Marsimoto: zurück mit neuem Album und Video

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Nun sind fast zehn Jahre vergangen, seit Marsimoto mit seinem Debütalbum „Halloziehnation“ die deutsche Rap und HipHop-Welt bereicherte. Der stets in grünem Outfit erscheinende Rebell aus Rostock, der mit richtigem Namen Marten Laciny heißt und sich ebenfalls unter dem Namen „Marteria“ größter Bekanntheit erfreut, dürfte mittlerweile jedem ein Begriff sein. Am 12.06. ist Marsimotos nunmehr viertes Album erschienen, inklusive dem Video „Illegalize it“.

Ring der Nebelungen“, so der Titel des neuen Werks vom grünen Mann mit gepitchter Stimme. Eigentlich als Nebenprojekt geplant und aus einer Laune heraus entstanden, hat Marsimoto in Sachen Alben gegenwärtig mehr zu bieten als der eigentliche Hauptact Marteria.

Der Künstler fällt durch sein Faible für grüne Farbe auf. Die ihn umgebenden Rauchschwaden, der Umhang, seine Maske, die Substanz, der er so zugetan ist – alles grün! Durch seine Erscheinung wirkt er manchmal wie ein Superheld, durch seine Texte wie ein Superkiffer. Was den Wahlberliner aber tatsächlich auszeichnet und von anderen Künstlern unterscheidet, ist seine durch Effekte extrem veränderte Stimme. Einige können damit so gar nichts anfangen, andere wiederum schwören auf diese außergewöhnliche Tonlage. Was man nicht vergessen sollte zu erwähnen – im Gegensatz zu Marteria ist „Marsi“ derjenige, der ausgeflippter daherkommt. Im Marsimoto-Modus spricht und schwärmt er offen über seinen übermäßigen Cannabis-Konsum.

Naja, und was soll man zum Jamaika-Klischee groß sagen? Freunde des grünen Krauts erholen sich am liebsten auf der Karibikinsel, so auch die Crew von Green-Berlin. Versorgt und beschallt mit dicken Dancehall-Beats, hört man diesen Einfluss unter anderem an den übersteuerten Synthies und Bässen, die sich stetig durch das Album ziehen.

Wie der Titel der Platte schon verrät, vernebelt uns das Gesamtwerk, wirkt dabei aber immer angenehm und man hat nicht das Gefühl, als würde das Nervensystem jeden Moment an Reizüberflutung leiden. Auch textlich brilliert der Rapper abermals mit Widersprüchen oder Wortneuschöpfungen und somit heben wir beide Daumen in Richtung Himmel. Oh mein Gott, dieser Himmel …