Kultverdächtig I – The Stories Behind The Tracks (1)

In Musik by Website-Einstellung

Genre:

Was bedeutet Musik für euch? Diese Frage stellten wir im aktuellen Kalenderjahr 19 verschiedenen Acts und erhielten darauf teils ungewöhnliche Antworten. Im Rahmen unserer Rubrik „Kultverdächtig“, die sich, seit ihrer Gründung im Februar 2013, als feste und gern gelesene Rubrik im Hause Kultmucke etablieren konnte, waren wir monatelang in den unendlichen Weiten des Musikuniversums unterwegs, um nach funkelnden und zu großen Teilen noch unentdeckten Klängen zu suchen. Und zwar fernab des hell erleuchteten Mainstreams. Wir fanden zahlreiche Künstler, die durch ihre Originalität und den Mut, tonale Experimente zu wagen, nicht nur uns, sondern auch euch Leser, mehr als begeistern konnten. Nun kehren wir von der langen Odyssee zurück zu unserem Heimatplaneten, wo wir für einen Moment verweilen wollen, bevor es 2014 erneut auf die Reise geht. Im Gepäck haben wir, neben der mit großartigen und extra für uns eingespielten Coverversionen bestückten Kultverdächtig-Playlist, auch ein ganz intensiv strahlendes Juwel. Nämlich unsere erste Compilation, die den Namen „Kultverdächtig I“ trägt.

Insgesamt 16 Bands und Solokünstler haben uns die Ehre erwiesen und ihre Tracks für „Kultverdächtig I“ beigesteuert. Jene Stücke sind, mit ein paar wenigen Ausnahmen, übrigens nur bei uns erhältlich. In der kommenden Woche möchten wir nun einen ausführlichen Blick auf die ausgewählten Songs werfen, bevor am kommenden Freitag, den 20.12.2013, die Compilation offiziell erscheinen wird. (Pssst… es gibt sie übrigens schon bei iTunes vorzusbestellen!)

 

01. Reba Hasko – Oh Ye Of Little Faith

Mit ihr fing alles an. Die New Yorkerin Reba Hasko war es, die „Kultverdächtig“ einst das Leben einhauchte. Als wir uns damals der akustischen Traumtänzerin widmeten, um sie euch ausgiebig vorzustellen, hätten wir nicht erahnen können, wo wir weniger als ein Jahr später mit diesem Projekt stehen würden. Demnach sollte auch ihr die Ehre gebühren, die erste Kultverdächtig-Compilation zu eröffnen. Und dies tut sie mit intensiver Nachdrücklichkeit. „Oh Ye Of Little Faith“ ist ein düsteres, von Nebelschwaden umgebenes Zeugnis für die Kreativität Reba Haskos. Während im Hintergrund die Rufe eines Seetauchers erklingen, kriecht der Track langsam in das Unterbewusstsein des Hörers, wo er dessen innere Ruhe in Aufruhr versetzt. Inspiriert zu „Oh Ye Of Little Faith“ wurde die Singer Songwriterin, die übrigens auch lange Zeit in Berlin lebte, durch eine Illustration des Gegenwartskünstlers Thomas Christopher Haag, welche das Fabelwesen Minotaurus zeigt.

Für mich ist „Oh Ye Of Little Faith“ eine Art feministische Hymne. Es ist ein Liebessong für einen einfühlsamen Menschen, der sich in Selbstzweifel gestürzt hat. Die Gesellschaft hält für Frauen recht widersprüchliche und ermüdende Rollenangebote parat, mit denen sie sich identifizieren sollen. Dies ist nun meine freundliche Erinnerung, sich selbst zu sagen, dass man ein Wunder ist, oder ein Wundermacher. Sei stark. Sei der Minotaurus. Besitze Glauben.

Mehr zu Reba Hasko: Facebook | Myspace | Bandcamp

 

02. Early Autumn Break – The Cuckoo

Wer „Kultverdächtig“ kennt, dem sind auch die Folkrocker von Early Autumn Break ein Begriff. Susan Bauszat und ihr Ehemann Chris Bauer gründeten die Band ursprünglich als Duo. Als sie dann jedoch mit ihrem Liedgut durch die Clubszene Deutschlands tourten, wurde Susan und Chris Takt um Takt bewusster, dass die Musiker, welche sie bei ihren Auftritten stets begleiteten, schon lange zu einem festen Teil der Familie geworden waren. Für die Aufnahmen zum letzten und aktuellen Album „Farewell To The Juvenile Heart Volume One“ wurde es demnach etwas enger, wenngleich gemütlicher, im Studio. Zu sechst überzeugt die Kombo mit der Wiederbelebung eines Genres, das schon lange tot geglaubt war und arbeitet nebenbei fleißig an dem für das Frühjahr 2014 geplanten „Farewell To The Juvenile Heart Volume Two“. Für ihr Kultverdächtig-Feature interpretierten Early Autumn Break das alte Traditional „The Cuckoo“ neu, welches so schön ist, das wir es auch auf unserer Compilation nicht missen wollten.

‚The Cuckoo‘ ist eine traditionelle Folkballade, in der der Sprecher beziehungsweise die Sprecherin über das Liebeswirren reflektiert und an die Aufrichtigkeit appelliert.

