Read + Listen: Pascal Pinon

In Berlin by Martin

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Weisheit hat nur bedingt etwas mit dem Alter zu tun. Am Ende sind es vor allem Erfahrungen und getroffene Entscheidungen, die uns zu dem machen, wer wir sind, unseren Verstand formen und ihm Ausdruck verleihen.

Mit gerade einmal 13 Jahren begannen die Zwillingsschwestern Ásthildur und Jófríður Ákadóttir alias Pascal Pinon die Arbeiten an ihrem späteren Debüt „S/T“. Und genau mit dieser Platte gelang es ihnen auch, ein internationales Publikum von sich zu überzeugen. Vor Kurzem erschien mit „Sundur“ ihr Drittwerk – ein melancholisch schönes Album, das wie für den Herbst gemacht zu sein scheint. Wir blicken mit Jófríður, die Björk in einem Interview mit dem Guardian kürzlich als eine ihrer Hauptinspirationen auführte (RESPEKT!), auf den Iststand der Band und stimmen uns auf ihr anstehendes Konzert am 11.11.2016 im Monarch, für das wir Karten verlosen, ein.

pascal-pinon-2Wie geht es dir?

„Gut, danke. Im Moment bin ich auf der Spitze eines von Bäumen bewachsenen Hügels im Hinterland New Yorks. Umrandet von blauen Bergen. Die Luft ist feucht und mein Herz erwärmt.“

Singende Geschwister. Gibt es welche, die du besonders gern magst?

„Die magischen Kristín Anna und Gyða Valtýsdóttir. Sie singen gar nicht oft genug zusammen.“

Wie darf man sich Weihnachten oder ein anderes großes Fest in eurer Familie vorstellen? Es geht sicherlich sehr musikalisch zu, oder?

„Ja, zu Weihnachten versammeln sich alle um den Weihnachtsbaum und tanzen und singen gemeinsam. Normalerweise mag ich es selbst nicht so sehr, zu tanzen, weshalb ich ganz glücklich bin, Teil der Band zu sein.“

Drei Jahre ist es mittlerweile her, dass ihr in unserer Kolumne „Kultverdächtig“ gefeaturet wurdet. Damals habt ihr den Song „Seaside“ von den Kooks für uns gecovert. Habt ihr ihn jemals live performt?

„Nein, nicht wirklich. Ich bin emotional mit dem Song verbunden. Er hat eine starke Verbindung zu einer sehr schönen, aber auch melancholischen Woche in meinem Leben.“

Lustigerweise war „Seaside“ lange eins der wenigen Stücke, auf dem man euch in Englisch hören konnte. Mit eurem neuen Album „Sundur“ hat sich das schlagartig geändert. War es schwieriger sich in dieser fremden statt der eigenen Muttersprache auszudrücken?

„Ich glaube, anfangs waren wir etwas scheu, auf Englisch zu singen, weil wir das Gefühl hatten, das sei überheblich. Dieser Tage verbringe ich allerdings derart viel Zeit im Ausland, dass es sich sehr normal und natürlich anfühlt, mich in einer anderen Sprache auszudrücken.“

„Sundur“ scheint eine sehr intime Platte zu sein, obwohl sie der Tatsache geschuldet ist, dass ihr momentan getrennt voneinander, an unterschiedlichen Orten lebt. Wie habt ihr es geschafft, die Tracks gemeinsam zu schreiben und komponieren?

„Das haben wir nicht. Ich schrieb den Großteil der Stücke allein. Eigentlich alle, bis auf den ersten. Es sind Songs und Geschichten aus den letzten fünf bis zwei Jahren. Einige sind liebenswerte Erinnerungen, andere Geister.“

Wir freuen uns sehr, euer anstehendes Berlinkonzert zu präsentieren. Wie ist es, wieder zurück in unsere Hauptstadt zu kehren. Und welche Erwartungen hast du selbst an den Gig?

„Ich kann es kaum erwarten! Es ist definitiv viel zu lange her, dass wir gemeinsam auf Tour waren. Wir haben diesen Sommer auf einem Festival in Storkow gespielt und das war eine der schönsten Shows seit Langem. Wir werden kaum Equipment mitbringen, nur gute Songs, guten Gesang und ein paar Lacher.“

Wie hat sich dein Gefühl zum Auftreten vor Publikum im Laufe eurer Karriere verändert?

„Manchmal bin ich bei Konzerten weniger geduldig. Wenn ich nicht vom Fleck weg mitgerissen werde, bin ich schnell gelangweilt. Aber ich denke, das liegt nur daran, dass ich es mittlerweile gewöhnt bin, in Konzerthallen aufzutreten. Es ist mittlerweile weniger magisch und viel direkter. Dennoch mache ich noch immer intensive Erfahrungen bei Shows und das ist es auch, was mich am Laufen hält.“

Listen: Pascal Pinon

Gewinnspiel

Um Tickets für den Auftritt von Pascal Pinon, am 11.11.2016 im Monarch zu gewinnen, schickt einfach eine Mail mit dem Betreff „Pascal Pinon“ an martin@kultmucke.de. Einsendeschluss ist Freitag, der 28.10.2016. Unter allen Teilnehmern verlosen wir 1×2 Gästelistenplätze. Bitte nennt euren vollen Vor- und Zunamen in der von euch geschickten Nachricht. Viel Erfolg!