Musik für die Ewigkeit: Patrick Watsons „Love Songs For Robots“

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Künstler wie Feist, The Cinematic Orchestra oder der Meisterkomponist Philip Glass sind von seinem Talent mehr als überzeugt, die Regielegende Wim Wenders arbeitete jüngst mit ihm zusammen und auch die Fachpresse zeigt sich extrem begeistert: Patrick Watson ist der stille und gleichsam hoch geschätzte Filout der Aternative-Branche. Ohne viel Tamtam, dafür mit einer ungeheuren Hingabe, veröffentlichte der Kanadier in den letzten 15 Jahren insgesamt fünf Alben – anfangs solo und später zusammen mit seinen Bandkollegen  Simon Angell, Mishka Stein und Robbie Kuster. Am Freitag erscheint mit „Love Songs For Robots“ ein weiterer Geniestreich aus der Feder des Kanadiers.

Wie viel Zartheit und Fragilität kann eine Platte ertragen, bevor sie zerbricht? Auf „Love Songs For Robots“ stellt sich Patrick Watson dieser Frage unerschrocken entgehen und beweist, dass das Wort gefühlsbetont weitaus mehr zu bedeuten hat, als auf musikalischer Ebene den Takt zu verlangsamen und ein paar schluchzende Klavier- oder Streicherarrangements in Szene zu setzen. Es sind weder herzzerreißende Lyrics noch weinerliche Gesänge, die Songs wie „Know That You Know“, „In Cirlces“ oder „Turn Into The Noise“ zu atemberaubenden Meilensteinen der Musikgeschichte machen. Nein, diesen Stücken wohnen eine Wahrhaftigkeit und Anmut inne, die kaum Vergleiche kennen. Bereits der titelgebende Opener „Love Songs For Robots“ entführt den Hörer in ein Reich voll sanfter Opulenz. Binnen weniger Sekunden driften die Gedanken davon, als habe man die Zündschnur eines Feuerwerks entzündet. Kurz darauf findet man sich in einem Nebel aus Synthesizern, akzentuierten Drumbeats, Pianoschwaden und verträumten E-Gitarrenriffs wieder – stets durchdrungen von den markerschütternden Gesängen Watsons, die von einem Track zum nächsten führen. Jener Leitfaden passiert unter anderem das fiebrige „Bollywood“, seinen flirreden Nachfolger „Hearts“ oder das fast schon an Al Stewart erinnernde „Grace“. Gekonnt schlägt Watson dabei Brücken zwischen den verschiedensten Genres und bedient sich vielerorts an interessanten Soundelementen, ohne jedoch im Geringsten den Kurs zu verlieren. Und so steuert er in Richtung eines strahlenden Klanghorizonts, während er mit unglaublich viel Fingerspitzengefühl die Regler seiner Instrumente bedient.

Steckbrief

Künstler: Patrick Watson

Platte: Lovesongs For Robots

Musiklabel: Domino Recordings

Veröffentlichung: 08.05.2015

Mucke:  Alternative, Postrock, Noise, Electronica, Synthie Pop, Singer Songwriter, Folk

Hitverdächtig: „Bollywood“, „Hearts“, „Turn Into The Noise“, „Know That You Know“

Klingt nach: Einem einzigartigen Zusammenspiel des Erbes zahlreicher Legenden wie My Morning Jacket, Anthony And The Johnsons, AIR oder Wilco. Patrick Watson beweist mit „Love Songs For Robots“, dass es auch 2015 noch Platten geben kann, die die Ewigkeit überdauern werden, ohne zu altern.

Kult: Ein Album wie „Love Songs For Robots“ bewegt sich außerhalb bekannter Maßstäbe – es will sich gar nicht messen und genau das macht es sympathisch. Fern jedweder Konkurrenz lebt es sich eh besser und so wohnt den zehn Stücken der Platte eben jene entspannte, melancholische Grundstimmung inne, die sich – auch wenn es dieser Artikel probiert – kaum in Worte fassen lässt. Kult. Auf ganzer Linie.

Reinhören

Gewinnspiel

Es wäre ja nun fast schon unsagbar gemein, wenn wir euch die ganze Zeit von diesem wunderbaren Album vorschwärmen würden, ohne gleichzeitig die Chance zu offerieren, eventuell bald ein Exemplar dessen euer Eigen nennen zu dürfen. Deswegen verlosen wir auch eine CD von „Love Songs For Robots“ unter alldenjenigen, die bis spätestens kommenden Sonntag, den 10.05.2015, eine Mail mit dem Betreff „Patrick Watson“ an martin@kultmucke.de geschickt haben. Die Teilnahme ist nur aus Deutschland möglich und der Rechtsweg ist ausgeschlossen.