Karneval

Karneval- was du über die “Fünfte Jahreszeit” wissen solltest

In Lifestyle by Melanie

Fasching, Karneval, Fastnacht, „Fünfte Jahreszeit“, einer dieser Begriffe sagt bestimmt jedem von uns etwas, gemeint sind stets die Tage vor Aschermittwoch. Bei manchen erweckt es Kindheitserinnerungen bei anderen die Vorfreude aufs verkleiden, schminken und die Sau raus lassen. Doch warum wird Karneval eigentlich gefeiert und was hat es mit dem 11.11. auf sich? Am 11.11. um 11 Uhr 11 beginnt jedes Jahr, auf die Minute genau die Karnevalssaison. Es ist eine Schnapszahl, eine Narrenzahl, wie man im Mittelalter gesagt hätte. Einer mehr als die zehn Finger und einer weniger als die zwölf Apostel. Nichts Halbes und nichts Ganzes. 

Ursprung und Tradition

Der Ursprung des Wortes Karneval findet sich im Lateinischen. „Carne vale“ bedeutet so viel wie „Fleisch, leb wohl“. Seit dem 12. Jahrhundert gibt es im Christentum den Brauch der 40 heiligen Tage der Fastenzeit. Diesen Tagen wird eine Zeit des Schlemmens, des Genusses und des Schabernacks voran gestellt. Die Närrische Zeit findet alljährlich in dem Zeitraum zwischen den Feiertagen Heilige Drei Könige und Aschermittwoch statt. Im engeren Rahmen sind es allerdings nur sechs Tage, welche traditionell mit „Fastnacht“ betitelt werden. Die Tage beginnen am Donnerstag vor dem Fastnachtssonntag, allgemein auch als Weiberfastnacht bekannt und enden mit dem Fastnachtsdienstag. In der Weiberfastnacht ist es seit dem 20. Jahrhundert Brauch, den Männern ihre Krawatten abzuschneiden, dies soll symbolisch dafür stehen ihnen die „Macht abzuschneiden“. Als Entschädigung bekommen sie ein „Bützchen“, also ein Küsschen von den Damen.  Am Rosenmontag, dem Höhepunkt der Karneval Saison, findet dann der berühmte Kölner Rosenmontagszug statt. Der erste Zug wurde 1823 veranstaltet. An diesem Tag fahren Fest- und Persiflagewägen unter einem bestimmten Motto durch die Straßen und repräsentieren den Stolz und Prunk des Karnevals und seiner dazugehörigen Gesellschaften. Die Wagen ziehen drei einhalb Stunden an den Zuschauermassen vorbei und werfen Karamelle und Schokolädchen, verteilen Bützje und Strüßje und feiern sich und ihre Stadt.

Welcher Narrenruf wird wo gesagt?

Alaaf, Helau, Alä, Hex, Meck oder Knolli – die Narrenrufe in Deutschland sind so unterschiedlich wie die Regionen, in denen sie ausgerufen werden. Mit ihnen drücken die Narren ihre Freude aus und lassen die fünfte Jahreszeit hochleben.  Kölle Alaaf, der wohlbekannteste Narrenruf ist nicht nur in Köln vertreten sondern auch in großen Teilen des südlichen Rheinlands. Ein kleiner History fact am Rande: „Alaaf“ ist  auf einen Trinkspruch „all af“ zurückzuführen. Das bedeutet so viel wie „alles weg, alles ab“. Düsseldorf Helau, in der zweiten Karnevalshochburg wird sich mit einem dreifachen Helau begrüßt. In Mainz, Koblenz und auch in vielen Vereinen in Rheinhessen wird dieser Ruf verwendet. Ahoi, wird im Badischen Kreis von den Umzugswägen und Narrenschiffen gerufen. Hier wird der Karneval auch „Fasnacht“ genannt. Auch im Norden Deutschlands wird dieser Ruf genutzt, welcher auf die Schifffahrt zurückzuführen ist. In der schwäbisch-alemanischen Fasnacht tönt es hingegen „Narri, Narro“. Soll heißen, die Darsteller rufen laut „Narri“ und die Zuschauer antworten mit „Narro“. In dieser Region sind farbenfrohe Masken und Kostüme üblich. Sie sollen Wilde Kreaturen wie Hexen, Teufel und andere Furcht einflößende Figuren darstellen. Alleh hopp, wird im Saarland gerufen und rührt vermutlich daher, dass sie neben Frankreich liegen. „Allez hop“ bedeutet auf der Sprache der Liebe schließlich so viel wie „los geht’s“.

Karneval in anderen Ländern

Der wohl bekannteste Karneval und zugleich eines der größten Events der Welt findet in Rio de Janeiro statt, dort stellen die Tänzer der Sambaschulen ihr Talent bei prunkvollen Straßenparaden zur Schau. Doch auch in Kälteren Regionen wird der Karneval auf die ein oder andere Art zelebriert. In Kanada zum Beispiel wird der Winterkarneval gefeiert, doch dieser läuft ein wenig anders ab. Die Kanadier kostümieren sich nicht, im Gegenteil, sie ziehen eher fast blank. Der Fokus liegt dabei vor allem auf Spaß und dem Alkoholkonsum. Bei den Russen wird Fasching als ‚Maslenitsa‘ bezeichnet, was mit Butterwoche übersetzt werden kann. Dieses einwöchige ostslawische Fest wurde eingeführt, weil die Einheimischen kurz vor der Fastenzeit kein Fleisch mehr essen sollten, jedoch noch nicht auf Butter, Milch, Milchprodukte, Eier und Fisch verzichten müssen. Zum Abschluss des Festes wird die Masleniza-Puppe feierlich verbrannt, was dem Land wärmere Tage bescheren soll.