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Kultverdächtig: Tristan Brusch

In Kultverdächtig, Musik by Joseph

Tristan Brusch liefert extravaganten Trash-Pop, der Deutschland nachhaltig verändern könnte. Darin war sich der Feuilleton schon vor Veröffentlichung seines Debütalbums „Das Paradies“ einig. Dem Musiker gelingt der Spagat zwischen Emotion und Erschrecken, Erstaunen und Experiment, wie keinem anderen.

Tristan Brusch wurde Musik quasi mit in die Wiege gelegt. Der Vater Violinist von Beruf, die Mutter leidenschaftliche Klavierspielerin – daher ist es auch nicht verwunderlich, dass Brusch Musik schon eigentlich seit immer macht. Schon im Alter von 14 Jahren komponierte er erste Songs und nahm bis dato 11 (!) englischsprachige Alben auf. Einem größeren Publikum bekannt, wurde er jedoch erst, als Maeckes einen seiner „Uralt-Tracks“, Little Funny Man für den Klassiker Jetzt samplete. So entstand der Kontakt zu den Orsons – für den Musiker einer der wichtigsten Knotenpunkte seiner Karriere. Es folgten mehrere Kollaborationen mit den Orsons. Besonders prägend war für Brusch die Zusammenarbeit mit Rapper Maeckes, für dessen Soloalbum Tilt er die Musik komponierte. Es folgten weitere Kollaborationen mit Cro, Fat Toni & Mine. Bei Letzteren war er sogar als Supportact auf deren Tour dabei.

Paradiesvogel und leidenschaftlicher Faulenzer

Da Brusch sich selbst als leidenschaftlichen Faulenzer beschreibt, wundert es nicht, dass zwischen seiner ersten deutschsprachigen EP Fisch und seinem Debütalbum drei Jahre ins Land gezogen sind. Jetzt haben wir aber auch alle wichtigen musikalischen Eckdaten zu Brusch abgearbeitet und kommen zum Wesentlichen – etwas Größerem, nämlich sein Debütalbum Das Paradies. Das Album erschien am Anfang Juni 2018 über das Major Label Warner Music und liefert einen beeindruckenden Facettenreichtum. Nicht musikalisch sondern auch thematisch wechselt der Wahlberliner zwischen Depression und Tod, Sex, Feminismus und Patriarchat und hält dem deutschen Mainstream den Spiegel vor.

Von Punk bis Chanson

Doch nicht nur verschiedene Themen, sondern auch unterschiedlichste musikalischen Einflüsse machen sich auf Das Paradies bemerkbar. So folgt auf jeden Track ein kleiner musikalischer Stilbruch, was nicht unbedingt an der Anordnung, sondern schlicht an der musikalischen Bandbreite liegt. Während Brusch in Zuckerwatte melancholisch von verpassten Chancen und verschüttetem Bier singt, geht es zwei Lieder weiter mit Trümmer in bester Punk-Manier um Revolution und den Drang etwas kaputtzuschlagen. Einen einzigen Feature-Gast hat sich Brusch mit ins Paradies geholt. Charlotte Brandi ist nicht nur eine langjährige Freundin, sondern auch Sängerin und Keyboarderin des Me and my Drummer. Auch wenn sich die musikalische Einordnung schwierig gestaltet, wünschen wir Brusch, dass er seine selbst gesteckten Ziele erreicht:

„Ich will auf jeden Fall auf den großen Schlagerbühnen landen. Und ich will, dass Helene Fischer nicht mehr Schlagergöttin ist, sondern ich die neue Schlagergöttin bin.

Hier das Video zu Zuckerwatte, eine der erste Track des Albums Das Paradies:

„Das Paradies“-Trackliste:

01. Zuckerwatte
02. Karussell
03. Trümmer
04. Loch
05. Ich lass dich nie los
06. Neujahrsschnee
07. Die fetten Jahre
08. Dispoqueen (feat. Charlotte Brandi)
09. Nicht mehr Zuhaus
10. Pustefix
11. Hier kommt euer bester Freund
12. Tier

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