„Steckt das Handy weg und tanzt!“ Berlins 1. Lollapalooza im Rückblick

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Am vergangenen Wochenende war es endlich soweit: die erste europäische Ausgabe des Lollapalooza Festivals brachte das Gelände des stillgelegten Flughafen Tempelhof zum Beben. Das Wetter gab für diesen besonderen Anlass nochmal Gas und bescherte uns einen bombastischen Abschluss des Festivalsommers – blauer Himmel, knallende Sonne, kühle Drinks und erstklassige Musik insklusive.

Der Berliner Ableger des Originals aus Chicago landete am 12. und 13. September ausverkauft auf dem Tempelhofer Flughafen und zeigte sich von seiner besten, buntesten und verrücktesten Seite – nicht nur musikalisch, sondern auch mit diversen Specials wie dem Kidzapalooza oder dem Grünen Kiez. Am Samstagmittag ging es los: nachdem das Warten in der Schlange am Eingang zum Festivalgelände überstanden und das mit einem elektronischen Chip für’s bargeldlose Bezahlsystem ausgestattete Bändchen am Handgelenk befestigt war, konnten zunächst die sanften Klänge von James Bays „Let It Go“ in der Sonne genossen werden. Anschließend wurden vor der Main Stage die Hüften geschwungen: Parov Stelar und seine Band brachten mit ihrem funkigen Electroswing selbst die größten Tanzmuffel in Bewegung.

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Besonders romantisch: pünktlich zum Sonnenuntergang spielten Bastille unter einem Regen von roten Herzchen-Luftballons. Unter anderem begeisterten die Briten mit einem Cover von TLC’s „No Scrubs“. Sänger Dan Smith brachte außerdem die weiblichen Zuschauer zum Kreischen, indem er sich persönlich in die Menge begab.

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Nach der großartigen Show von Deichkind stand zunächst die schwierigste Entscheidung des Samstagabends an: The Libertines oder Macklemore? Der Versuch, sich beides nicht entgehen zu lassen, scheiterte ein wenig an Pete Doherty’s – zugegeben: absehbar – unpünktlichem Erscheinen auf der Alternative Stage. Macklemore gab dafür alles:

„Ich respektiere Selfie-Sticks – aber sie sind wirklich fucking seltsam. Packt die mal bitte alle ein. Lasst eure Smartphones in der Tasche und TANZT!“

Mit dieser Aussage machte Macklemore sofort klar, dass er nicht vorhatte, die Bühne ohne eine ordentliche Party zu verlassen. Spätestens bei seinen großen Hits „Thrift Shop“, „Can’t Hold Us“ und seiner neusten Single Downtown gab es im Publikum kein Halten mehr. Die Smartphones wurden höchstens noch einmal als Feuerzeug-Ersatz aus der Tasche gekramt, als bei „Same Love“, „Wings“ und „Growing Up“ die Stimmung doch ganz schön emotional wurde.

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Am Sonntag gaben sich auf der Perry’s Stage vom frühen Nachmittag an mit Felix Jaehn, Klangkarussell, Kygo, Robin Schulz und Martin Garrix die angesagtesten DJs die Klinke in die Hand. Ab 18 Uhr begannen nebenan die Beatsteaks die Main Stage zu zerlegen: das Publikum ließ sich die Tanzaufforderungen von Sänger Arnim nicht zweimal sagen und sprang, jubelte und klatschte, was das Zeug hielt.

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Zum Verschnaufen blieb jedoch nicht viel Zeit, denn im Anschluss eroberten Seeed die Bühne und das bedeutet bekannterweise nicht weniger als anderthalb Stunden geballtes Teile schwingen, denn boooom! Wenn sich der Nebel verzieht, dann hörst du irgendwie von irgendwo so heiße Musik…

Mit bereits durchgetanzten Füßen ging es danach noch zu Muse und Tame Impala, bevor es leider schon wieder Abschied nehmen hieß von diesem grandiosen ersten Lollaberlin. Die ganze Atmosphäre, die Location, das Line Up, das Wetter, die gutgelaunten, tanzwütigen Menschen, das große (wenn auch wie üblich viel zu teure) Getränke- und Snackangebot – insgesamt ein wirklich gelungenes erstes Mal. Am Sonntag gab es nach anfänglichen Engpässen am Vortag sogar ausreichend Toiletten – was will man also mehr? Wir sehen uns definitiv im nächsten Jahr, Lollapalooza Berlin!

Seht euch hier den offiziellen Aftermovie an: