KLANGKULT: Sea Change

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Als graue Kolosse wachen sie über die Stadt. Vor allem zu DDR-Zeiten schossen Plattenbauten wie Pilze aus dem Boden. Vom Himmel geküsst und den lebendigen Straßen der Stadt umschlungen prägen diese monumentalen Bauwerke das Erscheinungsbild Berlins seit Jahrzehnten. An einem sonnigen Samstagmittag macht sich unser KLANGKULT-Team auf den Weg zu einem der höchsten Vertreter dieser seltsam anmutenden Häuser.

Mit dem Fahrstuhl geht es in den 17. Stock. In den Fluren riecht es leicht süßlich. Irgendwie vertraut. Und doch scheinen wir uns in einer Parallelwelt zu befinden, einem zirkulierenden Mikrokosmos, einem Reich fernab des geschäftigen Treibens vor den Fensterscheiben. In einer der unzählbaren Wohnungen begegnen wir schließlich Ellen A. W. Sunde alias Sea Change. Die Norwegerin stattet Berlin einen kurzen Besuch ab und möchte die Gelegenheit nutzen, um uns mit ihrem rauen Synthie-Pop zur Alltagsflucht einzuladen. Während wir nun also von oben auf den Alexander Platz schauen und uns der Tatsache bewusst werden, dass diese Stadt uns überdauern und noch lange nach uns bestehen wird, erklingt im Hintergrund „Spinning Wheels“ – das erste Stück, das Sea Change je geschrieben hat, und das sich nicht einmal auf ihrem wundervollen Debütalbum „Breakage“ finden lässt. Genießt nun also mit uns jene eindrucksvolle Lo-Fi-Performance.

Foto © by Susanne Erler