Muss Fleisch teurer werden?

In Lifestyleby Arunika

Die Diskussionen gehen heute durch alle Parteien und Redaktionen: Muss Fleisch anders und generell teurer besteuert werden? Können wir uns den hohen Fleischkonsum umwelttechnisch weiterhin leisten? Wir haben die Diskussion zusammengefasst.

Die Grünen sind mit ihrem Vorschlag, Fleisch teurer zu besteuern zusammen mit dem Deutschen Tierschutzbund heute in aller Munde. Auch SPD und CDU sind grundsätzlich offen für den Vorschlag.

Um was genau geht es hier?

Die Deutschen konsumieren mit rund 60 kg Fleisch pro Kopf pro Jahr deutlich mehr, als das Klima und eine artgerechte Tierhaltung erlauben. Auch die gesundheitlichen Bedenken von zu hohem Fleischkonsum sind mittlerweile sogar von der WHO bestätigt. Der Fleischkonsum im globalen Norden muss geringer werden, allein schon damit wir den CO2-Ausstoß senken können. Doch wie erreicht man eine Reduktion des Konsums?

1. Die Mehrwertsteuer erhöhen

Einige Politiker sprechen sich vor allem dafür aus, den Mehrwertsteuersatz auf Fleisch zu erhöhen. Momentan wird Fleisch als „Artikel des täglichen Bedarfs“, also als notwendiges Grundnahrungsmittel besteuert. Dies allein ist mehr als veraltet. Fleisch sollte aus gesundheitlicher und umwelttechnischer Sicht eher ein Luxusgut, sein das man sich ab und an gönnt, anstatt es 3 mal täglich zu konsumieren Der Regelsteuersatz von 19% wäre also durchaus angemessener, zumal pflanzliche Ersatzprodukte wie Hafermilch ebenfalls so besteuert werden. Nachteil der Erhöhung der Mehrwertsteuer ist, dass die Einnahmen in den allgemeinen Steuertopf fließen und so vermutlich nicht für die Verbesserung der Haltungsbedingungen von Nutztieren verwendet werden. Das ist allerdings das Anliegen des Tierschutzbunds.

2. Eine Fleischsteuer einführen

Der Vorschlag der Tierschützer ist, eine Fleischsteuer einzuführen. So wird Fleisch teurer und exklusiver und die Einnahmen aus der Steuer können genutzt werden, um die Haltung der Nutztiere zu verbessern. Als Parallele zur CO2-Steuer könnte dies ein Schritt Richtung artgerechterer Haltung und weniger Fleischkonsum sein.

Die Kritik

Tierwohl und Umweltschutz durch Steuern? Das kann ein erster Schritt für mehr Bewusstsein sein, es straft aber auch die ab, die sich sowieso wenig leisten können. Sozial Benachteiligte werden also durch die Steuer abgestraft, Gutverdienende nehmen die Preiserhöhung vermutlich einfach in Kauf und ändern wenig an ihrem Konsum. Zudem müssen auch die Fleischproduzenten mehr in die Verantwortung genommen werden. Außerdem könnte der Preisanstieg die eh schon teureren Bio-Fleischprodukte unattraktiver machen und den Konsum von konventionellem Fleisch erhöhen. Insgesamt kann dieser Vorstoß also ein guter erster Schritt sein, er kann aber auch wirkungslos bleiben oder Ungerechtigkeit noch verschärfen.