Das etwas andere Label: One Sunny Day Recordings

In Musik by Martin

Musiklabels gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Viele von ihnen schreiben sich dabei auf die Fahne, den besten, originellsten und hippsten Künstlerkatalog vorweisen zu können. Etwas bescheidener präsentieren sich die Düsseldorfer von One Sunny Day Recordings. Vor vier Jahren fassten Susan Bauszat und Chris Bauer, die es als musizierendes Ehepaar namens Early Autumn Break bereits in unsere „Kultverdächtig“-Kolume geschafft haben, den Entschluss, sich von den walzenden Mechanismen der Industrie nicht weiter zermartern zu lassen, sondern stattdessen auf eigenen Beinen stehen zu wollen.

One Sunny Day Recordings LogoMittlerweile haben sie in den Mod-Rockern Riviera Brothers, rund um Frontman Roland Wolff, der mysteriösen Synthie-Pop-Formation Hill Myna und den Indierockern Any Of Both die adäquate Verstärkung gefunden, um One Sunny Day Recordings Ruf, als Plattenfirma mit Herz und Verstand, zu untermauern. Die Acts der Labelfamilie zeichnen sich allesamt durch ihre kompromisslose Liebe zur Musik aus, scheuen keine Experimente und nehmen auch in Kauf, nicht sofort mit Reichtum und Erfolg überschüttet zu werden.
Kultmucke unterhielt sich mit Susan Bauszat und Chris Bauer über die Glanz- und Schattenseiten der Musikindustrie,  die Entwicklung und Expansion ihrer Plattenfirma sowie den bunten Strauß an Artists, den One Sunny Day Recordings mittlerweile zu bieten hat. Am Ende des Artikels findet ihr außerdem Hörproben zu allen Künstlern und ein umfassendes Gewinnspiel.

Wann und wie kam es zur Gründung von One Sunny Day Recordings?

„Eigentlich war das eine ganz spontane Idee. Als wir mit Early Autumn Break 2010 unser zweites Album ‚Swimming with Children‘ aufgenommen haben, wollten wir den Release selber in die Hand nehmen. Es ging einfach darum, für uns eine Plattform zu finden, die wir langfristig aufbauen und über die wir jederzeit selbst entscheiden können.“

Weshalb habt ihr One Sunny Day Recordings als Namen für euer Label gewählt?

„Es gab mal einen Song namens ‚One Sunny Day‘ von uns. Irgendwie schien das das perfekte Bild für unsere Musik zu sein.“

Verfolgt ihr mit One Sunny Day Recordings eine bestimmt Philosophie?

„Wir pendeln stetig zwischen hochwertigem musikalischen Content und kommerziellem Selbstmord – nein, im Ernst, bei uns geht es halt wirklich nur um die Musik. Finanzieller oder kommerzieller Erfolg sind erst einmal zweitrangig. Sollten sie sich einstellen, na bitte. Wenn nicht, dann auch okay! Wir haben tatsächlich in den letzten Jahren eine Menge Leute kennengelernt, die diese Herangehensweise sehr zu schätzen wissen oder bereit sind, diesen Weg mitzugehen.“

Was bedeutet es, ein eigenes Label zu führen?

„Die zwingende Notwendigkeit, sich ständig ins Gespräch bringen zu müssen.“

Wie erlebt ihr denn die deutsche Musikbranche?

„Mit dem deutschen Mainstream-Musikmarkt haben wir natürlich kaum etwas zu tun. Aber es gibt da draußen einen unglaublich reichhaltigen subkulturellen Bereich mit fantastischen Musikern, Bands, unabhängigen Musikjournalisten und Organisatoren, die sich immer auch für ‚kleinere‘ Bands und Labels einsetzen.“

Ihr seid, wie bereits erwähnt, nicht nur Labelgründer, sondern auch selbst Musiker. Inwiefern ist das ein Vorteil und wo vielleicht auch ein Nachteil?

„Nun, im Prinzip müssten wir uns zwei- oder vierteilen, um all die Aufgaben zu erledigen, die so ein Label mit sich bringt. Da wir nebenbei auch noch arbeiten müssen, kann das manchmal recht schwierig sein. Als Musiker wollen wir uns natürlich in erster Linie um die Musik kümmern und da haben wir mit unserem eigenen Label die künstlerische Freiheit, die wir brauchen, auch wenn das Label selbst häufig leider viel zu kurz kommt, gerade in Sachen Promoarbeit. Aber als Musiker betrachten wir das Label weniger aus wirtschaftlicher Perspektive und das gibt uns doch eine gewisse Gelassenheit im Umgang mit der Labelarbeit.“

Wonach wählt ihr die Acts aus, die ihr bei One Sunny Day Recordings aufnehmt?

„Unsere Labelfamilie besteht momentan aus befreundeten Bands und Musikern, mit denen wir gemeinsame Sache machen, das heißt jeder kümmert sich um die eigene Promoarbeit, Online-Präsenz etc. und One Sunny Day Recordings fungiert dabei sozusagen als Rahmen. Momentan fehlen uns leider die Mittel, um weitere Bands bei uns aufzunehmen.“

 Bitte erzählt doch noch kurz etwas zu euren einzelnen Künstlern!

„Alles begann mit unserer Folkrockband Early Autumn Break, dann kam Roland Wolff mit seinen Riviera Brothers und auch solo hinzu, dicht gefolgt von Hill Myna und schließlich den außergewöhnlichen Indie-Proggern von Any Of Both.“

Welche Pläne habt ihr in nächster Zeit mit One Sunny Day Recordings?

„Wir würden, in absehbarer Zeit, sehr gerne einen Label-Abend mit allen Bands veranstalten. Dann werden wir uns im September dieses Jahres auf der Messe New Düsseldorf Pop präsentieren. Mal sehen, was uns noch so Spannendes begegnet.“

 

Verlosung

Damit auch ihr euch von One Sunny Day Recordings und den Künstlern des Labels überzeugen könnt, möchten wir euch abschließend die Chance auf ein prall gefülltes Musikpaket bieten, das neben den Alben „Swimming With Children“ und „Farewell To The Juvenile Heart Volume 1“ von Early Autumn Break auch das Debüt der Riviera Brothers namens „From A Box“ und Any Of Boths Platte „Recipes“ enthält. Wer sich dies nicht entgehen lassen will, der schickt eine Mail mit dem Betreff „One Sunny Day Recordings“ an martin@kultmucke.de. Einsendeschluss ist der kommende Dienstag, der 01.07.2014. Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

 

Hörproben

Early Autumn Break – Heartspell

 

The Notorious Riviera Brothers – Little Sister

 

Roland Wolff-Riviera – People Like To Talk

 

Hill Myna – Today

 

Any Of Both – Cockoo Cookie