Mehr zu Early Autumn Break: Facebook | Myspace | Bandcamp

 

03. Memoriez – Vibes Last Train

Oh, wie kratzte diese Stimme in unseren Gehörgängen, verschaffte sich einen festen Platz in unseren Erinnerungen und grub sich mit jeder Sekunde tiefer in unser auditives Gedächtnis ein. Was Joachim Zunke mit seinen Stimmbändern anstellt ist, schon für sich genommen, unglaublich. Wenn sich dann jedoch noch seine drei Bandkollegen von Memoriez dazu gesellen, dann entsteht mit jeder produzierten Note ein unvergesslicher Moment. Ein Augenblick, der sich in das kollektive Unterbewusstsein einbrennt und für immer dort verankert sein wird. Das Hamburger Quartett erschuf mit „Huntin‘ A Hurricane“ eins der Newcomeralben dieses Jahres. Und auf dem 11 Stück starken Werk befindet sich auch „Vibes Last Train“, eine vitalisierende Fucked-Up-Soul-Nummer, die nun beschwingt auch auf unsere Copilation wandert.

Schon Robert Schumann pflegte zu sagen, die beste Art über Musik zu reden, sei die, zu schweigen.

Mehr zu Memoriez: Offizielle Website | Facebook

 

04. The BackBox Ballroom – Cruel

Sie und er lassen es soundtechnisch gern gehörig krachen. Sie und er wandern gern auf den Pfaden harter Gitarrenriffs. Sie und er haben im Motorcity Rock’n’Roll ihre ganz eigene Erfüllung gefunden. Sie und er, das sind The BackBox Ballroom. Das mysteriöse Duo besteht aus einer Lady und einem Kerl. Weitere Auskünfte zu den zwei Herrschaften, die irgendwo aus dem Südwesten Deutschlands kommen, erlangen zu wollen, gleicht dann aber auch schon der sprichwörtlichen Suche nach dem Heiligen Gral. Doch so undurchsichtig die Informationen, die die beiden Geheimniskrämer zu ihrer Identität preisgeben, auch sein mögen, ihre Songs sind es wahrlich nicht. Regelmäßig kann der Hörer innerhalb dieser versuchen, eine gewaltige Wall Of Sound zu erklimmen, von deren Spitze aus, sich ein gewaltiger Ausblick auf vibrierende Klanglandschaften eröffnet. Auch „Cruel“ steht dem in nichts nach und gibt zudem einen Vorgeschmack auf die musikalische Zukunft von ihr und ihm.

Bei ‚Cruel‘ geht es um Bewusstsein, Selbstreflexion und Reue.

Mehr zu The BackBox Ballroom: Offizielle Website | Facebook

 

05. Edward Francis feat. Phia – This City

Eine Frau und ihre Kalimba machen gerade von sich reden. Nicht nur in unserer Hauptstadt tuschelt man über das begabte Fräulein aus Australien, nein, auch der Rest der Republik und Europas wird langsam hellhörig, wenn Phia zum Mikro greift. Bewaffnet, einzig und allein mit einer Loopstation und ihren wunderbaren Gesängen, wird diese oft innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Publikumsmagneten. Noch bevor sie mit der Arbeit an ihrem lang ersehnten Debütalbum begann – hartgesottene Fans warten darauf schon seit Ewigkeiten – kollaborierte Phia mit den unterschiedlichsten Kollegen. Darunter auch Landsmann und langjähriger Freund Edward Francis, den wir euch zu gegebener Zeit noch ausführlicher vorstellen werden. Zusammen haben die beiden Soundtüftler ein großartiges Stück Musik erschaffen, welches nun Einzug auf unsere Compilation erhält. „This City“ vereint die Leidenschaft zweier Vollblutmusiker, was Harmonie, Beatvernarrtheit und Authentizität anbelangt.

Edward: Der Song ist durch meinen Umzug von Melbourne nach Berlin inspiriert. Es geht um den Optimismus und die Aufgeschlossenheit, die man fühlt, wenn man in eine neue Stadt gelangt, und dem Verlangen danach, in diesem Zuge eine neue Person zu werden. Ich versuchte einen Track zu kreieren, der zwischen Zuversicht und Melancholie hin- und herpendelt, während er den Moment beschreibt, wenn undefinierbare Hoffnungen und Erwartungen auf die Realität treffen.

Mehr zu Phia: Offizielle Website | Facebook

Mehr zu Edward Francis: Facebook | Bandcamp

 

06. LUAI – One Step (Acoustic)

2013 wurde LUAI alias Saara Markkanen zu einer Art Dreh- und Angelpunkt im Geschehen von „Kultverdächtig“. Ihr ist es beispielsweise auch zu verdanken, dass wir auf viele der präsentierten und einige noch vorzustellende Künstler aufmerksam geworden sind. Das ist nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass Saara im Laufe der Zeit, einen festen Platz in der Berliner Songwriterszene einnehmen konnte und nahezu jeder, der die sympathische Finnin kennenlernt, sich umgehend in ihre aufgeschlossene Wesensart und ihre Passion für Melodie und Klang verliebt. Auch beim diesjährigen Hipster Cup verzauberte LUAI ihr Publikum, allem voran mit dem unheimlich schönen „One Step“. Da der besagte Song bisher noch nicht veröffentlicht wurde, fragten wir Saara, ob sie eventuell bereit wäre, diesen für unsere Compilation erstmalig professionell aufzunehmen. Mit einem Lächeln im Gesicht sagte sie schließlich zu und Kultmucke ist unsagbar glücklich über ihre Teilnahme.

‚One Step‘ erzählt davon, wie es ist, die Zerbrechlichkeit des Lebens zu spüren und wie man dieses gleichzeitig genießen sollte.

Mehr Infos zu LUAI: Offizielle Website | Facebook | Bandcamp