“Pfandgeben” heißt spenden.

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Kennt Ihr das auch ? Monströse Flaschenberge stopfen die WG -Küche nach dem letzen Trinkgelage zu. Es ist nicht aufzuhalten! Unterstützt von Faulheit weitet sich das Pfandgut wie eine Epidemie auf Wohnungseingang und Flur aus. Es kann schon mal dazu kommen, dass nur noch eine kleine Schneise vom eigenen Zimmer zur Küche und Bad bestehen bleibt und die tagtäglichen Routinegänge in der WG zur Qual werden!

Anderen Orts ziehen sie mit Sack und Pack und Trolli oder Tüten  durch die Parks und Straßen der Stadt und gehören schon zum Stadtbild Berlins – Die Pfandsammler. Gerne stellt man sein leer getrunkenes Bier einfach neben den Mülleimer, damit die Flasche ohne Wühlen mitgenommen werden kann. So auch geschehen Anfang des Jahres bei Jonas, Initiator des Projekts Pfandgeben.de, der sich überlegte, ob das nicht auch einfacher und effektiver gehen kann… Die Fragestellung war,wie kommen Topf und Deckel bzw.  Pfandsammler und Flaschengenervter auf direktesten Weg zusammen? Die Lösung  ist so einfach wie genial: Ein paar Klicks, und ein Anruf genügt und ein Pfandsammler aus eurer Gegend steht vor der Tür. Ihr seid das Zeug los und der Pfandsammler freut sich über das kostbare Leergut. Die erste Kontaktbörse für den Flaschenpfand! Kultmucke hat den Macher des Projekts Jonas Kakoschke für Euch befragt:

 

 

Wieviele Personen seid Ihr und wie alt ?

Anfangs habe ich das Projekt im Rahmen eines Semesterprojektes  im 6. Semesters meines Kommunikationsdesignstudiums an der HTW Berlin  allein umgesetzt. Bei den ersten Ansprachen von Pfandsammlern auf der Strasse und in Park hat mich meine Kommilitonin Corinna unterstützt.

Mittlerweile habe ich  einen zuverlässigen und fähigen Partner gefunden, welcher mich in den Bereichen Programmierung und Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Wir sind alle zwischen Mitte zwanzig und dreißig Jahre alt.
Was macht Ihr im “normalen” Leben bzw. beruflich?

Ich studiere Kommunikationsdesign im 7. Semester an der HTW Berlin und bin derzeit wegen eines Praktikums im Ausland. Außerdem arbeite ich als freiberuflicher Grafik-Designer. Mein Partner Richard Metzler arbeitet als freiberuflicher Programmierer und Entwickler.

Was sind Projektziele?

Ein Projektziel ist es, eine funktionierende Verknüpfung zwischen Pfandgebern und Pfandnehmern zu schaffen und dadurch im besten Falle beiden Seiten zu helfen, vor allem aber der Abnehmerseite. Außerdem war es mir persönlich sehr wichtig, dass zwischen Menschen eine Kommunikation entstehen kann, die ohne das Projekt vielleicht gar nicht entstanden wäre.

Entsteht da nicht Wettbewerbsverzerrung zum hiesigen Sammler?;-p

Da Pfandgeben.de nicht mit dem bisherigen Tätigkeitsfeld im Freien konkurriert, sondern nur ein weiteres, vorher nicht existierendes Feld eröffnet hat, denke und hoffe ich nicht, dass für Pfandsammler z.B. auf der Strasse ein Nachteil entsteht.

Wie steht Ihr zu einer Pfandsammler-Flatrate oder plant Ihr eine?

Welche Absprachen zwischen Pfandnehmern und Pfandgebern entstehen, wissen wir nicht, und das geht uns auch nichts an. Wir freuen uns, wenn Menschen, die sich auf anderem Wege vielleicht nie kennen gelernt hätten, ins Gespräch kommen und Absprachen treffen. Dies war auch ein wichtiges Ziel des Projektes: die Stigmatisierung der Pfandsammler aufheben und mit ihnen in Kontakt treten.

Was tut Ihr im Alltag zum Thema Nachhaltigkeit?

Mh. Ich esse wenig Fleisch, fahre nur Fahrrad/Öffentliche Verkehrsmittel, bemühe mich, keine Riesenkonzerne zu unterstützen und versuche auch sonst bewusst zu leben und zu konsumieren. Ich denke, eine bewusste Lebensweise ist wichtig, aber jeder muss für sich selbst entscheiden, was er tun kann und will.