Read + Listen: ListenBerlin

In Berlin by Martin

LISTEN! Aufgehorcht! Nachdem das musikalische Sommerloch langsam aber sicher überwunden ist und die Trauer über die vielen grauen, regnerischen Tage in diesem Jahr verarbeitet zu sein scheint, wirft nun bereits der Herbst seine Schatten voraus. Neben den vielen drohenden noch graueren und noch regnerischen Tagen vermag uns zumindest die Aussicht auf ein gefülltes, akustisches Abendprogramm ein wenig Zuversicht schenken.

Zu den Menschen, die hinter jenem Abendprogramm stehen und es mit höchster Sorgfalt zu gestalten wissen, gehören auch unsere Freunde vom ListenCollective. Für die kommenden Monate haben sie ein beeindruckendes und vielfältiges Line-Up auf die Beine gestellt, dem wir nur allzu gern unseren Präsentationsstempel aufdrücken. Bevor wir euch in diesem Zuge die Möglichkeit geben wollen, Gästelistenplätze für jede einzelne der anstehenden Listen-Shows zu gewinnen und einer passenden Einstimmungsplaylist zu lauschen, haben wir ein kleines Interview mit zwei der Köpfe, die hinter dem ListenCollective stehen, vorbereitet. Sönke und Dennis sind ebenso Gründungsväter des Kollektivs wie auch gleichzeitig passionierte Musikliebhaber. Ihr Gespür für spannende Live-Acts macht ListenBerlin zu dem, was es ist: Einer einzigartigen Eventreihe.

Aus Burning Eagle Booking und Trickser ist das ListenCollective geworden. Eine logische Konsequenz eurer langjährigen Zusammenarbeit?

„Ganz genau. Wir kennen uns schon seit vielen Jahren aus süddeutschen Gefilden. In den letzten beiden Jahren hat sich unsere Zusammenarbeit immer weiter verstärkt, da wir bei einigen Künstlern viel miteinander zu tun hatten. Der endgültige Stein kam ins Rollen, als wir in Berlin anfingen, gemeinsam als örtlicher Veranstalter Konzerte durchzuführen. Irgendwann kam dann die Idee, sich auch namentlich zusammenzuschließen, um mehr Synergieeffekte zu schaffen. Wir haben uns auch sehr gefreut, dass die Kollegen aus Leipzig, Hamburg und Münster diesen Schritt mit uns gegangen sind.“

Wie gut hat Berlin den von euch organisierten Konzerten bisher zugehört?

„Wir sind mehr als glücklich über unsere Veranstaltungsreihe ListenBerlin. Wir hatten einige ausverkaufte Konzerte in den letzten Monaten.“

Es ist wirklich schön zu sehen, dass man mittlerweile ein Stammpublikum erkennt, das zu einer Vielzahl unserer Konzerte erscheint.

„Das war definitiv das erste Ziel, das wir erreichen wollten und gibt uns ein Gefühl des Vertrauens in unser Booking.“

Welche Erinnerungen konntet ihr bisher mit ListenBerlin sammeln?

Sönke: „Da wir selbst wissen, wie es ist, auf Tour zu sein und oft schlecht zu essen, vor allem auf dem Weg von einer Stadt in die nächste, kochen wir immer Maultaschen für unsere Künstler. Das Strahlen in den Gesichtern der Musiker, wenn sie sehen, dass es Maultaschen gibt, macht einem wirklich Freude. Vor allem, wenn die Bands wiederkommen und sich wohl schon die ganze Tour auf das Berlin-Konzert und die Maultaschen gefreut haben.“

Im Herbst stehen wieder allerhand Konzerte auf dem Programm eurer Eventreihe. Worauf freut ihr euch ganz besonders?

Sönke: „Am meisten freue ich mich auf Hannah Epperson und Emanuel and the Fear. Von beiden Künstlern werden über ListenRecords auch Alben im September veröffentlicht. Das fühlt sich dann an, als ob ein Teil der Familie auf der Bühne stünde. Außerdem kommt Hannah Epperson dieses Mal mit einem Schlagzeuger, darauf bin ich sehr gespannt. Außerdem freue ich sehr auf Chad Lawson, der ein bestuhltes Klavierkonzert im Lido spielen wird. Das wird bestimmt ein besonderer Abend. Auf die verrückte Truppe Golden Dawn Arkestra freue ich mich aber auch sehr. Und auf KUF. Ach, eigentlich freue ich mich auf alle!“

Dennis: „Ich freue mich auf kein Konzert besonders. Jedes Konzert ist Herzenssache. Ich freue mich einfach auf den Herbst und Winter und all die neuen Erfahrungen, die wir machen dürfen.“

Wie wichtig ist das Touren für Musiker heutzutage? Und stimmt es, dass sich hauptsächlich damit Geld verdienen lässt?

