“Janz schön verstrickt!” – Trendsport Stricken

In Berlin by Website-Einstellung

„Maschen aufnehmen. Masche links. Masche rechts. Fuck! Wie war das nochmal?“. Puh, schwitzend sitze ich inmitten einem Berg von Wolle, Stricknadeln und guten Vorsätzen. Ich wollte es ja unbedingt lernen und aller Anfang ist wohl schwer. Also nochmal auf Anfang: Aufmaschen, 25 Ösen abzählen und los geht’s. Drei Tage und gefühlte 20 Neuanfänge später weist mein Schal schon 35 Zentimeter auf, und zwar loch- und fehlerfrei, yay! Das wird mein Schal. Kein H&M, Zara, Mango whatever Standardteil von der Stange aka. den sehe ich täglich zig Mal in der Bahn mir von fremden Hälsen zuwinken – DAS Kinder wird mein Unikat, made by Icke!

Stricken werden sich jetzt viele denken ist doch voll was für Omas. Fehl gedacht! Ob in der Vorlesung, in der U-Bahn oder im Café, es wird gestrickt was das Zeug hält. Stricken und Gestricktes ist IN! – Wolle gibt’s erschwinglich überall und Stricknadeln haben Mutti oder Oma definitiv auch noch irgendwo im Nähkästchen rumliegen. Ob allein zu Hause oder im Kollektiv, wie beim „Strickwoch“ im Café Morgenrot, Stricken bringt nicht nur warme Accessoires für den Winter, sondern entspannt auch unglaublich. Gerade in der Prüfungszeit des Wintersemesters also der optimale Zeitvertreib. Dass das Stricken übrigens wortwörtlich auch in unserer Umgangssprache ziemlich verstrickt  (verwachsen) ist, zeigen Redewendungen, wie „in eine Affäre oder Widersprüche verstrickt“ zu sein oder über „bestrickenden“ (bezaubernden) Charme zu verfügen.

Für mich ist Stricken jedenfalls die kultigste Masche des Winters 2012. Also auf die Nadeln, fertig, los!