Kultverdächtig: Weihnachtsspezial mit Reba Hasko

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Die Kerzen leuchten im Fenster, der Rauch steigt aus dem Kamin und der Geruch von Zimt und Kardamom liegt in der Luft. Es ist Weihnachten. Während viele von euch sicherlich aus Dominosteinen erbaute Pyramiden verspeisen und Bäche aus heißem Punsch die Speiseröhre hinunterfließen lassen, bedarf es, zur feierlichen Untermalung dieses Spektakels, natürlich auch eines besinnlichen Soundtracks. Nachdem unserer Fräulein Frutkoff dazu bereits am Montag den letzten Kultmucke Podcast für dieses Jahr in die Welt entließ, möchte sich nun auch „Kultverdächtig“ anschließen und euch ein frohes Fest wünschen. Um dies auch akustisch angemessen zu zelebrieren, wandten wir uns erneut an eine Künstlerin, die von der ersten Sekunde an, „Kultverdächtig“ beim Laufen lernen zur Seite stand. Es ist an der Zeit, mit ihr gemeinsam die Flügel auszubreiten und in neue musikalische Höhen zu entfliegen. Wir präsentieren unseren Weihnachtsengel Reba Hasko.

Ein Herz voller Gold

1640 largeWas Musik für Reba Hasko bedeutet, verriet uns die begabte Songwriterin im aller ersten „Kultverdächtig“-Feature, das im Februar erschien.

Ich schätze, Musik ist der persönliche Zugang zur Welt, zum Universellen.

Noch immer ist faszinierend, diese Botschaft auch in den Werken der New Yorkerin wiederzuentdecken. Ob das getragene Piano-Album „Live At Studio 43“, das züngelnde und von elektronischen Elementen durchdrungene „Seeds From The Twisted Pear“ oder das Anfang 2013 erschienene Klangmantra „Delicate Cyclone“, Reba Hasko besitzt die unglaubliche Gabe, sich ihre Visionen vollkommen zu eigen zu machen und sie auf beeindruckende Art und Weise so zu verdichten, dass sie für den Hörer beinahe greifbar erscheinen. Zuletzt steuerte die Vollblutkünstlerin zwei Tracks für unsere Compilation „Kultverdächtig I“ bei, doch fand sie darüber hinaus auch noch die Muße, sich dem Song eines ihrer großen Idole anzunehmen und diesen exklusiv für uns neu einzuspielen.

Weshalb hast du dich für „Heart Of Gold“ von Neil Young entschieden?

„Ich habe in diesem Jahr viel über Empathie gelernt. Die meisten meiner Lektionen behandelten dabei die Kraft der Empathie und den Schmerz infolge ihrer Abwesenheit. Ich musste etwas Echtes, etwas Reines hören. Etwas, das bis in die letzte Faser meines Daseins vorzudringen und dort zu verweilen vermochte. Zudem konnte ich der Eingangszeile nicht widerstehen. I want to live, I want to give. Die Schönheit der Existenz wird bereits in den ersten Worten festgenagelt. Oberflächlich mochte ich es auch, an die Orte in Kalifornien zu denken, die Neil erwähnt. Das gab mir Raum, mich zu erinnern. An Zeiten, in denen mein Herz dort lauthals schlug.“

Welche Gefühle verbindest du mit dem Original?

„Irgendwie packte es mich, als ich Filmmaterial von dem Auftritt sah, bei dem Neil Young das Stück 1971 zum ersten Mal live auf einer Bühne spielte. Versinkend in einer zerknautschten Jacke, mit Mundharmonika, eventuell völlig stoned, absolut unberührt, einfach nur das tuend, was er eben tut. Das war so ein Balsam für die Seele. Ich sah mir das Video ungefähr zwanzigmal an, bevor ich losging, um mir die Noten des Songs zu besorgen.“

Wie entstand deine Version von „Heart Of Gold“?

„Das Erste, was ich tat, nachdem ich die Noten gefunden hatte, war mein Metronom auf meinen Herzschlag einzustellen und den Takt der Bassdrum auf 60 Schläge pro Minute festzulegen. Nerd-Alarm…“

Was macht dieses Stück nun zum perfekten Weihnachtstrack?

„Ich denke, wenn man mit jemand Goldenem unter dem Mistelzweig dazu tanzt.“

Zuletzt wüsste ich gern, was du unseren Lesern zu Weihnachten wünschst?

„Eine unerwartete Nettigkeit, eine feste Umarmung, einen gestohlenen Moment und Zeit, um reflektieren zu können. Glückliche freie Tage euch allen!“

Und nun lassen wir die Musik für sich sprechen.