Sylvan Esso – Meister der Klangfusion

In Musik by Martin

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Gegensätze ziehen sich an, heißt es im Volksmund so schön. Doch was ist eigentlich dran an diesem Sprichwort? In der Liebe fungieren Paare, deren Einzelteile völlig unterschiedlich zu sein scheinen, manchmal als echte Erfolgsgaranten für lange Partnerschaften. Was als unvereinbar galt, wird dabei plötzlich zum festen Bindeglied und das Gegenüber zur ganz individuellen Nische.

Auf musikalischer Ebene beweisen Amelia Meath und Nick Sanborn alias Sylvan Esso, dass auch konträr zueinanderstehende Genres zu einer wundervollen Mischung vereint werden können, wenn man ihnen nur genug Zeit zum gemeinsamen Wachsen einräumt. Mit viel Gefühl gelingt es dem Duo, auf seinem selbstbetitelten Debütalbum, Folk und Electro zum eng umschlungenen Tanz zu animieren. In naher Zukunft werden Sylvan Esso für ein paar Konzerte nach Deutschland kommen. Wir nutzten diesen Anlass, um den beiden feinfühligen Musikern einige Fragen zu stellen.

Sylvan Esso by D.L. AndersonWoher kennt ihr euch?

„Wir trafen uns im Cactus Club in Milwaukee, da wir beide Teil des gleichen Programms waren. Nick mit seinem Soloprojekt Made Of Oak und Amelia mit Mountain Man. Wir wurden schnell Freunde.”

Wann war euch den klar, dass ihr auch gerne miteinander arbeiten würdet?

„Amelia wusste es, als sie Nick tanzen sah. Wir tanzen auf dieselbe Art und Weise.“

Wer ist Sylvan Esso? Warum habt ihr diesen Namen für euer Projekt auserkoren?

„Wir haben Sylvan Esso nach einer Kreatur namens Sylvan Sprite aus dem Spiel ‚Swords and Sworcery‘ benannt. Man trifft ihn, wenn man auf dem richtigen Pfad ist.“

Ihr werdet mit zwei recht verschiedenen Genres assoziiert. Wie gelingt es euch, Folk und Electro zu kombinieren?

„Indem wir sie vermischen und sich ausbreiten lassen.“

Was könnt ihr zu eurem selbst betitelten Debütalbum berichten?

Amelia: „Wir nahmen es in Nicks Schlafzimmer auf. Ich benutzte sein Klo als Vocal-Kammer. Am Ende von ‘Coffee’ kann man sogar hören, wie sich die Tür öffnet.“

Mit welchen Themen befasst sich die Platte?

„Damit, wie man seine Bürden und Laster schultert, während man das Licht der Menschlichkeit trägt.“

Könnt ihr euch erinnern, als ihr das erste Mal einen eurer Tracks im Radio gehört habt?

„Es war fast exakt wie eine Szene aus dem Film ‘That Thing You Do!’“

Habt ihr persönliche Favoriten auf „Sylvan Esso“?

Amelia: „Ich bin sehr stolz auf ‘Uncatena’. Es war das letzte Stück, das ich für die Platte schrieb. Ich bin meist vorher schon aufgeregt, wenn ich beginne den letzten Track für ein Album zu schreiben.“

Worum geht es denn bei „Play It Right“?

„Um viele Dinge, aber allem voran um das Hochgefühl, wenn dich ein Song, unabhängig von seinen Worten, trifft, die ganze Welt glüht und alles möglich erscheint.“

Euer Album ist nun schon eine Weile auf dem Markt. Habt ihr irgendwelche schlechten Kritiken lesen müssen?

„Schlechte Kritiken? Ihr müsst da was verwechseln!“

Gab es denn stattdessen schöne Worte, die euch in Erinnerung geblieben sind?

„Um ehrlich zu sein, lesen wir keinerlei Reviews. Meistens kommt nichts dabei herum, egal, ob sie positiv oder negativ sind.“

Könnt ihr euch erinnern, wie „Coffee“ entstanden ist?

„Der Beat entstand irgendwann in einem kalten, dunklen Keller. Amelia war an dem Tag ein echter Miesepeter.“

Wie war der Dreh zum passenden Video?

„Sehr, sehr lustig und anstrengend.“

Wie stellt ihr euch Menschen vor, die eure Platte hören?

„In allen möglichen Situationen. Kochend, aufräumend, beim Grillen und all den Dingen, die es sonst noch gibt.“

Amelia, als Teil des wunderbaren Trios Mountain Man, was haben da deine Kolleginnen Molly und Alexandra zu deinem musikalischen Exkurs gesagt?

Amelia: „Ihnen gefällt es sehr gut!“

Welche Alben stehen bei euch momentan hoch im Kurs?

„Wir lieben ‘Immunity’ von Jon Hopkins, Marvin Pontiacs Greatest Hits, Arthur Russells ‘Another Thought’ und ‘Human Voice’ von Dntl.”

Sylvan Esso by Cityslang (2)