Kultverdächtig: Weihnachtsspezial mit Fangirls

In Musik by Martin

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Auf den Winter ist einfach kein Verlass mehr. Während uns das Wetter seit Tagen vorgaukelt, der Herbst klopfe gerade an die Türe, ist es doch eigentlich ein Mann mit Rauschebart, der da verzweifelt um Einlass ersucht. Ob globale Erwärmung, reiner Zufall oder die langsam einsetzende Apokalypse – was auch immer der Grund sein mag, der Traum von weißer Weihnacht droht mehr und mehr zu einer verblassenden Kindheitserinnerung zu mutieren. Mit diesem Beitrag möchten wir nun einen letzten Versuch unternehmen, die vorweihnachtliche Stimmung doch noch zu retten. Nachdem 2013 Reba Haskos Version von „Heart Of Gold“ für die passende Festtagsuntermalung sorgte, ist es 2014 das Berliner Duo Fangirls, dem die Ehre des letzten „Kultverdächtig“-Songs des Jahres gebührt.

Böse Spielchen zum Fest

Fangirls by Lisa Woite (1)Seit ihrer Neuformierung als Fangirls folgen Monya und Sebastian, die ursprünglich Teil des Trios Odile & Odyssey waren, kompromisslos einer recht unkonventionellen Soundvision.

Musik ist für uns eine Stadt, in der wir immer nur Fremde sein werden.

Etwas markanter und gewagter als zu Zeiten ihrer Herkunftsband klingt das, was Fangirls heute akustisch zusammenschustern. Unter der frisch gehissten Flagge des Art Waves pilgert das Duo voller Elan durch Lo-Fi, Synthie Pop und Indie. Als überzeugte Anhänger ihrer Musik baten wir Fangirls jüngst um einen Beitrag für unsere Compilation „Kultverdächtig II“. Der von ihnen bereitgestellte Track „Gem“ besticht durch seine Ungezähmtheit sowie eine bittersüße Melodik. Nicht minder progressiv präsentiert sich aber auch „CNMN“, ein Song, den Fangirls im Rahmen unseres Formats KLANGKULT performten und der gleichzeitig als Vorbote der bald erscheinenden, ersten EP des Duos zu verstehen ist. Als es nun darum ging, einen Act für unser „Kultverdächtig“-Weihnachtsspezial zu finden, glich es förmlich einer Milchmädchenrechnung, um zu der Erkenntnis zu gelangen, dass Fangirls sich ganz perfekt dafür eignen würden.

Welchen Song habt ihr auserkoren, um ihn für unser „Kultverdächtig“-Weihnachtsspezial zu covern?

„Wir spielen ‚Wicked Game‘ von Chris Isaak. Eines jener Lieder, das man selbst gern geschrieben hätte. Sogar der sonst unsägliche Bossa Nova passt perfekt zu diesem Stück. In unserem Cover ist er zwar rausgefallen, aber nur, weil wir uns dem Song aufgrund seiner Größe eher destruktiv nähern mussten.“

Weshalb passt genau dieser Track so gut zur Weihnachtszeit?

„Das Video versetzt uns immer in eine wohlige, weihnachtliche Stimmung. Strand, viel Haut, Zeitlupe. Weihnachten eben.“

Welchen Stellenwert hat das Original für euch?

„Das ist das beste schlechteste Lied der Achtziger, was nicht heißen soll, dass wir das irgendwie ironisch meinen. Es bleibt ein wahnsinnig großartiger Song.“

Wie werdet ihr Weihnachten zelebrieren?

„Wir werden versuchen, nach dem vierten Obstler endlich die Cousine rumzukriegen.“

Was wünscht ihr unseren Lesern zu Weihnachten?

‚Lost in the Dream‘ von The War on Drugs war eines unserer liebsten Alben 2014 und lässt sich auch unterm Baum hören. Generell wünschen wir euren Lesern, dass es mehr Geschenke als Ruten für sie gibt. Außer man steht auf die Rute, dann wünschen wir natürlich diese. Unser Cover von ‚Wicked Game“ eignet sich zudem auch recht gut, um hasserfüllt schluchzend vor dem Kamin zu sitzen.“

Dann gilt es nun nur noch, den Play-Button zu drücken und euch frohe Weihnachten zu wünschen!