und teilt sie mit uns!“

Playlist: Ja Ja Ja #9

Gewinnspiel

Um Tickets für die neunte Ja Ja Ja-Nacht am 12.11.2015 im FluxBau zu gewinnen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff „Ja Ja Ja“ an martin@kultmucke.de. Einsendeschluss ist der kommende Montag, der 09.11.2015. Unter allen Teilnehmern verlosen wir insgesamt 1×2 Gästelistenplätze. Bitte nennt euren vollen Vor- und Zunamen in der von euch geschickten Nachricht. Viel Erfolg!