„Das Touren ist für die Künstler enorm wichtig. Es ist der nachhaltigste Weg, Fans an sich zu binden und nach und nach bekannter zu werden. Außerdem wird natürlich über die Gagen Geld verdient. Tonträger werden auch auf Konzerten verkauft und das ist, vor allem bei kleineren Bands, der wichtigste Absatzmarkt und kommt oftmals noch vor Online- und Offlinehandel. Vorausgesetzt, der Künstler tourt entsprechend viel. Dabei darf man jedoch nicht vergessen, dass von den Gagen bei Klubkonzerten, mit bis zu 300 Leuten, nicht viel übrig bleibt. Die Kosten für das Touren sind hoch: Tourbus, Sprit, Tankstellensnack, Offdays, Tontechniker. Ob sich also hauptsächlich damit Geld verdienen lässt, ist eine schwierige Frage. Künstler, die viel auf Tournee sind, haben es sicherlich einfacher. Ein bisschen Glück haben, schadet auch nicht. Wird die Musik beispielsweise für einen guten Werbespot lizensiert, muss man sich einige Monate keine Sorgen mehr machen, was für Gagen eingespielt werden. Darauf kann man sich aber nicht verlassen. Musiker, als moderne eierlegende Wollmilchsäue, müssen einfach überall ihre Krümel suchen, die letztlich das Brot backen. Konzerte sind sicherlich größere Krümel.“

Wie findet man die richtige Location für ein Event? Kann jeder Act auch in jedem Club spielen?

„Das ist manchmal gar nicht so einfach. Oft können wir einen Künstler oder eine Künstlerin nicht in der Location spielen lassen, in der es am besten passen würde, da es dort schlichtweg keinen freien Termin mehr gibt. Der frühe Vogel fängt also den Wurm. Die Location muss auch immer zu den Besucherzahlen passen. Wenn wir etwa 100 Gäste erwarten, wählen wir zum Beispiel eher das Monarch, auch wenn wir das Konzert lieber im Heimathafen Neukölln veranstalten würden, da dort die Atmosphäre sehr schön ist. Sowohl den Zuschauern, als auch den Künstlern, gibt es aber ein besseres Gefühl, auf einem gut besuchten statt leeren Konzert gewesen zu sein. Diesem Bedürfnis versuchen wir natürlich nachzukommen. Prinzipiell könnte jeder Künstler, jedes Venue bespielen. Sinn macht das aber nicht immer. Außerdem möchten wir den Musikern die Möglichkeit zum Wachsen geben. Viele unserer Acts kommen öfter nach Berlin und das nächste Konzert wird dann eben eine Ecke größer.“

Wie empfindet ihr als Booker beziehungsweise Labelchefs die Zusammenarbeit mit den Musikern?

„Sehr schön ist die.“

Wir freuen uns sehr, mit so vielen wirklich tollen Menschen zusammenarbeiten zu können.

„Als Label- und Booking-Agenten stehen wir in einem wirklich sehr engen Verhältnis zu unseren Künstlern und betrachten alle als gute Freunde.“

Welche Ziele und Wünsche habt ihr für das ListenCollective?

„Ein Ziel ist der Ausbau unseres internationalen Netzwerkes. Über das Label werden wir im Herbst das erste Mal in anderen Ländern als Deutschland, Österreich und der Schweiz Alben veröffentlichen. Die Booking-Kollegen sind da schon einen Schritt weiter und leisten schon seit einigen Jahren gute Arbeit jenseits der Ländergrenze. Wir würden uns auch wünschen, dass sich der Brexit nicht allzu sehr auf die Musiklandschaft auswirkt. Wir sind alle ohne Regulierungen bezüglich Visum, Zoll etc. aufgewachsen und es wäre schön, wenn das so bleibt.“

Anstehende ListenBerlin-Konzerte

12.09.2016 // Golden Dawn Arkestra // Kantine am Berghain
15.09.2016 // Chad Lawson: Bach & Chopin // Lido
18.09.2016 // Hannah Epperson // Monarch

22.09.2016 // Laura Gibson // Bi Nuu
09.10.2016 // Der Herr Polaris // Monarch
10.10.2016 // Nive & The Deer Children // Kantine am Berghain
16.10.2016 // KUF // Kantine am Berghain
26.10.2016 // Arpen // Privatclub
27.10.2016 // Dan San // Kantine am Berghain
02.11.2016 // Chris Staples // Kantine am Berghain
11.11.2016 // Emanuel and the Fear // Kantine am Berghain
13.11.2016 // Choir Of Young Believers // Bi Nuu
19.11.2016 // Sarah Jaffe // Kantine am Berghain
01.12.2016 // Martin Kohlstedt // Heimathafen Neukölln

Listen: ListenBerlin

Gewinnspiel

Für alle der oben aufgelisteten Konzerte könnt ihr bei uns je 1×2 Tickets gewinnen. Schickt dafür einfach rechtzeitig eine Mail mit dem entsprechenden Künstler im Betreff an martin@kultmucke.de. Bitte nennt zudem euren vollständigen Vor- und Zunamen in der von euch gesendeten Nachricht. Einsendeschluss ist stets fünf Tage vor der jeweiligen Show. Viel Erfolg!